Eine Demonstrantin vor einer brennenden Barrikade, Nairobi, Kenia, 25. Juni 2025. Bei Protesten ein Jahr zuvor waren mindestens 60 Menschen von den Behörden getötet worden, Aufarbeitung fehlt. © Luis Tato / AFP via Getty Images
Eine Demonstrantin vor einer brennenden Barrikade, Nairobi, Kenia, 25. Juni 2025. Bei Protesten ein Jahr zuvor waren mindestens 60 Menschen von den Behörden getötet worden, Aufarbeitung fehlt. © Luis Tato / AFP via Getty Images
jahresbericht

Amnesty International Jahresbericht 2025/26

Die Menschenrechte stehen unter Beschuss. Leisten wir Widerstand!

Das Jahr 2025 war weltweit von der Rückkehr zum „Recht des Stärkeren“ geprägt. Staats- und Regierungschefs wie Trump, Putin, Netanjahu und andere scheuten nicht vor massiver Zerstörung, Unterdrückung und Gewalt zurück, um sich wirtschaftliche und politische Vorherrschaft zu sichern. Die internationale Ordnung wurde untergraben, die Welt steht am Rande einer gefährlichen neuen Ära. Wenn die Staatengemeinschaft diese Angriffe weiter duldet, droht ein gefährliches Zeitalter, geprägt von Ungleichheit, Straflosigkeit und der systematischen Missachtung grundlegender Rechte.

Amnesty International warnt bereits seit Langem vor einer globalen Lage, die purer Grausamkeit Vorschub leisten kann. 2025 haben viele Staaten diese Lage unbesonnen befördert, indem sie sich abrupt von der internationalen Ordnung abwandten. Mächtige Staaten, Konzerne und menschenrechtsfeindliche Bewegungen griffen Multilateralismus, Völkerrecht und die universellen Menschenrechte systematisch an. Sie gefährdeten damit eine Weltordnung, die aus der Asche des Holocaust und der unsäglichen Zerstörung durch zwei Weltkriege entstanden war und die in den vergangenen 80 Jahren stetig, unter großen Mühen, aufgebaut worden war.

Das Recht des Stärkeren und seine Folgen

In zahlreichen Ländern wüteten weiterhin bewaffnete Konflikte. Was zählte war Krieg und das Recht des Stärkeren, nicht Diplomatie und Völkerrecht.

Israels Genozid an den Palästinenser*innen im Gazastreifen ging trotz des sogenannten Waffenstillstands weiter. Die seit 18 Jahren andauernde Blockade wurde verschärft, der Zugang zu humanitärer Hilfe systematisch verweigert. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besuchte 2025 die USA und Ungarn, obwohl der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte.

Russland führte den Angriffskrieg gegen die Ukraine fort und beging Verbrechen gegen die Menschlichkeit und weitere völkerrechtliche Verbrechen, u.a. wahllose Angriffe auf Zivilist*innen sowie Angriffe auf zivile Infrastruktur, unter deren Folgen die Zivilbevölkerung massiv zu leiden hatte.

Im Sudan ging der bewaffnete Konflikt unvermindert weiter und löste eine der größten humanitären Krisen unserer Zeit aus. Bei der Einnahme der Stadt El Fasher in Nord-Darfur töteten Mitglieder der RSF-Miliz massenhaft Zivilist*innen und verübten systematisch sexualisierte Gewalt.

Auch der Konflikt in Myanmar eskalierte weiter, mit der bisher höchsten Anzahl an Luftangriffen in diesem Konflikt. Bei Angriffen auf Schulen wurden Dutzende Schüler*innen getötet. Auch Krankenhäuser, religiöse Einrichtungen und andere zivile Einrichtungen wurden ins Visier genommen.

Als die bewaffnete Gruppe M23 im Jänner und Februar 2025 die Städte Goma und Bukavu in der Demokratischen Republik Kongo einnahm, töteten sie Zivilist*innen und hielten Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen fest, zu denen häufig Folter und andere Misshandlungen zählten.

Die USA verübten in Venezuela und Iran extraterritoriale außergerichtliche Tötungen und rechtswidrige Angriffe und drohten damit, Grönland einzunehmen.

