Demonstrant*innen blockieren am 8. Januar 2026 eine Straße in Teheran, Iran. © Getty Images
Demonstrant*innen blockieren am 8. Januar 2026 eine Straße in Teheran, Iran. © Getty Images

Iran Proteste 2025/26 – Wirtschaftskrise, Internet-Blackout & Repression

Seit Ende Dezember 2025 protestieren Menschen im Iran gegen Inflation, Misswirtschaft und dramatisch verschlechterte Lebensbedingungen. Ausgehend von Teheran weiteten sich die Demonstrationen landesweit aus. Die iranischen Behörden reagierten mit massiver Gewalt, Internet-Sperren und willkürlichen Massenverhaftungen. Amnesty International dokumentiert Folter, sexualisierte Gewalt und erzwungene Geständnisse gegen Inhaftierte.

Proteste 2025/26 im Iran: Was bisher passiert ist 

Die Proteste im Iran brachen am 28. Dezember 2025 aus. Auslöser war ein massiver Zusammenbruch der Währung vor dem Hintergrund rasant steigender Inflation, chronischer staatlicher Misswirtschaft und sich dramatisch verschlechternder Lebensbedingungen.

Von Teheran ausgehend weiteten sich die Unruhen rasch zu landesweiten Demonstrationen aus. Die Menschen forderten dabei nicht nur bessere Lebensbedingungen, sondern auch den Sturz der Islamischen Republik sowie ein Leben in Freiheit und Würde.

Auf die Proteste reagierten die Behörden mit systematischer Repression und rechtswidriger Gewalt. Die Sicherheitskräfte setzten Schuss- und andere verbotene Waffen gegen Demonstrierende ein. Dabei kam es zu zahlreichen schweren Verletzungen und Massentötungen.  

Videos und Augenzeugenberichte, die von Amnesty International dokumentiert und geprüft wurden, zeigen, wie Sicherheitskräfte sowohl in den Straßen als auch von den Dächern von Häusern, Moscheen oder Polizeiwachen auf Demonstrierende schießen. Dabei nutzten sie Gewehre und Schrotflinten, die mit Metallkugeln geladen waren und zielten häufig auf die Köpfe und Oberkörper der Protestierenden. 

Die von Amnesty International gesammelten Belege zeigen, dass folgende Sicherheitskräfte an der brutalen Niederschlagung der Proteste beteiligt waren: das Korps der Islamischen Revolutionsgarde (Islamic Revolutionary Guard Corps, IRGC), einschließlich seiner Basidsch-Bataillone, verschiedene Einheiten der iranischen Polizei, bekannt unter der persischen Abkürzung FARAJA, sowie Geheimdienstkräfte in Zivil.  

Jänner 2026: Tausende Tote, Massenverhaftungen und systematische Gewalt 

Die Proteste erreichten einen Höhepunkt am 8. und 9. Jänner: In diesen beiden Tagen schlugen die Behörden die Demonstrationen mit massiver Gewalt nieder, sperrten landesweit das Internet und gingen mit rechtswidriger Gewalt gegen die Protestierenden vor. Die Sicherheitskräfte setzten Schuss- und andere verbotene Waffen gegen Demonstrierende ein. Dabei kam es zu zahlreichen schweren Verletzungen und Massentötungen.

Die iranischen Behörden verübten ein Massaker an Demonstrierenden. Die Zahl der Toten ging allein in diesen beiden Tagen in die Tausende. Nach Recherchen von Amnesty International markiert der Jänner 2026 den tödlichsten Zeitraum der Repression in der Islamischen Republik Iran seit Jahrzehnten.

Inhaftierte Demonstrierende sind sexualisierter Gewalt, Misshandlungen und Folter ausgesetzt; erzwungene „Geständnisse“ werden erpresst, Rechtsbeistand ist meist nicht möglich. 

Die Behörden der Islamischen Republik Iran haben bereits im Rahmen früherer Niederschlagungen von Protesten wiederholt Verbrechen unter dem Völkerrecht begangen. Dass sie dabei straffrei ausgingen, hat die jüngsten Gewalteinsätze nur verstärkt. Amnesty International dokumentierte auch bei den Protesten unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ 2022 oder den landesweiten Protesten im November 2019, wie die iranischen Sicherheitskräfte rechtswidrig Gewalt – einschließlich tödlicher Gewalt – einsetzten, um diese zu unterdrücken.

Wirtschaftskrise und staatliches Versagen: Warum protestieren die Menschen im Iran?

Die Grundversorgung ist im Iran schon lange Zeit schlecht geregelt. Die iranischen Behörden haben es versäumt, die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der Bevölkerung zu wahren. Im Ergebnis bedeutet das immer schlechtere Lebensbedingungen und eine rasant steigende Inflation.

