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Urgent Action

Für TikToks verhaftet: Sadia ist mutig – die Regierung nicht

Sadia Moalim Ali hat auf TikTok gegen die hohen Treibstoffpreise und Korruption der Regierung in Somalia protestiert. Am 12. April 2026 wurde sie deshalb verhaftet. Die 28-jährige Tuktuk-Fahrerin und Aktivistin spricht immer wieder mutig Probleme an – und die somalischen Behörden haben anscheinend Angst vor ihr. Aber TikTok-Videos posten ist kein Verbrechen. Sadia muss sofort freigelassen werden!

Sadia lebt in Mogadischu. Als sie 17 war, starb ihr Vater. Sie begann, als Tuktuk-Fahrerin zu arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Seither sind sie und ihr Zwillingsbruder die Hauptversorger*innen der Familie. 
In ihren Beiträgen auf Facebook und TikTok spricht Sadia viele wichtige Themen an, die die Menschen in Somalia beschäftigen: Jugendarbeitslosigkeit, die Vetternwirtschaft hoher Regierungsbeamt*innen, die mutmaßliche Korruption der Regierung und die hohen Kraftstoffpreise. In einem Video betonte sie, sie habe die gleichen Rechte wie die Tochter des Präsidenten.

Seit Präsident Hassan Sheikh Mohamud Mitte 2022 sein Amt angetreten hat, wurden die Rechte auf freie Meinungsäußerung, friedliche Versammlung und Medienfreiheit in Somalia stark eingeschränkt. Journalist*innen und andere Aktivist*innen werden von Sicherheitskräften angegriffen und erleben Schikanen, willkürliche Festnahmen und ungerechtfertigte Strafverfolgung.

Die somalischen Behörden haben Angst vor einer mutigen Aktivistin, weil sie unbequeme Wahrheiten ausspricht. Also wurde Sadia einfach verhaftet. Meinungsäußerungsfreiheit heißt, dass Behörden Kritik aushalten müssen. Auch laute, unbequeme Kritik! Setz dich mit uns für dieses Recht und für Sadia ein!

Sadia Moalim Ali ist eine Tuktuk-Fahrerin und engagiert sich zu gesellschaftlichen Themen. Am 12. April nahmen Angehörige des somalischen Geheimdienstes (National Intelligence and Security Agency – NISA) die 27-Jährige im Bezirk Hodan in der Hauptstadt Mogadischu fest. Sadia Moalim Ali wurde zunächst auf dem Polizeirevier Hamar Jajab inhaftiert, bevor sie am 14. April in das Zentralgefängnis von Mogadischu verlegt wurde. Sie hat keinen Zugang zu einem Anwalt.

Der Generalstaatsanwalt von Somalia veröffentlichte eine Pressemitteilung, in der er erklärte, dass gegen Sadia ein Strafverfahren wegen des Vorwurfs der „Verleumdung und Aufwiegelung der Öffentlichkeit“ läuft. Der Fall wurde von den Ermittlungsbehörden vorgelegt, von der Generalstaatsanwaltschaft untersucht und nun an das zuständige Gericht weitergeleitet.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Sadia Moalim Ali wegen ihres Engagements festgenommen wurde. Bereits am 12. März wurde sie wegen ihres Protests gegen die gestiegenen Kraftstoffpreise verhaftet, vor Gericht gestellt und erst nach vier Tagen wieder freigelassen.

Sadia Moalim Ali wird von den Behörden ausschließlich im Zusammenhang mit der friedlichen Äußerung ihrer Ansichten im Internet ins Visier genommen. Sie nutzt Social-Media-Plattformen, darunter Facebook und TikToK, um die somalische Regierung zu kritisieren und sich vor allem gegen die mutmaßliche Korruption in der Regierung, die Jugendarbeitslosigkeit, die Vetternwirtschaft hoher Regierungsbeamter, die hohe Besteuerung und die hohen Kraftstoffpreise auszusprechen. In einem Video sagte sie, wenn ihr etwas zustoßen sollte, läge die Verantwortung beim Präsidenten.