 

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2025

Es droht eine rassistische, patriarchale, ungleiche und rechtsfeindliche Weltordnung

Millionen Menschen, die aufgrund von Konflikten und klimabedingten Naturkatastrophen geflohen waren, konnten weiterhin nicht in ihre Heimat zurückkehren. Im Sudan war die Zahl der Binnenvertriebenen so hoch wie sonst nirgends.

Gesellschaftliche Normen sowie Bewegungen, die Frauen und Mädchen ihre Rechte absprechen wollten, sorgten weiterhin für Diskriminierung und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen. In Afghanistan verboten die Taliban Frauen den Zugang zu Bildung und Beschäftigung, schränkten ihre Bewegungsfreiheit ein und förderten geschlechtsspezifische Gewalt und Kinderheirat.

Das von der Afrikanischen Union 2014 gesetzte Ziel zur „Beseitigung von Hunger und Ernährungsunsicherheit bis 2025“ wurde nicht erreicht. Brüchige Gesundheitssysteme standen durch die Kürzungen US-amerikanischer Hilfsgelder unter zusätzlichem Druck, sodass in vielen Ländern zentrale Gesundheitsdienste reduziert, ausgesetzt oder vollständig eingestellt werden mussten.

Lesbische, schwule, bisexuelle, trans, queere, intergeschlechtliche und agendered Menschen (LGBTQIA+) waren nach wie vor Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt, ohne von den Regierungen geschützt zu werden. Besonders gefährdet waren trans Menschen; mehrere Länder verabschiedeten Gesetze und Maßnahmen, die ihre Rechte untergruben und ihre Leben gefährdeten.

Auch im Kampf gegen die Klimakrise versagten die Regierungen. Bei der 30. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (COP30) in Brasilien bekannten sich die Staaten weder neu zum Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen noch ergriffen sie ausreichenden Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise, während die Vereinten Nationen warnten, dass die Welt auf eine Erwärmung von 3 °C bis 2100 zusteuert.

Die Versammlungsfreiheit und die Vereinigungsfreiheit wurden weiter angegriffen. In zahlreichen Staaten wurden Proteste unzulässig eingeschränkt, teilweise gewaltsam aufgelöst und daraufhin strafrechtlich verfolgt. Die großflächigen Proteste gegen den Völkermord Israels im besetzten Gazastreifen wurden auch 2025 in vielen Staaten unterdrückt. In Ungarn verabschiedete das Parlament im März 2025 ein Gesetz, das die rechtliche Grundlage für ein Verbot von Versammlungen mit LGBTQIA+ Bezug schaffte – ein de-facto Verbot der Pride.

  • Icon Keine Bildung

    78%

    In Afghanistan schlossen Verbote der Taliban 78 Prozent der Mädchen und Frauen von Schulbesuch und Beschäftigung aus. Das Recht auf Bildung wurde dadurch ausgehöhlt.

  • Keine Investitionen 2

    16,9%

    Den aktuellsten offiziellen Daten zufolge waren 16,9 Prozent der österreichischen Bevölkerung im Jahr 2024 von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Am stärksten gefährdet waren Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen, Geflüchtete und Migrant*innen.

  • Amnesty Icons 198

    1.143

    Im Jahr 2025 wurden in den USA 1.143 Menschen von der Polizei erschossen. Unverhältnismäßig häufig handelte es sich dabei um Schwarze Menschen.

Stille Erosion der Menschenrechte in Österreich

Auch in Österreich kam es zu einer stillen Erosion von Menschenrechten. Der Jahresbericht dokumentiert, wie die Bundesregierung im vergangenen Jahr Menschenrechte ausgehöhlt hat: Geflüchtete wurden in Länder abgeschoben, in denen ihnen Folter und Verschwindenlassen drohten, Frauenrechte blieben unzureichend geschützt, der Staat rüstet bei Überwachung auf, rund jede fünfte Person war von Armut bedroht.

