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Urgent Action

3 Jahre Haft für TikToks: Sadia ist mutig – die Regierung nicht

Update: Gute Nachrichten!

Am 12. August 2026 hob ein Berufungsgericht Sadias Verurteilung auf! Nun kann Sadia endlich zu ihrer Familie zurückkehren.

Vielen Dank für euren Einsatz!

Sadia Moalim Ali hat auf TikTok gegen die hohen Treibstoffpreise und Korruption der Regierung in Somalia protestiert. Deshalb wurde sie zu drei Jahren Gefängnis verurteilt! Die 28-jährige Tuktuk-Fahrerin und Aktivistin spricht immer wieder mutig Probleme an – und die somalischen Behörden haben anscheinend Angst vor ihr. Aber TikTok-Videos zu posten ist kein Verbrechen. Sadia muss sofort freigelassen werden! 

Sadia lebt in Mogadischu. Als sie 17 war, starb ihr Vater. Sie begann, als Tuktuk-Fahrerin zu arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Seither sind sie und ihr Zwillingsbruder die Hauptversorger*innen der Familie.

In ihren Beiträgen auf Facebook und TikTok spricht Sadia viele wichtige Themen an, die die Menschen in Somalia beschäftigen: Jugendarbeitslosigkeit, die Vetternwirtschaft hoher Regierungsbeamt*innen, die mutmaßliche Korruption der Regierung und die hohen Kraftstoffpreise. In einem Video betonte sie, sie habe die gleichen Rechte wie die Tochter des Präsidenten.

Doch seit Präsident Hassan Sheikh Mohamud Mitte 2022 sein Amt angetreten hat, wurden die Rechte auf freie Meinungsäußerung, friedliche Versammlung und Medienfreiheit in Somalia stark eingeschränkt. Journalist*innen und andere Aktivist*innen werden von Sicherheitskräften angegriffen und erleben Schikanen, willkürliche Festnahmen und ungerechtfertigte Strafverfolgung.

Die somalischen Behörden haben Angst vor einer mutigen Aktivistin, weil sie unbequeme Wahrheiten ausspricht. Am 12. April 2026 nahmen Angehörige des nationalen Geheimdienstes Sadia fest und Ende Juni wurde sie wegen „Beleidigung öffentlicher Institutionen“ zu drei Jahren Gefängnis verurteilt! 

Meinungsäußerungsfreiheit heißt, dass Behörden Kritik aushalten müssen. Auch laute, unbequeme Kritik!

Sadia Moalim Ali ist eine Tuktuk-Fahrerin und engagiert sich zu gesellschaftlichen Themen. Am 12. April nahmen Angehörige des somalischen Geheimdienstes (National Intelligence and Security Agency – NISA) die 27-Jährige im Bezirk Hodan in der Hauptstadt Mogadischu fest. Sadia Moalim Ali wurde zunächst auf dem Polizeirevier Hamar Jajab inhaftiert, bevor sie am 14. April in das Zentralgefängnis von Mogadischu verlegt wurde. Sie hat keinen Zugang zu einem Anwalt.

Der Generalstaatsanwalt von Somalia veröffentlichte eine Pressemitteilung, in der er erklärte, dass gegen Sadia ein Strafverfahren wegen des Vorwurfs der „Verleumdung und Aufwiegelung der Öffentlichkeit“ läuft. Der Fall wurde von den Ermittlungsbehörden vorgelegt, von der Generalstaatsanwaltschaft untersucht und nun an das zuständige Gericht weitergeleitet.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Sadia Moalim Ali wegen ihres Engagements festgenommen wurde. Bereits am 12. März wurde sie wegen ihres Protests gegen die gestiegenen Kraftstoffpreise verhaftet, vor Gericht gestellt und erst nach vier Tagen wieder freigelassen.

Sadia Moalim Ali wird von den Behörden ausschließlich im Zusammenhang mit der friedlichen Äußerung ihrer Ansichten im Internet ins Visier genommen. Sie nutzt Social-Media-Plattformen, darunter Facebook und TikToK, um die somalische Regierung zu kritisieren und sich vor allem gegen die mutmaßliche Korruption in der Regierung, die Jugendarbeitslosigkeit, die Vetternwirtschaft hoher Regierungsbeamter, die hohe Besteuerung und die hohen Kraftstoffpreise auszusprechen. In einem Video sagte sie, wenn ihr etwas zustoßen sollte, läge die Verantwortung beim Präsidenten.

Menschenrechtliche Lage in Somalia

Seit Präsident Hassan Sheikh Mohamud Mitte 2022 sein Amt antrat, sind die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungsfreiheit, friedliche Versammlung und Medienfreiheit in Somalia stark eingeschränkt worden. Journalist*innen und andere Aktivist*innen werden von Sicherheitskräften angegriffen und sind Drohungen, Schikanen, Einschüchterungen, Schlägen, willkürlichen Festnahmen und ungerechtfertigter Strafverfolgung ausgesetzt.

Seit 2025 versucht die Regierung verstärkt, Journalist*innen, die über Themen von öffentlichem Interesse berichten, darunter u.a. Zwangsräumungen, zu kontrollieren und zu zensieren. Am 16. März erließ der Informationsminister eine Richtlinie, die die Veröffentlichung von "Aussagen oder Nachrichten, die die nationale Sicherheit gefährden könnten" oder "die direkt oder indirekt Informationen missbrauchen oder fälschen" verbietet.

Diese weit verbreiteten Angriffe stellen einen klaren Verstoß gegen die Verpflichtungen Somalias im Rahmen der internationalen Menschenrechtsnormen dar, an die die Regierung gebunden ist. Die somalischen Behörden müssen unbedingt ihre nationalen und internationalen Menschenrechtsverpflichtungen und -zusagen einhalten, einschließlich der Achtung und Gewährleistung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungsfreiheit, friedliche Versammlung und Medienfreiheit.