Die „Guerreras por la Amazonía", UDAPT und das Kollektiv „Eliminen los Mecheros" protestieren vor dem Verfassungsgericht für die Abschaffung von Ölfackeln im Amazonas, Quito, 13. August 2025. © Amnesty International
Die „Guerreras por la Amazonía", UDAPT und das Kollektiv „Eliminen los Mecheros" protestieren vor dem Verfassungsgericht für die Abschaffung von Ölfackeln im Amazonas, Quito, 13. August 2025. © Amnesty International
Erfolg

Ecuador: Über 490.000 Stimmen für ein Ende der Gasfackeln

Im Rahmen des Briefmarathons von Amnesty International unterstützten über 490.000 Menschen in allen Teilen der Welt die Guerreras por la Amazonía und forderten ein Ende der Gasfackeln. Am 7. Mai 2026 wurden die Unterschriften an die ecuadorianische Regierung übergeben. Vielen Dank für euren Einsatz!

Die Guerreras por la Amazonía („Kriegerinnen für den Amazonas“) setzen sich im ecuadorianischen Amazonasgebiet zusammen mit der Unión de Afectados por Texaco (UDAPT) und dem Kollektiv Eliminen los Mecheros, Enciendan la Vida gegen die verheerenden Folgen des Gas-Abfackelns der staatlichen Ölindustrie ein. 

Für ihren Einsatz werden die 10-20 Jahre alten Aktivistinnen massiv eingeschüchtert. Doch die Regierung verweigert ihnen Schutz und ignoriert ein Gerichtsurteil, das ein Ende des Gas-Abfackelns vorschreibt. Die Fackeln brennen weiterhin und produzieren giftige Gase, die die Gesundheit und die Umwelt der Menschen im Amazonasgebiet schwer beeinträchtigen.

Im Rahmen des Briefmarathon im Dezember 2025 forderten über 490.000 Menschen den ecuadorianischen Staat auf, dem Urteil des Provinzgerichts von Sucumbíos aus dem Jahr 2021 nachzukommen und die Gasfackeln zu beseitigen. Am 7. Mai 2026 übergaben zwei der Guerreras gemeinsam mit Amnesty International und Vertreter*innen von UDAPT dem Ministerium für Umwelt und Energie die gesammelten Appelle.  

Bei der Übergabe betonte Jamileth Jurado, eine der Guerreras por la Amazonía: „Die Unterschriften beweisen, dass die internationale Gemeinschaft die Rechtsverletzungen anerkennt, unter denen die Bevölkerung der Amazonasgebiete leidet, weil der Staat seit vier Jahren nicht handelt.“

Die junge Amazonas-Verteidigerin forderte außerdem einen Zeitplan für die Umsetzung des Gerichtsurteils noch in diesem Jahr. Sollte das nicht passieren, fordert Jamileth eine Verlängerung um höchstens ein Jahr. 

Es gibt keine Zeit mehr. Es ist jetzt oder nie. Denn während wir warten, sterben weiterhin Menschen im Amazonas an Krebs.

Jamileth Jurado, Guerreras por la Amazonía

Im Anschluss an die Übergabe der Unterschriften kündigte das Ministerium für Umwelt und Energie die Einrichtung interinstitutioneller technischer Arbeitsgruppen an, die als Forum für eine aktive Koordinierung zwischen den Institutionen in den Bereichen Kohlenwasserstoffe, Gesundheit und Energie sowie dem Büro des Ombudsmanns und den betroffenen Gemeinden dienen sollen.

Auch wenn dies noch nicht der vollständigen Umsetzung des Urteils und einer umfassenden Wiedergutmachung für die durch den Betrieb der Gasfackeln verursachten Schäden entspricht, ist es doch ein wichtiger erster Schritt. Amnesty International wird gemeinsam mit UDAPT und den Guerreras weiterhin Druck auf die ecuadorianische Regierung ausüben, damit sie ihre Verpflichtungen erfüllt und einen klaren Fahrplan für die Umsetzung des Urteils aufstellt.

Vielen Dank allen, die sich für die Guerreras por la Amazonía eingesetzt haben! 

Erfolge wie diese sind nur gemeinsam möglich. Unterstützen Sie unsere Arbeit für Freiheit und Gerechtigkeit weltweit.

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