Konflikte, Hass, Gewalt und Spaltung nehmen weltweit zu. Wer darauf aufmerksam macht, wie Amnesty International, wird selbst zur Zielscheibe. Österreich mischt hier aktiv mit und greift zunehmend Menschenrechte an. Das trifft vor allem Menschen, die am meisten Schutz brauchen. Statt autoritären Strömungen nachzutrotten, müssen Österreichs Politiker*innen die Menschenrechte verteidigen.

Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich

Besonders gravierend sind die Entwicklungen in der österreichischen Asylpolitik. Im Juli 2025 entzog Österreich einem Mann den Schutz und schob erstmals nach Syrien ab, im Oktober erfolgte dann eine erste Abschiebung nach Afghanistan. Bei der Familienzusammenführung plant die Regierung ein EU-rechtswidriges Quotensystem.

Gleichzeitig war ein spürbarer „Chilling Effekt“ auf die Meinungsäußerungs- und Versammlungsfreiheit sowie auf zivilgesellschaftliches Engagement zu beobachten. Pläne für großflächige Überwachung wurden vorgestellt. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Einzelpersonen, die Solidarität mit Palästinenser*innen äußerten und Israels Verstöße gegen das Völkerrecht kritisierten, liefen Gefahr, als antisemitisch gebrandmarkt zu werden.

All das passierte, während die Armut im Land sich hartnäckig hielt und das soziale Netz geschwächt statt gestärkt wurde. Statt strukturelle Maßnahmen zur Armutsbekämpfung plante die Regierung Reformen der Sozialhilfe, die die Situation für armutsbetroffene Menschen weiter verschlechtern würden.

Auch der Schutz von Frauen und Mädchen in Österreich hat große Defizite. 2025 gab es 15 dokumentierte Femizide in Österreich, 2026 bereits fünf weitere. Schwangerschaftsabbrüche waren je nach Bundesland fast nicht zugänglich. Stattdessen verabschiedete der Nationalrat ein Gesetz, das Mädchen unter 14 das Kopftuch an Schulen verbietet. Ein diskriminierendes Gesetz, gezielt gegen junge muslimische Mädchen.

Eine Welt ohne moralischen Kompass?

Autoritäre Regierungen und andere Rechtsbrecher greifen immer selbstbewusster Geschlechtergerechtigkeit und die Beseitigung rassistischer Diskriminierung an. Sie erklären die Zivilgesellschaft zum Feind und lehnen internationale Solidarität ab. Ihre neue Ordnung steht für Aufrüstung, rechtswidrige Waffenlieferungen und drastische Kürzungen von Hilfsgeldern auf Kosten von Millionen vermeidbaren Todesfällen und Tausenden bedrohter Organisationen, die für Menschenrechte und Pressefreiheit eintreten.

Die Rechtsbrecher sorgen für die Unterdrückung von Andersdenkenden und Protesten, verbreiten entmenschlichende Rhetorik und leisten Hassverbrechen Vorschub. Ihre Politik beruht nicht auf der Achtung unserer gemeinsamen Menschlichkeit, sondern auf dem Recht des Stärkeren und Vormacht in Handel und Technologie.

Dies ist die Vision einer Welt ohne moralischen Kompass. Doch diese Ordnung ist nicht unausweichlich.

Das Jahr in Bildern

  • Afghanische Mädchen besuchen den Unterricht in einer Grundschule in Kandahar, 7. September 2025. © SANAULLAH SEIAM/AFP via Getty Images

    Afghanische Mädchen besuchen den Unterricht in einer Grundschule in Kandahar, 7. September 2025. (Sanaullah Seiam / AFP via Getty Images)

    Afghanistan (1/26)
  • Eine Rentnerin versucht einen Polizisten zu umarmen, während Pensionist*innen vor dem Nationalkongress in Buenos Aires gegen Präsiden Mileis sozialen Kürzungen protestieren, 30. Juli 2025. © TOMAS CUESTA/AFP via Getty Images

    Eine Rentnerin versucht einen Polizisten zu umarmen, während Pensionist*innen vor dem Nationalkongress in Buenos Aires gegen Präsident Mileis sozialen Kürzungen protestieren, 30. Juli 2025. (Tomas Cuesta / AFP via Getty Images)

