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Wie ein Licht in der Dunkelheit: Wenn Briefe Leben retten

Amnesty Journal 3/2013

Editorial von Christine Newald

„Wir sollten niemals die Angst den Mut besiegen lassen.“ Laísa Santos Sampaio, brasilianische Menschenrechtsverteidigerin

Tagtäglich treten Menschen weltweit für den Schutz von Menschenrechten ein. Doch der Preis, den sie dafür zahlen, ist oft hoch. Jedes Jahr werden zehntausende Menschen eingesperrt, bedroht, gefoltert und misshandelt, nur weil sie ihre eigene Meinung vertreten oder sich für andere einsetzen.

Jedes Jahr im Dezember schreiben hunderttausende engagierte Menschen auf der ganzen Welt Briefe, Faxe, E-Mails und Postkarten zugunsten dieser Menschen in Gefahr. Sie drücken mit diesen Aktionen ihre Solidarität mit diesen mutigen Männern und Frauen aus, deren Mut und Ausdauer inspirieren. Sie wenden sich aber auch direkt an Regierungen.  Ein einzelner Brief an die Behörden kann ungelesen weggelegt werden. Aber Hunderttausende Briefe, E-Mails, Faxe und Postkarten, die alle auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen, können nicht ignoriert werden.

Die Schicksale dieser mutigen Menschen gewinnen dadurch eine größere Öffentlichkeit, und der Druck auf die Regierungen steigt. Die Briefe sind gleichzeitig für die Betroffenen und ihre Angehörigen ein Zeichen der Solidarität und ein Signal, dass ihre Handlungen nicht ungesehen bleiben.

Beim diesjährigen Amnesty-Briefmarathon setzen wir uns für Gewissensgefangene ein, die durch ihren mutigen Einsatz für die Menschenrechte, ihre eigene Freiheit riskiert haben. Menschen, die trotz aller Konsequenzen unermüdlich für Gerechtigkeit weiterkämpfen. Wie der Journalist Eskinder Nega, der sich seit Jahren unermüdlich für Pressefreiheit in Äthiopien stark macht oder Yorm Bopha, die sich leidenschaftlich gegen rechtswidrige Zwangsräumungen in Kambodscha einsetzt. Mit dem Amnesty-Briefmarathon setzen wir gemeinsam ein Zeichen der Anerkennung und Solidarität für diese Menschenrechtsverteidiger und –verteidigerinnen und üben Druck auf die politisch Verantwortlichen aus.

Wir wissen aus jahrzehntelanger Erfahrung, dass das Schreiben von Briefen Leben retten und verändern kann. Menschen aus mindestens 77 Ländern haben im letzten Jahr am Briefmarathon teilgenommen. Weltweit wurden rund 1,9 Appelle geschrieben - von Island bis nach Indien und von Barbados bis nach Burkina Faso. Mehr als jemals zuvor!

Hoffentlich animiert Sie das Lesen des aktuellen Amnesty Journals dazu, Schreibzeug und Postkarte in die Hand zu nehmen und sich für die Menschen, die Ihre Hilfe brauchen, einzusetzen.

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