Im Jahr 2025 mussten in weiten Teilen des Landes die Menschen über längere Zeit ohne Strom und Wasser auskommen, Schulen und Geschäfte mussten schließen. Anstatt das Problem anzugehen, ignorierten die Behörden systematische Versäumnisse. Stattdessen gaben sie der Dürre und einem übermäßigen Verbrauch die Schuld. Der Zugang zu essenziellen Dingen, wie Wasser oder Strom, wurde zunehmend eingeschränkt, sodass die Bevölkerung ihre Rechte auf einen angemessenen Lebensstandard und ein Leben in Würde immer weniger wahrnehmen konnte. 

Die Behörden unternahmen auch nichts gegen die Umweltzerstörung im Iran, was bestehende Ungleichheiten weiter verschärfte und sich besonders stark auf marginalisierte Gemeinschaften auswirkte. Im Iran gibt es massive Umweltprobleme wie das Verschwinden von Seen, Flüssen und Feuchtgebieten, das Versiegen des Grundwassers, die Abholzung von Wäldern, und Wasserverschmutzung infolge der Einleitung von Abwässern in städtische Wasserquellen.

Hinzu kommen Landabsenkungen, schwindende Wasservorräte und eine Verschlechterung der Qualität des Bodens. Ein weiteres großes Problem ist die Luftverschmutzung, die zum Teil durch den gewerblichen Einsatz minderwertiger Brennstoffe verursacht wird und zum Tod Tausender Menschen beitrug.

Auch in Regionen, in denen ethnische Minderheiten wie Kurd*innen oder Belutsch*innen leben, investieren die iranischen Behörden weiterhin zu wenig. Dies führt zu einer noch tieferen Verankerung von Armut und einer weiteren Marginalisierung dieser Gruppen.

Beginn in Teheran – wie weit haben sich die Proteste ausgebreitet?

Nach den Ladenschließungen und Streiks auf dem Großen Basar in Teheran breitete sich die Protestwelle schnell in Städten und Gemeinden im ganzen Land aus. Zu den Provinzen, in denen es Massenproteste gab, die mittels massiver – teils tödlicher – Gewalt niedergeschlagen wurden, gehören Alborz, Kermanshah, Teheran und Razavi Khorosan. Nach Angaben der UN-Untersuchungsmission für den Iran erreichten die Proteste alle 31 Provinzen des Landes.

Nach den Massakern an Tausenden Demonstrierenden durch die Sicherheitskräfte am 8. und 9. Jänner wurden Tausende weitere festgenommen. In den Großstädten wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, während schwer bewaffnete Sicherheitskräfte nachts in den Straßen patrouillieren. Inmitten des anhaltenden militärischen Vorgehens scheinen keine groß angelegten Massenproteste mehr stattzufinden. Doch die Forderungen der Demonstrierenden, einschließlich der Forderung nach einem Ende des Systems der Islamischen Republik, bleiben bestehen. 

Angesichts der von den iranischen Behörden seit dem 8. Jänner verhängten Internetsperre ist es schwierig, aktuelle Informationen aus dem Land zu erhalten.  

Reaktion der iranischen Führung: Massenfestnahmen, rechtswidriger Gewalt und Repression

Hohe iranische Regierungsvertreter bezeichneten die Demonstrierenden als „Aufrührer“ und kündigten ein entschlossenes“, hartes Durchgreifen an. Am 3. Jänner 2026 bezeichnete der Oberste Führer Ali Khamenei die Demonstrierenden als „Krawallmacher“, die „in ihre Schranken verwiesen“ werden sollten.

Die Sicherheitskräfte trieben die Demonstrierenden mit tödlicher Gewalt auseinander. Sie setzten unrechtmäßig Gewalt, Schuss- und andere verbotene Waffen ein und führten Massenfestnahmen durch.

Unter den Festgenommenen waren auch Kinder im Alter von 14 Jahren. Außerdem „verschwanden“ viele der Festgenommenen oder landeten in Haft ohne Kontakt zur Außenwelt, wodurch sie Gefahr laufen, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden. Um den Informationsfluss zu blockieren und die begangenen Verbrechen zu verschleiern, blockiert der Iran seit dem 8. Jänner das Internet.

Doch trotz der Einschränkungen kann Amnesty International belegen, dass die Sicherheitskräfte während der Internetsperre massenhaft rechtswidrige Tötungen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß verübten. Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte patrouillieren auch weiterhin im ganzen Land und errichten Kontrollpunkte.

