In Santa Marta fand die „Transitioning Away from Fossil Fuels”-Konferenz erstmals statt  © APA-Images / AFP / RAUL ARBOLEDA
In Santa Marta fand die „Transitioning Away from Fossil Fuels”-Konferenz erstmals statt © APA-Images / AFP / RAUL ARBOLEDA
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Klima-Konferenz in Santa Marta - Zeitalter der fossilen Brennstoffe muss zu Ende gehen

30. April 2026

Die Konferenz „Transitioning Away from Fossil Fuels” hat erstmals stattgefunden und ein starkes politisches Signal gesendet: Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe muss zu Ende gehen. Die „Koalition der Macher“ muss nun ihr Engagement in proaktive internationale Zusammenarbeit umsetzen, um den Weg für einen rechtsbasierten, gerechten Übergang weg von fossilen Brennstoffen zu ebnen, erklärt Amnesty International heute nach dem Ende der Konferenz in Santa Marta.  

Die gemeinsam von den Regierungen Kolumbiens und der Niederlande einberufene Konferenz brachte Vertreter*innen aus 57 Ländern sowie u.a. Parlamentarier*innen, Wissenschaftler*innen, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen, Vertreter*innen indigener Völker sowie Jugendbewegungen zusammen. 

Die vom 24. bis 29. April abgehaltene Konferenz fand vor dem Hintergrund einer globalen Energiekrise statt, die durch bewaffnete Konflikte und wachsende Frustration über die UN-Klimaverhandlungen angeheizt wird. Bei den Verhandlungen ist es seit drei Jahrzehnten nicht gelungen, die Gewinnung fossiler Brennstoffe trotz der Dringlichkeit der Klimakrise sinnvoll zu bekämpfen. 

Die Konferenz, die von einer wachsenden Gruppe von Ländern im Rahmen der ‚Fossil Fuel Treaty Initiative‘ ins Leben gerufen wurde, fand statt, weil die bestehenden multilateralen Prozesse nicht zum Erfolg führen. Seit 30 Jahren versäumen es die COPs, die Ursachen der Klimakrise direkt anzugehen. Santa Marta hat gezeigt, dass der politische Wille vorhanden ist, die Weltwirtschaft zu dekarbonisieren und einen gerechten Übergang einzuleiten, doch diese Dynamik muss nun in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, die auf den Menschenrechten basieren.

Candy Ofime, Expertin für Klimagerechtigkeit bei Amnesty International

Die Forderungen der am stärksten Betroffenen dürfen nicht ignoriert werden 

Diejenigen, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind, nutzten die Konferenz, um eine klare Warnung auszusprechen. In einer vorgestellten Erklärung forderten indigene Völker und soziale Bewegungen einen sofortigen und gerechten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, der auf Selbstbestimmung, Wiedergutmachung für erlittenes Unrecht und der Achtung kollektiver Rechte beruht. 

Diese Forderungen spiegeln wider, was in der globalen Klimapolitik viel zu lange gefehlt hat: Gerechtigkeit, Gleichheit und Rechenschaftspflicht. Man kann nicht von einem gerechten Übergang sprechen, solange indigene Völker, an vorderster Front stehende Gemeinschaften und marginalisierte Gruppen weiterhin der Umweltverschmutzung und Enteignung ausgeliefert sind.

Candy Ofime, Expertin für Klimagerechtigkeit bei Amnesty International

Wie es weitergeht  

Die erste Konferenz dieser Art führte zu keinem ausgehandelten politischen Ergebnis. Die Organisatoren haben angekündigt, dass in den kommenden Monaten, voraussichtlich noch vor der COP31, ein zusammenfassender Bericht veröffentlicht wird und dass der Prozess mit einer zweiten Konferenz fortgesetzt wird, deren gemeinsame Ausrichtung im Jahr 2027 die Inselstaaten Irland und Tuvalu offiziell angekündigt haben – ein Zeichen für die anhaltende Bedeutung der Nord-Süd-Zusammenarbeit. 

Während sich die Regierungen auf diese nächsten Schritte vorbereiten, fordert Amnesty International sie nachdrücklich auf, über den Dialog hinauszugehen und den Weg für die Verabschiedung eines Abkommens über fossile Brennstoffe zu ebnen. 

Der Internationale Gerichtshof hat klargestellt, dass Staaten fossile Brennstoffe auslaufen lassen müssen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Regierungen haben die rechtliche Pflicht, jetzt zu handeln, und müssen Mut statt Verzögerung, Gerechtigkeit statt Profit und Menschen statt fossiler Brennstoffe wählen.

Candy Ofime, Expertin für Klimagerechtigkeit bei Amnesty International

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