Menschenrechtliche Lage in Somalia

Seit Präsident Hassan Sheikh Mohamud Mitte 2022 sein Amt antrat, sind die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungsfreiheit, friedliche Versammlung und Medienfreiheit in Somalia stark eingeschränkt worden. Journalist*innen und andere Aktivist*innen werden von Sicherheitskräften angegriffen und sind Drohungen, Schikanen, Einschüchterungen, Schlägen, willkürlichen Festnahmen und ungerechtfertigter Strafverfolgung ausgesetzt.

Seit 2025 versucht die Regierung verstärkt, Journalist*innen, die über Themen von öffentlichem Interesse berichten, darunter u.a. Zwangsräumungen, zu kontrollieren und zu zensieren. Am 16. März erließ der Informationsminister eine Richtlinie, die die Veröffentlichung von "Aussagen oder Nachrichten, die die nationale Sicherheit gefährden könnten" oder "die direkt oder indirekt Informationen missbrauchen oder fälschen" verbietet.

Diese weit verbreiteten Angriffe stellen einen klaren Verstoß gegen die Verpflichtungen Somalias im Rahmen der internationalen Menschenrechtsnormen dar, an die die Regierung gebunden ist. Die somalischen Behörden müssen unbedingt ihre nationalen und internationalen Menschenrechtsverpflichtungen und -zusagen einhalten, einschließlich der Achtung und Gewährleistung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungsfreiheit, friedliche Versammlung und Medienfreiheit.

MUSTERBRIEF

APPELLE AN

Präsident
HE Hassan Sheikh Mohamud
President of the Federal Republic of Somalia
Office of the President
Villa Somalia, Mogadishu
SOMALIA
Email: info@presidency.gov.so
X: @HassanSMohamud

KOPIEN AN

Botschaft der Bundesrepublik Somalia
Rue de Monthoux 64
1201 Genf
SCHWEIZ
Fax: +41 22 731 84 12
E-Mail: Genevamission@mfa.gov.so / genevasomalia@gmail.com

ANMERKUNGEN

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie und Ihre Regierung auf, Sadia Moalim Ali unverzüglich und bedingungslos freizulassen, da sie nur wegen der friedlichen Ausübung ihrer Menschenrechte inhaftiert ist.
  • Bis zu ihrer Freilassung fordere ich Sie und Ihre Regierung auf, dafür zu sorgen, dass sie unter Bedingungen festgehalten wird, die den internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen, dass sie vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt wird und dass sie unverzüglich und regelmäßig Zugang zu ihrer Familie, ihren Anwält*innen und einer angemessenen medizinischen Versorgung erhält.

INHALT

Dear President Hassan Sheikh Mohamud,

I am concerned about the arbitrary detention of Sadia Moalim Ali (also known as “Sadia Bajaj”) who is being targeted by the Somali authorities for her activism – both on social media and in peaceful protests. 

Sadia Moalim Ali is a young tuk-tuk (rickshaw) driver and social activist who was arrested on 12 April in Hodan District, Mogadishu, the capital, by officers from the National Intelligence and Security Agency (NISA). She was initially detained at Hamar Jajab Police Station before being transferred to the Mogadishu Central Prison on 14 April, where she remains held. She had no access to a lawyer. Credible sources told Amnesty International that the police secured orders from the Banadir Regional Court allowing them to hold her for 90 days pending further investigations. According to a press release on Sadia’s case published by the Attorney General of Somalia, she is subject to a criminal case based on allegations of “defamation and incitement of the public”. The case was submitted by investigative authorities, has been jointly investigated by the AG’s Office, and has now been referred to the competent court. 

Sadia Moalim Ali is being targeted by the authorities solely in connection to the peaceful expression of her views online as she has used her social media platforms, including Facebook and TikToK, to publicly criticize the federal government, speaking out mostly against the alleged corruption in government, youth unemployment, nepotism by senior government officials, high taxation and high fuel prices. In one video she said that if any harm were to come to her, responsibility would lie with the President.