Die Behörden setzen seit dem 9. Jänner bewaffnete Einheiten in den Straßen ein, um die nächtlichen Ausgangssperren durchzusetzen. Sie gaben bekannt, dass jede Person, die nach der Ausgangssperre das Haus verlässt oder sich mit anderen trifft, mit tödlicher Gewalt rechnen muss. 

Was genau geschah in Kahrizak?

Aus verifizierten Videos und Berichten von Augenzeug*innen geht hervor, dass die Sicherheitskräfte in der gesamten Provinz Teheran massenhaft rechtswidrige Tötungen begangen haben.

Am 10. Jänner tauchten erschütternde Bilder einer behelfsmäßigen Leichenhalle auf, die in einem Nebengebäude des staatlichen gerichtsmedizinischen Instituts in Kahrizak, einer Stadt in der Nähe von Teheran, eingerichtet wurde, nachdem die Leichenhalle des Instituts keine weiteren Leichname mehr aufnehmen konnte. Videos zeigten verzweifelte Familien, die versuchten, ihre Angehörigen in den Leichensäcken zu identifizieren. Die Analyse des Beweismaterials durch Amnesty International ergab mindestens 205 Leichensäcke an diesem Ort.

Am nächsten Tag wurde neues Videomaterial entdeckt, das einen Bildschirm im Inneren der Einrichtung zeigt, auf dem Fotos der Verstorbenen zu sehen sind, mit einem sich ändernden Zähler. In dem Video erreicht der Zähler die Zahl 250.  

Todesopfer der Proteste: Wie viele Menschen sind von Sicherheitskräften getötet worden?

Am 17. Jänner sagte Ali Khamenei, der Oberste Religionsführer in einer öffentlichen Rede, dass „Tausende Menschen" getötet worden seien. Seitdem hat der Oberste Rat für Nationale Sicherheit des Iran am 21. Jänner eine Erklärung veröffentlicht, nach der während des Aufstands 3.117 Menschen getötet wurden. Am 16. Januar 2026 erklärte jedoch die UN-Sonderberichterstatterin für den Iran, Mai Sato, in einem Medieninterview, dass mindestens 5.000 Menschen getötet worden seien.

Sie merkte jedoch an, dass nach Informationen, die sie aus Quellen aus dem medizinischen Sektor erhalten habe, die Zahl der Todesopfer bei bis zu 20.000 liegen könnte. Aufgrund der anhaltenden Internetsperre, des Ausmaßes der Massentötungen und der gut dokumentierten Praxis der Behörden der Islamischen Republik Iran, Repressalien gegen Familien von Opfern zu verhängen, die sich zu Wort melden, ist die wahre Zahl der Getöteten wahrscheinlich höher.  

Blackout: Warum die iranischen Behörden das Internet während der Proteste abschalteten

Die iranischen Behörden haben seit dem 8. Jänner eine Abschaltung des Internets und der Telekommunikation verfügt, um ihre Verbrechen zu verschleiern. Sobald die Internetsperre einsetzte, begannen die Sicherheitskräfte mit Massakern an Demonstrierenden.

Die Internetblockade erschwert es Opfern, Journalist*innen und Menschenrechtsorganisationen, ausführliche Interviews zu führen, Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren und Beweise zu sichern. Staatliche Medien, einschließlich derjenigen, die mit den Revolutionsgarden und der Justiz verbunden sind, sowie Behördenvertreter*innen wie die Oberste Justizautorität haben weiterhin Zugang zum Internet und verbreiten auf ihren Social-Media-Kanälen Propaganda, die darauf abzielt, die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen.  

Warum kappt der Iran den Zugang zum Internet?

Isolation bedeutet Kontrolle. Internetsperren hindern Menschen daran mit der Außenwelt zu kommunizieren und dienen dazu, Menschenrechtsverletzungen zu vertuschen. Sie stellen auch selbst Menschenrechtsverletzungen dar. Der Zugang zum Internet ist ein grundlegendes Menschenrecht und unverzichtbar, insbesondere in Zeiten von Protesten.  

Dies ist jedoch nicht das erste Mal, dass die Behörden der Islamischen Republik zu Internetabschaltungen greifen, um die Kommunikation und den Zugang zu Informationen im Iran massiv einzuschränken. Im November 2019 töteten die Sicherheitskräfte während fünftägiger Proteste rechtswidrig Hunderte von Demonstrierenden und Passant*innen, während die Behörden das Internet im Land fast vollständig blockieren ließen. Internet-Abschaltungen wurden auch während der Proteste unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ im Jahr 2022 verhängt, als die Sicherheitskräfte Hunderte Protestierende und Passant*innen rechtswidrig töteten. Der derzeitige Internet-Shutdown ist jedoch der längste, den die Behörden je verhängt haben. 

Wie viele Demonstrierende wurden festgenommen?