    Argentinien (2/26)
  • Ein palästinensisches Mädchen steht nach einem nächtlichen Angriff vor dem zerstörten Sheikh-Radwan-Gesundheitszentrum im Norden von Gaza-Stadt, 6. August 2025. © OMAR AL-QATTAA/AFP via Getty Images

    Ein palästinensisches Mädchen steht nach einem nächtlichen Angriff vor dem zerstörten Sheikh-Radwan-Gesundheitszentrum im Norden von Gaza-Stadt, 6. August 2025. (Omar Al-Qattaa / AFP via Getty Images)

    Besetztes Palästinensisches Gebiet (3/26)
  • Indigene Munduruku-Aktivist*innen des Ipereg-Ayu-Bewegung protestieren vor dem COP30-Veranstaltungsort in Belém, Brasilien, 14. November 2025. © PABLO PORCIUNCULA/AFP via Getty Images

    Indigene Munduruku-Aktivist*innen der Ipereg-Ayu-Bewegung protestieren vor COP30 in Belém gegen Bedrohungen ihrer Landrechte und den Ausbau von Projekten im Amazonasgebiet, 14. November 2025. (Pablo Porciuncula / AFP via Getty Images)

    Brasilien (4/26)
  • Mitglieder des Konglesischen Roten Kreuzes bei einer Massenbestattung für Opfer der Kämpfe im Osten der DR Kongo in Bukavu, 20. Februar 2025. © LUIS TATO/AFP via Getty Images

    Mitglieder des Konglesischen Roten Kreuzes bei einer Massenbestattung für Opfer der Kämpfe im Osten der DR Kongo in Bukavu, 20. Februar 2025. (Luis Tato / AFP via Getty Images)

    Demokratische Republik Kongo (5/26)
  • Soldaten nehmen einen Mann bei einer Operation in Guayaquil fest, 7. März 2025 – einen Tag nach Zusammenstößen rivalisierender Banden mit mindestens 22 Todesopfern. © MARCOS PIN/AFP via Getty Images

    Soldaten nehmen einen Mann bei einer "Anti-Gang-Operation" in Guayaquil fest, 7. März 2025. Übermäßige staatliche Gewalt und willkürliche Festnahmen haben im Zuge der militarisierten Sicherheitspolitik zugenommen. (Marcos Pin / AFP via Getty Images)

    Ecuador (6/26)
  • Demonstrant*innen aus der haitianischen Community fordern in Paris Reparationen von Frankreich und Frieden in Haiti, 3. Mai 2025. © Daniel Perron/Hans Lucas/AFP via Getty Images

    Demonstrant*innen aus der haitianischen Community fordern in Paris von Frankreich Reparationen für Kolonialismus und Sklavenhandel, deren Folgen bis heute nachwirken, 3. Mai 2025. (Daniel Perron / Hans Lucas / AFP via Getty Images)

    Frankreich (7/26)
  • Vermummte Polizist*innen drängen Demonstrant*innen bei den anhaltenden Protesten gegen den Aufschub der EU-Beitrittsgespräche in Tbilisi zurück, 2. Februar 2025. © Jerome Gilles/NurPhoto via Getty Images

    Vermummte Polizist*innen drängen Demonstrant*innen bei den anhaltenden Protesten gegen den Aufschub der EU-Beitrittsgespräche in Tbilisi zurück, 2. Februar 2025. (Jerome Gilles / NurPhoto via Getty Images)

    Georgien (8/26)
  • Protestierende blockieren eine Straße in Teheran, 8. Jänner 2026. Die iranischen Behörden verhafteten als Reaktion auf die landesweiten Proteste Zehntausende und töteten Tausende. © Getty Images

    Protestierende blockieren eine Straße in Teheran, 8. Jänner 2026. Die iranischen Behörden verhafteten als Reaktion auf die landesweiten Proteste Zehntausende und töteten Tausende. (Getty Images)

    Iran (9/26)
  • Demonstrant*in mit Protestschild bei einer Kundgebung gegen Wasser- und Stromausfälle in Antananarivo, Madagaskar, 27. September 2025. © RIJA SOLO/AFP via Getty Images

