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Manahel al-Otaibi wird am Donnerstag, den 28. Mai 2026, 32 Jahre alt. Ein Geburtstag, den Manahel erneut in saudischer Haft verbringen wird. Ihre Familie sowie Amnesty International zeigen sich besorgt über ihren Gesundheitszustand. So wurde Manahel, die an Multipler Sklerose erkrankt ist, in Haft geschlagen und ihr medizinische Versorgung verwehrt. Wie es ihr aktuell geht, ist völlig unklar.
Die Fitnesstrainerin wurde im November 2022 alleine aufgrund der Tatsache, dass sie sich auf X (vormals Twitter) für Frauenrechte eingesetzt und Fotos von sich ohne Abaya (ein traditionelles, locker sitzendes langärmeliges Gewand) auf Snapchat veröffentlicht hatte, verhaftet und sitzt seither im Gefängnis.
Insgesamt wurde Manahel vor dem Sonderstrafgericht (Specialized Criminal Court – SCC) zu 11 Jahren Haft verurteilt. Das SCC ist dafür bekannt, vage Bestimmungen aus Gesetzen anzuwenden, in denen friedliche Äußerungen mit „Terrorismus“ gleichgesetzt werden. Nach großem internationalem Druck wurde die Haftstrafe schließlich auf fünf Jahre reduziert.
Manahel al-Otaibi sitzt im Gefängnis, weil sie es wagte, Freiheit und Gleichberechtigung einzufordern. Ihr Fall macht deutlich: Wer öffentlich für Frauenrechte eintritt, riskiert weiterhin Verfolgung, Haft und Gewalt – ungeachtet dessen, wie fortschriftlich sich Saudi-Arabien auf der Weltbühne präsentieren mag.
Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich
Manahel al-Otaibis Familie beklagt, dass sie fast nichts über den Gesundheitszustand ihrer Angehörigen weiß. So leidet Manahel an Multipler Sklerose und bräuchte eine engmaschige medizinische Betreuung. Am Telefon klinge Manahel benommen, als stünde sie unter starkem Medikamenteneinfluss, so die Familie gegenüber Amnesty.
In der Vergangenheit erzählte Manahel in kurzen Telefonaten mit ihrer Familie mehrmals, dass sie von Gefängnisangestellten und Mitgefangenen geschlagen worden war. Einmal berichtete sie, ein gebrochenes Bein zu haben und keine medizinische Versorgung erhalten zu haben.
Die Inhaftierung von Manahel ist ein alarmierendes Beispiel dafür, wie Frauen in Saudi-Arabien, die ihre Stimme erheben, weiterhin bestraft werden. Niemand sollte wegen friedlicher Meinungsäußerung oder dem Einsatz für Gleichberechtigung verfolgt werden. Amnesty International fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.
Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich