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Elzbieta Podlesna über ihren Kampf für Menschenrechte in Polen

24. Oktober 2019

Die Aktivistin und Menschenrechtsverteidigerin Elzbieta Podleśna setzt sich seit vielen Jahren gegen Hass und Diskriminierung ein und kämpft für ein gerechtes und gleichberechtigtes Polen. Wegen ihres Engagements geriet sie zunehmend unter Druck: Sie wird von den polnischen Behörden schikaniert und soll wegen ihres Einsatzes für LGBTI-Rechte bestraft werden. Im Podcast spricht sie über die großen menschenrechtlichen Herausforderungen in Polen und wie ihr mutiger Kampf gegen staatliche Repression ihr Leben radikal verändert hat.

Zeit, zu handeln

Die Wende für Elzbieta Podleśna bis dahin ruhiges Leben kam eines Abends am Bahnhof: Im Podcast erzählt Elzbieta, wie sie Zeugin eines brutalen Überfalls auf einen Obdachlosen wurde. Die Situation löste ein schreckliches Gefühl der Machtlosigkeit in ihr aus, dem sie sich seitdem mit eigenen Taten entgegegenstellt. Seit diesem Abend bleibt Elzbieta Podleśna nicht mehr länger still: Sie kritisiert die polnische Polizei, die bei Protesten gegen die Regierung Gewalt anwendet und friedliche Demonstrant*innen überwacht. Sie thematisiert Angriffe gegen kritischer Medien, die Kriminalisierung von Migrant*innen und den Abbau des Rechtsstaats in Polen. Elzbieta setzt sich außerdem für die LGBTI-Gemeinschaft ein, deren Rechte in Polen ernsthaft gefährdet sind.

2 Jahre Gefängnis wegen Beleidung religiöser Überzeugungen

Wegen eines Plakatsujets wird Elzbieta Podleśna wegen "Marienschändung" angeklagt. Wird sie der Beleidigung religiöser Überzeugungen für schuldig befunden, drohen Elzbieta zwei Jahre Gefängnis. Der Prozess dauert noch an. Die jüngsten Änderungen im polnischen Rechtssystem, die institutionalisierte Untergrabung der Rechtsstaatlichkeit, betreffen Elzbieta nun persönlich.

Das Bewusstsein für den persönliche Bezug zu Menschenrechten sieht sie als Schlüssel für Veränderung: Sie kämpft dafür, dass den Menschen bewusst wird, was die Menschenrechte für ihr tägliches Leben bedeuten, schon bevor sie gravierend verletzt werden.

Den Menschen muss von Anfang an in der Schule vermittelt werden, dass es um ihre persönliche Freiheit geht. Die Medienfreiheit betrifft dich. Und die Meinungsfreiheit betrifft dich.

Elzbieta Podleśna, Menschenrechtsverteidigerin in Polen

Mehr Dazu im Interview mit Elzbieta Podleśna im Podcast


Update: Elzbieta Podleśna wurde wie 13 andere mutige Aktivistinnen freigesprochen.

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