    Demonstrant*in mit Protestschild bei einer Kundgebung gegen Wasser- und Stromausfälle in Antananarivo, Madagaskar, 27. September 2025. (Rija Solo / AFP via Getty Images)

    Madagaskar (10/26)
  • Menschen löschen einen Brand in einem zerstörten Gebäude in Thabeikkyin, Region Mandalay, 19. April 2025 – Myanmars Militär hat seit dem Putsch 2021 wiederholt zivile Infrastruktur angegriffen. © AFP via Getty Images

    Menschen löschen einen Brand in einem zerstörten Gebäude in Thabeikkyin, Region Mandalay, 19. April 2025 – Myanmars Militär hat seit dem Putsch 2021 wiederholt zivile Infrastruktur angegriffen. (AFP via Getty Images)

    Myanmar (11/26)
  • Menschen sitzen während einer Razzia im berüchtigten KK-Park-Komplex in Myawaddy, Myanmar, am Boden – viele von ihnen Betroffene von Menschenhandel und Zwangsarbeit in Betrugszentren, 26. Februar 2025. © STR/AFP via Getty Images

    Menschen sitzen während einer Razzia im berüchtigten KK-Park-Komplex in Myawaddy, Myanmar – viele von ihnen sind Betroffene von Menschenhandel und Zwangsarbeit in Betrugszentren, 26. Februar 2025. (STR / AFP via Getty Images)

    Myanmar (12/26)
  • Tausende Demonstrant*innen vor dem Parlament in Kathmandu, Nepal, 8. September 2025 – bei Protesten gegen Social-Media-Sperren und Korruption eröffnete die Polizei das Feuer und tötete mindestens 17 Menschen. © PRABIN RANABHAT/AFP via Getty Images

    Tausende Demonstrant*innen vor dem Parlament in Kathmandu, Nepal, 8. September 2025 – bei Protesten gegen Social-Media-Sperren und Korruption eröffnete die Polizei das Feuer und tötete mindestens 17 Menschen. (Prabin Ranabhat / AFP via Getty Images)

    Nepal (13/26)
  • 250.000 Protestierende setzten sich am 5. Oktober 2025 für ein Ende des Genozids in Gaza ein. Amsterdam, Niederlande. © Joris van Gennip

    250.000 Protestierende setzen sich am 5. Oktober 2025 für ein Ende des Genozids in Gaza ein. Amsterdam, Niederlande. (Joris van Gennip)

    Niederlande (14/26)
  • Anwohner*innen waten durch überflutete Straßen in Kartarpur, Pakistan, 28. August 2025. Extreme Monsunfluten zwangen die Behörden zur kontrollierten Sprengung eines Dammdeiches, um die Struktur zu retten. © ARIF ALI/AFP via Getty Images

    Anwohner*innen waten durch überflutete Straßen in Kartarpur, Pakistan, 28. August 2025. Extreme Monsunfluten zwangen die Behörden zur kontrollierten Sprengung eines Dammdeiches, um die Struktur zu retten. (Arif Ali / AFP via Getty Images)

    Pakistan (15/26)
  • Ein Demonstrant versucht, Polizist*innen bei Protesten gegen Interimspräsident José Jeri aufzuhalten. Lima, Peru, 15. Oktober 2025. © CONNIE FRANCE/AFP via Getty Images

    Ein Demonstrant versucht, Polizist*innen bei Protesten gegen Interimspräsident José Jeri aufzuhalten. Lima, Peru, 15. Oktober 2025. (Connie France / AFP via Getty Images)

    Peru (16/26)
  • Eine Demonstrantin fordert Verantwortung für staatliches Versagen nach dem Dacheinsturz am Bahnhof Novi Sad mit 16 Todesopfern, Belgrad, 3. November 2024. Die Proteste gegen Regierungsversagen dauern seitdem an.. © ANDREJ ISAKOVIC/AFP via Getty Images

