Sudan: Hunderttausende Kinder mussten ihr Zuhause verlassen.
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123 Tage nach ihrer Verhaftung ist Sadia Moalim Ali endlich wieder in Freiheit. Am 12. August 2026 hob das Berufungsgericht ihre Verurteilung wegen „Beleidigung öffentlicher Institutionen“ auf. Nun kann Sadia endlich zu ihrer Familie zurückkehren.
Sadia Moalim Ali wurde am 12. April 2026 von Angehörigen des nationalen Geheimdienstes festgenommen. Die 28-jährige Tuktuk-Fahrerin und Aktivistin hatte auf TikTok gegen die hohen Treibstoffpreise und Korruption der Regierung in Somalia protestiert.
In ihren Beiträgen auf Facebook und TikTok spricht Sadia viele wichtige Themen an, die die Menschen in Somalia beschäftigen: Jugendarbeitslosigkeit, die Vetternwirtschaft hoher Regierungsbeamt*innen, die mutmaßliche Korruption der Regierung und die hohen Kraftstoffpreise. In einem Video betonte sie, sie habe die gleichen Rechte wie die Tochter des Präsidenten.
Seit Präsident Hassan Sheikh Mohamud Mitte 2022 sein Amt angetreten hat, wurden die Rechte auf freie Meinungsäußerung, friedliche Versammlung und Medienfreiheit in Somalia stark eingeschränkt. Journalist*innen und andere Aktivist*innen werden von Sicherheitskräften angegriffen und erleben Schikanen, willkürliche Festnahmen und ungerechtfertigte Strafverfolgung.
Während ihrer Haft besuchte Amnesty International Sadia im Gefängnis und sprach mit ihr über ihre Motivation, diese Probleme öffentlich anzusprechen: „Wie viele junge Somalis, die versuchen zu überleben, habe ich alles getan, was ich konnte, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich beschloss, Tuktuk-Fahrerin zu werden, um über die Runden zu kommen. Es war nicht die Zukunft, die ich mir während meines Studiums vorgestellt hatte, aber ich weigerte mich, aufzugeben. Meine Entscheidung, in den sozialen Medien zu sprechen, kam von dem, was ich jeden Tag um mich herum sah. Ich sah gewöhnliche Somalis, die mit Problemen zu kämpfen hatten, die selten offen diskutiert wurden. Ich sprach, weil ich glaubte, das Recht zu haben, meine Meinung friedlich auf der Straße und in den sozialen Medien zu äußern. Ich wollte, dass meine Stimme gehört wird, und ich wollte, dass andere Somalis wissen, dass ihre Anliegen auch wichtig sind.“
Wir möchten allen, die sich engagiert und Sadias Freilassung gefordert haben, von Herzen danken!