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Mein Körper. Meine Rechte.

Amnesty Journal 1/2014

Editorial von Christine Newald

„Ich liebe Dich“

Ein Satz, der für die meisten von uns mit Freude, Glück und Hoffnung verbunden ist. Für viele Menschen bedeutet er aber Angst, Verstecken und Scham. Besonders, wenn ihre sexuelle Orientierung vom klassischen „Mann-Frau Bild“ abweicht.

Während homosexuelle Paare im westlichen Europa langsam in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, ist das gleichgeschlechtliche Lieben in vielen Ländern des afrikanischen Kontinents längst nicht selbstverständlich. In Uganda kämpfen Homosexuelle unter Gefährdung ihres Lebens gegen Diskriminierung von LGBTI-Personen. Dort ist gerade erst ein Gesetz in Kraft getreten, das es erlaubt, Homosexuelle noch massiver zu verfolgen. In Südafrika nimmt der Hass auf Schwule und Lesben drastisch zu und gipfelt in regelrechten Hassmorden. Dabei hat das Land die modernste Verfassung der Welt.

Doch auch in Europa werden Lesben, Schwule, bisexuelle, transgender und intersexuelle Menschen noch immer verfolgt und diskriminiert. Die EU Grundrechteagentur hat im Frühling 2013 eine großangelegte Studie zu Erfahrungen von LGBTI-Personen mit Hassverbrechen gemacht. Erschreckendes Ergebnis: Jede zweite Person hat angegeben, dass sie in den 12 vergangenen Monaten wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert oder belästigt wurde. Aber es

gibt auch andere Entwicklungen: Lesen Sie als positives Beispiel die Geschichte des österreichischen Botschafters in Litauen, der in Vilnius gemeinsam mit seinem Lebensgefährten als Botschafter eingezogen ist.

Wie gestalte ich mein Leben? Den meisten von uns scheint es selbstverständlich, das selbst zu bestimmen. Wir alle haben das Recht, Entscheidungen über unser Leben zu treffen.

Wir sind frei zu wählen, wen wir lieben, wann und ob wir Kinder haben wollen und welche sexuellen Beziehungen wir eingehen. Trotzdem werden überall auf der Welt diese Freiheiten und verbrieften Rechte durch den Staat, durch medizinisches Personal oder durch die eigene Familie beschnitten und Menschen diskriminiert.

In den nächsten zwei Jahren setzen wir von Amnesty uns für einen Wandel in der Gesellschaft ein, um den Stempel, den Menschen allzu oft aufgrund ihrer sexuellen Orientierung tragen, neu zu deuten und das Schweigen, das dieses Thema umgibt, zu brechen.

Mehr darüber lesen Sie im Heft.

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