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Stop-Folter. Start Now - Die neue Kampagne

amnesty Journal 3/2014

Editorial Von Christine Newald

„Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in dieser Welt.“
Jean Améry

Schlafentzug. Stunden in gekrümmten Positionen. Einsatz von Zangen, Drogen und Hunden. Die
Worte klingen wie der Stoff, aus dem Alpträume gemacht sind. Doch für zahllose Männer, Frauen
und Kinder in vielen Teilen der Welt gehören diese unvorstellbaren Schrecken zur täglichen Realität.

Folter ist abscheulich. Sie ist grausam und unmenschlich. Sie ist niemals gerechtfertigt. Sie ist falsch und kontraproduktiv. Und sie vergiftet das Rechtsstaatsprinzip, indem sie es durch Terror ersetzt. Niemand kann sich mehr in Sicherheit wiegen, wenn Regierungen dem Einsatz von Folter
zustimmen.

Nach den Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges haben Regierungenweltweit diese grundlegenden Wahrheiten anerkannt, als sie 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedeten. Vor 30 Jahren wurde dieser Fortschritt durch die Antifolterkonvention der Vereinten Nationen weiter ausgebaut. Diese Konvention war bahnbrechend, denn sie bot konkrete Schritte, um das internationale Folterverbot durchzusetzen; indem sie Regeln festlegte, um Folter zu verhindern, Täter und Täterinnen zu bestrafen und Gerechtigkeit für die Opfer sicherzustellen.

Dennoch kommen zahlreiche Regierungen ihrer Verantwortung nicht nach. Anstatt durch eine Nulltoleranz-Politik gegenüber Folter das Rechtsstaatsprinzip zu achten, belügen Regierungen beharrlich ihr eigenes Volk und die ganze Welt. Anstatt sich um wirksame Maßnahmen zum Schutz
ihrer Bevölkerung vor Folterern zu kümmern, schaffen sie Voraussetzungen dafür, dass Folter zunimmt. Dieses weit verbreitete und hinterhältige Vorgehen beweist, dass ein globales Folterverbot nicht ausreicht.

Amnesty International setzt sich weltweit dafür ein, Folter abzuschaffen. Wir üben Druck aus auf Regierungen, wir demonstrieren und machen Aktionen im öffentlichen Raum, um die Brutalität von Folter aufzudecken. Und wir stellen uns an die Seite derjenigen, die sich mutig für den Schutz
vor Folter einsetzen.

Kommen Sie mit auf unsere Reise

Lesen Sie vom Verein Hemayat, der Menschen, die gefoltert wurden, auffängt und ihnen einen sicheren Raum gibt, wo sie ihr Leben neu beginnen können.

Lassen Sie sich von Siroos Mirzaei, dem Leiter der Nuklearmedizinischen Abteilung des Wiener Wilhelminenspitals erklären, wie wichtig Nachweis und Dokumentation von Folter sind und welche Methoden der Nuklearmedizin zur Verfügung stehen.

Und schicken Sie zu guter Letzt eine Solidaritätsbotschaft an Claudia Medina Tamariz aus Mexiko, um ihr zu sagen, dass sie in ihrem Kampf für Gerechtigkeit nicht alleine ist.

Schauen Sie hin und informieren Sie sich! Denn nur wer hinschaut und mit den Menschen spricht, kann verstehen, was Folter mit Menschen und Gesellschaften macht.

Wir haben alle das Recht, in einer Welt ohne Folter zu leben.