    Eine Demonstrantin fordert Verantwortung für staatliches Versagen nach dem Dacheinsturz am Bahnhof Novi Sad mit 16 Todesopfern, Belgrad, 3. November 2024. Die Proteste gegen Regierungsversagen dauern seitdem an. (Andrej Isakovic / AFP via Getty Images)

    Serbien (17/26)
  • Ein Kämpfer auf Seiten der sudanesischen Armee patrouilliert in einem Marktbereich in Khartum, 24. März 2025. © AFP via Getty Images

    Ein Kämpfer auf Seiten der sudanesischen Armee patrouilliert in einem Marktbereich in Khartum, 24. März 2025. Der bewaffnete Konflikt im Sudan hat eine der größten humanitären Krisen unserer Zeit ausgelöst. (AFP via Getty Images)

    Sudan (18/26)
  • Angehörige von Verschwundenen demonstrieren am 25.05.2025 in Syrien für die Aufklärung des Schicksals ihrer Familienmitglieder. Sie fordern Wahrheit und Rechenschaft für zehntausende ungeklärte Fälle von Verschwindenlassen. © Ali Haj Suleiman

    Angehörige von Verschwundenen demonstrieren am 25. Mai 2025 in Syrien für die Aufklärung des Schicksals ihrer Familienmitglieder. Sie fordern Wahrheit und Rechenschaft für zehntausende ungeklärte Fälle von Verschwindenlassen. (Ali Haj Suleiman)

    Syrien (19/26)
  • Syrische Sicherheitskräfte begleiten nach den Kämpfen und Berichten über schwere Menschenrechtsverstöße gegen Drus*innen einen UN-Konvoi, der Familien aus Suweida evakuiert. Daraa, Syrien, 22. Juli 2025. © BAKR ALKASEM/AFP via Getty Images

    Syrische Sicherheitskräfte beobachten nach den Kämpfen und Berichten über schwere Menschenrechtsverstöße gegen Drus*innen einen UN-Konvoi, der Familien aus Suweida evakuiert, 22. Juli 2025. (Bakr Alkasem / AFP via Getty Images)

    Syrien (20/26)
  • Geflüchtete aus dem Sudan füllen Wasserkanister im Flüchtlingslager Touloum im Tschad – inmitten einer Vertreibungskrise, die bislang 13 Millionen Menschen betrifft. © Joris Bolomey / AFP via Getty Images

    Geflüchtete aus dem Sudan füllen Wasserkanister im Flüchtlingslager Touloum im Tschad – inmitten einer Vertreibungskrise, die bislang 13 Millionen Menschen betrifft. (Joris Bolomey / AFP via Getty Images)

    Tschad (21/26)
  • Tunesische Protestierende demonstrieren in Tunis gegen die Festnahme und den Scheinprozess des Anwalts Ahmed Souab. Tunis, 1. Mai 2025. © Hasan Mrad/UCG/Universal Images Group via Getty Images

    Tunesische Protestierende demonstrieren in Tunis gegen die Festnahme und den Scheinprozess des Anwalts Ahmed Souab. Tunis, 1. Mai 2025. (Hasan Mrad / UCG / Universal Images Group via Getty Images)

    Tunesien (22/26)
  • Kinder spielen auf Sandsäcken zur Landgewinnung in Funafuti, Tuvalu, 2. April 2025 – der Inselstaat im Südpazifik kämpft gegen steigende Meeresspiegel und die wirtschaftlichen Folgen der Klimakrise. © Carolyn Van Houten/The Washington Post via Getty Images

    Kinder spielen auf Sandsäcken zur Landgewinnung in Funafuti, Tuvalu, 2. April 2025 – der Inselstaat im Südpazifik kämpft gegen steigende Meeresspiegel und die wirtschaftlichen Folgen der Klimakrise. (Carolyn Van Houten / The Washington Post via Getty Images)

    Tuvalu (23/26)
  • Ukrainische Feuerwehrleute retten Bewohner*innen in einem von russischem Beschuss getroffenen Wohngebäude in Kostiantynivka, 22. August 2025. © Diego Herrera Carcedo/Anadolu via Getty Images

