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Urgent Action

Afghanistan: Journalist für Berichte verurteilt

Update: Gute Nachrichten!

Hamid Farhadi ist frei! Er wurde im August 2026 kurz vor dem Ende seiner Haftzeit aus dem Gefängnis entlassen.

Vielen Dank für euren Einsatz für Hamids Freiheit!

Der afghanische Journalist Hamid Farhadi berichtete über die schreckliche Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan. Dafür wurde er von den Taliban verhaftet und wegen „Propaganda“ zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Journalismus ist kein Verbrechen. Hamid Farhadi muss sofort bedingungslos freigelassen werden!

Hamid Farhadi arbeitet als Journalist für die im Ausland ansässige unabhängige Zeitung Etilaatroz. Seit dem 15. August 2021 berichtete er über aktuelle Entwicklungen und die von den De-facto-Behörden der Taliban verhängten Einschränkungen gegen Frauen und Mädchen.

Am 3. September 2024 wurde Hamid Farhadi ohne Erklärung und ohne offiziellen Haftbefehl festgenommen und zum Innenministerium der Taliban gebracht. Im Gefängnis wurde der Journalist misshandelt und in Einzelhaft gehalten und hatte keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand.

Ein Taliban-Gericht in Kabul verurteilte Hamid Farhadi am 19. September 2024 wegen „Propaganda“ gegen die Behörden zu zwei Jahren Gefängnis. Offenbar waren seine jüngsten Etilaatroz-Artikel über das Bildungsverbot für Mädchen der Grund für seine willkürliche Festnahme und Inhaftierung.

Hamid Farhadi wurde zunächst in das Gefängnis Pul-e Charkhi gebracht. Am 28. März 2025 verlegten ihn die Behörden jedoch ohne Erklärung oder Vorankündigung in das Bagram-Gefängnis. Seine Familie darf ihn nur einmal im Monat für 30 Minuten in Anwesenheit eines Taliban-Soldaten besuchen. Es gibt daher Grund zur Sorge, dass er misshandelt und nicht angemessen medizinisch versorgt wird.

Hamid Farhadi arbeitet als Journalist für die im Ausland ansässige unabhängige Zeitung Etilaatroz. In der Vergangenheit arbeitete er mit verschiedenen Organisationen und Medienkanälen zusammen, darunter Qara Consultancy, dem Fernseh- und Nachrichtensender Tolo und dem ehemaligen Versöhnungsrat (High Council for National Reconciliation). In den vergangenen drei Jahren berichtete er unter anderem über aktuelle Entwicklungen und die von den De-facto-Behörden der Taliban verhängten Einschränkungen gegen Frauen und Mädchen. Offenbar waren seine jüngsten Etilaatroz-Artikel über das Bildungsverbot für Mädchen der Grund für seine willkürliche Festnahme und Inhaftierung. 

Hamid Farhadi wurde am 3. September 2024 von Angehörigen des Innenministeriums der Taliban bei sich zuhause in der Hauptstadt Kabul festgenommen. Auch sein Bruder wurde in Gewahrsam genommen, kam jedoch nach zwei Tagen wieder frei. Hamid Farhadi wurde ohne Erklärung und ohne offiziellen Haftbefehl von Taliban-Soldaten mitgenommen und zum Innenministerium gebracht. Laut Angaben der Taliban habe Hamid Farhadi "regimefeindliches Material" verbreitet, wofür sie "stichhaltige Beweise" hätten.

Während seines Verhörs und seiner Inhaftierung wurde der Journalist misshandelt und auch in Einzelhaft gehalten, wodurch sich seine psychische Gesundheit stark verschlechtert hat. Am 19. September 2024 wurde Hamid Farhadi ohne Zugang zu einem Rechtsbeistand vor ein Taliban-Gericht in Kabul gestellt, wo er der mutmaßlichen Propaganda gegen die De-facto-Behörden der Taliban beschuldigt und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der Vorwurf scheint sich ausschließlich auf seine Zusammenarbeit mit Etilaatroz zu stützen, insbesondere seine journalistische Berichterstattung über das Bildungsverbot für Mädchen.

Verlegung von Pul-e Charkhi

Hamid Farhadi wurde zunächst in das Gefängnis Pul-e Charkhi gebracht, wurde dann am 28. März 2025 jedoch ohne Erklärung oder Vorankündigung in das Bagram-Gefängnis verlegt. Während dieser gesamten Zeit hatte der Journalist keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Seine Familie darf ihn nur einmal im Monat für 30 Minuten in Anwesenheit eines Taliban-Soldaten besuchen. Es gibt daher Grund zur Sorge, dass er möglicherweise misshandelt und nicht angemessen medizinisch versorgt wird.

Die willkürliche Inhaftierung von Hamid Farhadi und die fehlende rechtliche Vertretung ist ein klarer Verstoß gegen seine Rechte auf freie Meinungsäußerung und ein faires Verfahren, die im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte festgeschrieben sind, dessen Vertragsstaat Afghanistan ist. Viele Journalist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen haben die willkürliche Inhaftierung von Hamid Farhadi verurteilt und seine sofortige und bedingungslose Freilassung gefordert.

Situation in Afghanistan

In Afghanistan schrumpft der zivilgesellschaftliche Raum zusehends. Die Taliban betrachten Menschenrechtsverteidiger*innen, protestierende Frauen, Basisorganisationen, Journalist*innen und politische Aktivist*innen als politische Gegner*innen. Afghanistan ist nach wie vor einer der gefährlichsten Orte der Welt für Menschenrechtler*innen und Journalist*innen, da die Taliban weiterhin exzessive und tödliche Gewalt anwenden, um all jene zu unterdrücken, die sich ihrer drakonischen Linie und ihrem willkürlichen Vorgehen widersetzen. Menschenrechtsaktivist*innen aus Afghanistan sehen sich zunehmend gezwungen, das Land zu verlassen, da seit der Machtergreifung der Taliban eine politische, humanitäre und wirtschaftliche Krise herrscht und sie durchgehend eingeschüchtert und in ihren Rechten verletzt werden.