Since mid-to-late 2022, Somali authorities have engaged in a systematic and escalating crackdown on human rights including the rights to freedom of expression, association and peaceful assembly, using arbitrary arrests, detention, harassment, threats, and intimidation to silence journalists, media houses, activists, and other people who peacefully express dissenting views. This widespread targeting constitutes a clear violation of Somalia’s obligations under international human rights law, to which the government is bound. It is imperative that Somali authorities uphold their national and international human rights obligations and commitments, including to respect and ensure the rights to freedom of expression, association, and peaceful assembly and media freedom.

I urge you and your government to immediately and unconditionally release Sadia Moalim Ali, as she is detained solely for the peaceful exercise of her human rights. Pending her release, I urge you and your government to ensure she is held in conditions that adhere to international human rights standards, protected from torture and other ill-treatment, and has immediate and regular access to her family, lawyers, and adequate health care.

Yours sincerely,

MUSTERBRIEF

APPELLE AN

Präsident
HE Hassan Sheikh Mohamud
President of the Federal Republic of Somalia
Office of the President
Villa Somalia, Mogadishu
SOMALIA
Email: info@presidency.gov.so
X: @HassanSMohamud

KOPIEN AN

Botschaft der Bundesrepublik Somalia
Rue de Monthoux 64
1201 Genf
SCHWEIZ
Fax: +41 22 731 84 12
E-Mail: Genevamission@mfa.gov.so / genevasomalia@gmail.com

ANMERKUNGEN

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie und Ihre Regierung auf, Sadia Moalim Ali unverzüglich und bedingungslos freizulassen, da sie nur wegen der friedlichen Ausübung ihrer Menschenrechte inhaftiert ist.
  • Bis zu ihrer Freilassung fordere ich Sie und Ihre Regierung auf, dafür zu sorgen, dass sie unter Bedingungen festgehalten wird, die den internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen, dass sie vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt wird und dass sie unverzüglich und regelmäßig Zugang zu ihrer Familie, ihren Anwält*innen und einer angemessenen medizinischen Versorgung erhält.

INHALT

Dear President Hassan Sheikh Mohamud,

I am concerned about the arbitrary detention of Sadia Moalim Ali (also known as “Sadia Bajaj”) who is being targeted by the Somali authorities for her activism – both on social media and in peaceful protests. 

Sadia Moalim Ali is a young tuk-tuk (rickshaw) driver and social activist who was arrested on 12 April in Hodan District, Mogadishu, the capital, by officers from the National Intelligence and Security Agency (NISA). She was initially detained at Hamar Jajab Police Station before being transferred to the Mogadishu Central Prison on 14 April, where she remains held. She had no access to a lawyer. Credible sources told Amnesty International that the police secured orders from the Banadir Regional Court allowing them to hold her for 90 days pending further investigations. According to a press release on Sadia’s case published by the Attorney General of Somalia, she is subject to a criminal case based on allegations of “defamation and incitement of the public”. The case was submitted by investigative authorities, has been jointly investigated by the AG’s Office, and has now been referred to the competent court. 

Sadia Moalim Ali is being targeted by the authorities solely in connection to the peaceful expression of her views online as she has used her social media platforms, including Facebook and TikToK, to publicly criticize the federal government, speaking out mostly against the alleged corruption in government, youth unemployment, nepotism by senior government officials, high taxation and high fuel prices. In one video she said that if any harm were to come to her, responsibility would lie with the President.

Since mid-to-late 2022, Somali authorities have engaged in a systematic and escalating crackdown on human rights including the rights to freedom of expression, association and peaceful assembly, using arbitrary arrests, detention, harassment, threats, and intimidation to silence journalists, media houses, activists, and other people who peacefully express dissenting views. This widespread targeting constitutes a clear violation of Somalia’s obligations under international human rights law, to which the government is bound. It is imperative that Somali authorities uphold their national and international human rights obligations and commitments, including to respect and ensure the rights to freedom of expression, association, and peaceful assembly and media freedom.

I urge you and your government to immediately and unconditionally release Sadia Moalim Ali, as she is detained solely for the peaceful exercise of her human rights. Pending her release, I urge you and your government to ensure she is held in conditions that adhere to international human rights standards, protected from torture and other ill-treatment, and has immediate and regular access to her family, lawyers, and adequate health care.

Yours sincerely,

Fordere Sadias Freilassung

Anrede