    Ukrainische Feuerwehrleute retten Bewohner*innen in einem von russischem Beschuss getroffenen Wohngebäude in Kostiantynivka, 22. August 2025. (Luis Tato / AFP via Getty Images)

    Ukraine (24/26)
  • Teilnehmende tragen eine Regenbogenflagge bei der von der Orban-Regierung verbotenen Budapester Pride,  28. Juni 2025. Über 300.000 Menschen widersetzten sich dem Verbot. © ATTILA KISBENEDEK/AFP via Getty Images

    Teilnehmende tragen eine Regenbogenflagge bei der von der Orban-Regierung verbotenen Budapester Pride, 28. Juni 2025. Über 300.000 Menschen widersetzten sich dem Verbot. (Attila Kisbenedek / AFP via Getty Images)

    Ungarn (25/26)
  • US-Beamt*innen nehmen einen Demonstranten bei Protesten gegen Einwanderungsrazzien der Einwanderungsbehörden fest, Los Angeles, 10. Juni 2025. © APU GOMES/AFP via Getty Images

    US-Beamt*innen nehmen einen Demonstranten bei Protesten gegen Einwanderungsrazzien der Behörden fest, Los Angeles, 10. Juni 2025. (Apu Gomes / AFP via Getty Images)

    USA (26/26)

Macht ist endlich. Wandel nicht.

Wir stehen vor der entscheidenden Herausforderung unserer Zeit: zu verhindern, dass zerstört wird, was in den vergangenen 80 Jahren aufgebaut wurde. 2025 ist unser Auftrag, genau das zu tun. Denn Macht ist endlich, Wandel nicht.

Dass das möglich ist, hat das vergangene Jahr bewiesen, in dem Menschen auf der ganzen Welt gegen die Erosion ihrer Werte und Rechte aufgestanden sind.

Trotz der Verbote fanden die Pride-Veranstaltungen in Budapest und in Pécs im Juni bzw. Oktober 2025 mit einer Rekordzahl von Teilnehmenden und ohne Eingreifen der Polizei statt. Proteste der Generation Z erfassten 2025 mehr als ein Dutzend Länder, darunter Indonesien, Kenia, Madagaskar, Marokko, Nepal und Peru. Anfang 2026 organisierten sich Demonstrierende von Los Angeles bis Minneapolis gegen gewalttätige Razzien der US-Einwanderungsbehörden.

2025 gab es außerdem einige Erfolge bei der Durchsetzung der Rechenschaftspflicht. Dazu gehörten die Festnahme und Überstellung des ehemaligen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) sowie Haftbefehle des IStGH gegen zwei führende Mitglieder der Taliban wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Form von geschlechtsspezifischer Verfolgung.

Der Internationale Gerichtshof und der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte bekräftigten in Gutachten die menschenrechtlichen Verpflichtungen von Staaten bei der Bewältigung von Klimafolgen. Die Regierungen von Kolumbien und den Niederlanden einigten sich darauf, im April 2026 gemeinsam die erste internationale Konferenz für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen auszurichten.

Massendemonstrationen gegen Israels Völkermord breiteten sich weltweit aus. Aktivismus und rechtlicher Druck führten dazu, dass mehrere Staaten Waffenexporte nach Israel einschränkten. Eine wachsende Zahl an Staaten erkannte an, dass Israel Völkermord begeht, und schloss sich der Haager Gruppe an, die sich für internationale Rechenschaftspflicht einsetzt.

Von den Straßen der Städte bis hin zu multilateralen Foren bot das Jahr 2025 eindrucksvolle Beispiele für Widerstand und Solidarität seitens Demonstrant*innen, Diplomat*innen und politischen Führungen. Wir müssen mutige Bündnisse schmieden, um die Weltordnung neu auf Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und universelle Werte auszurichten. Möge 2026 das Jahr sein, in dem wir zeigen, dass Geschichte nicht nur etwas ist, das uns aufgezwungen wird, sondern dass es an uns liegt, sie zu gestalten.

Agnès Callamard, internationale Generalsekretärin von Amnesty International

Unsere Presseaussendungen zum Jahresbericht 2025-26

Genozid in Gaza: Gegen das Schweigen und für die Opfer

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