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Ein Hoch auf die Freundschaft

Amnesty Journal 4/2016

Editorial von Christine Newald

Freundschaft? Solidarität? Was hat das denn mit Menschenrechten zu tun? Eine ganze Menge. Ohne Mitgefühl und Solidarität über Grenzen hinweg gäbe es weder private Flüchtlingshilfe noch den Einsatz vieler gegen die Todesstrafe oder gar die Zusammenarbeit von Menschenrechtsorganisationen verfeindeter Staaten.

In der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es, dass es wesentlich sei, „die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Nationen zu fördern“. Dass solche Freundschaften auch ad absurdum geführt werden können, wissen wir spätestens seit dem Kalten Krieg. Und wenn wir aktuell auf die Welt blicken, sehen wir wenig Solidarität.

Trotzdem: Freundschaft ist ein ganz wesentlicher Pfeiler jeder Gesellschaft, die für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden – ebenfalls Werte aus der Menschenrechtserklärung – einstehen will. „Es gibt Menschen nur in Verbundenheit“, sagt Hirnforscher Gerald Hüther im Interview. Freundschaften haben im Leben von Menschen zentrale Bedeutung. Mehr als drei Viertel der Bevölkerung haben richtig gute Freunde. Wichtig in Freundschaften ist gegenseitiges Vertrauen, dass man gemeinsam lachen kann und Wertvorstellungen teilt.

Beim Einsatz für die Menschenrechte zeigen sich viele Facetten von Freundschaft und Solidarität: Da sind die Amnesty-Mitglieder, die beim Aufbau zahlreicher Straßenaktionen zu engen Freunden werden. Oder Menschen, die einem Häftling auf der anderen Seite der Welt Briefe schreiben. Aktivist*innen, die auf dem Mittelmeer Flüchtlinge aus Seenot retten. Menschenrechtler*innen, die über Konfliktlinien hinweg zusammenarbeiten.

Aber auch dunkle Seiten werden deutlich: Autoritäre Regierungen wie die in Nordkorea, wollen ihre Bevölkerung daran hindern, mit Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben. Denn diese Systeme wissen und fürchten: Wenn Menschen sich verbinden, können sie alles erreichen.

Dieses Magazin ist im Übrigen ebenfalls ein Produkt grenzüberschreitender Freundschaft: Die deutsche, österreichische und Schweizer Sektion haben dafür zusammengespannt. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und einen schönen Jahreswechsel.

Gemeinsam geht es besser.

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