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Die Amnesty-Gruppe 8 Linz trauert um ihren Gründer, Pater Jakob Förg, der am 9. Mai 2026 nach kurzer Krankheit verstorben ist.
Im Jahr 1972 suchte und fand er Gleichgesinnte und gründete unsere Amnesty-Gruppe, die sich seither für die Menschenrechte stark macht.
Text: Bernhard Kastl
P. Jakob Förg fand aufgrund der Nachrichten über die weltweite Verfolgung von Menschen, die sich für freie Meinungsäußerung, gegen Folter und gegen die Todesstrafe einsetzten, dass etwas getan werden müsse.
Bernhard Kastl, für die Amnesty-Gruppe 8 Linz
Sein Einsatz und seine Erfolge waren bewundernswert: Er schaffte es mit seiner ruhigen, zurückhaltenden, aber doch bestimmten Art, Zugang zu bedeutenden Vertretern von Politik und Kirche in Oberösterreich zu finden und auch deren Unterstützung zu erhalten. Internationale Psychiater- und Mathematikervereinigungen konnten gewonnen werden, die sich ebenfalls für die von uns betreuten Gewissensgefangenen einsetzten.
In diesen ersten Jahren war der Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion für Amnesty International ein großes Thema. Unsere Arbeit trug dazu bei, dass zu Unrecht Inhaftierte freigelassen wurden und in den Westen ausreisen konnten. Natürlich setzten wir uns auch erfolgreich für Verfolgte im Westen und in der Dritten Welt ein, was der damaligen politischen Einteilung der Welt entsprach.
P. Jakob Förg war bis 1983 in unserer Gruppe aktiv, ehe er wieder im Missionshaus Liefering in Salzburg tätig war. Er blieb uns bis zuletzt freundschaftlich verbunden, so sprach er auch über seine Tätigkeit bei CSI, seine Vermittlung von Notenmaterial und Orgeln ins Baltikum, nach Weißrussland und in die Ukraine, seine Reisen in diese Länder und die Übersetzung und den Druck von Hunderttausenden Kinderbüchern, die dort gratis verteilt wurden.
Jakob war kein Jasager. Ich denke, dass seine christliche Einstellung eine Motivation war, seinen Blick auf Entrechtete zu richten, dass er darin eine Verpflichtung sah und nicht müde wurde, sich gegen Unrecht einzusetzen.
Er war ein Mensch, der stets bescheiden geblieben ist und die Welt ganz sicher ein bisschen besser gemacht hat. Wir sind ihm dankbar.
Bernhard Kastl, für die Amnesty-Gruppe 8 Linz