Nach Berichten staatlicher Medien, die am 16. Jänner 2026 veröffentlicht wurden, haben die Behörden im Zusammenhang mit den Protesten Tausende von Menschen festgenommen. Unabhängige Berichte und andere bei Amnesty International eingegangene Informationen zeigen, dass Zehntausende von Menschen, darunter auch Kinder, willkürlich inhaftiert worden sind. 

Die Behörden der Islamischen Republik Iran haben in Folge der Proteste im ganzen Land zahlreiche Festnahmen vorgenommen und Menschen bei nächtlichen Hausdurchsuchungen, an Kontrollpunkten, an Arbeitsplätzen und in Krankenhäusern festgenommen. Neben Demonstrierenden wurden auch Studierende, Menschenrechtsaktivist*innen, Rechtsanwält*innen, Journalist*innen und Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten festgenommen.

Die Familien der Inhaftierten, Aktivist*innen und Journalist*innen haben Amnesty International mitgeteilt, dass die Behörden sich regelmäßig weigern, Informationen über das Schicksal und den Verbleib der Inhaftierten preiszugeben, was einem Verschwindenlassen gleichkommt und die Gefangenen der erhöhten Gefahr von Folter und anderen Misshandlungen aussetzt. 

Informierte Quellen berichten, dass Sicherheitskräfte Gefangene bei der Festnahme und in der Haft gefoltert und anderweitig misshandelt haben, u. a. durch Schläge, sexualisierte Gewalt, Androhung von Hinrichtungen im Schnellverfahren und der absichtlichen Verweigerung von angemessener Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung.

Die Behörden haben auch Dutzende von „Geständnissen" von Gefangenen über die staatlichen Medien verbreitet.  

Wie unterscheidet sich das Vorgehen der iranischen Behörden im Vergleich zu früheren Protesten?

Amnesty International dokumentiert seit langem, wie Sicherheitskräfte der Islamischen Republik Iran systematisch auf rechtswidrige Gewalt – einschließlich der vorsätzlichen Anwendung tödlicher Gewalt – und Massenfestnahmen zurückgreifen, um Proteste niederzuschlagen.

Die Recherchen von Amnesty zeigen ein langjähriges Muster an Menschenrechtsverletzungen, ohne dass die Verantwortlichen strafrechtlich verfolgt werden, auch im Zusammenhang mit den Protesten von Dezember 2017 - Januar 2018, November 2019, Juli 2021, November 2021, Mai 2022 und der „Frau, Leben, Freiheit‘-Proteste im Jahr 2022. 

Was geschah während der „Frau, Leben, Freiheit“- Demonstrationen im Jahr 2022?  

Im September 2022 starb die 22-jährige Jina Mahsa Amini in Gewahrsam. Sie war von der iranischen „Sittenpolizei“ (gasht-e ershad) festgenommen worden, weil sie sich nicht an die iranischen Verschleierungsvorschriften gehalten haben soll.

Ihr Tod löste landesweite Proteste aus, die von den iranischen Behörden mit massiven Menschenrechtsverletzungen beantwortet wurden. Dazu gehören rechtswidrige Tötungen, Hinrichtungen, Massenfestnahmen, Folter, einschließlich Vergewaltigungen von Gefangenen und Schikanen gegenüber den Familien der Opfer, die Wahrheit und Gerechtigkeit forderten.

Auch Jahre später hat es immer noch keine wirksamen, unparteiischen und unabhängigen strafrechtlichen Ermittlungen gegeben, geschweige denn Strafverfolgungen, zu den von den Behörden während der Proteste begangenen Verbrechen, was zu einem bereits tief verwurzelten Klima der Straflosigkeit beiträgt. 

Am 13. September 2022 wurde Mahsa (Zhina) Amini, eine Angehörige der kurdischen Minderheit im Iran, in Teheran von der sogenannten „Sittenpolizei“ festgenommen. © privat
Am 13. September 2022 wurde Mahsa (Zhina) Amini, eine Angehörige der kurdischen Minderheit im Iran, in Teheran von der sogenannten „Sittenpolizei“ festgenommen. © privat

Polizeiarbeit bei Protesten: Iran verletzt internationale Menschenrechtsstandards

Es gibt eindeutige und gut etablierte Menschenrechtsstandards für die Polizeiarbeit, darunter:

In diesen Standards sind die wichtigsten Grundsätze zu Aspekten wie Rechtmäßigkeit, Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit, Nichtdiskriminierung, Vorsorge und Rechenschaftspflicht festgelegt.

Sie befassen sich mit den Verpflichtungen der Staaten, das Recht auf Leben, das Recht auf Freiheit von Folter und anderer grausamer und unmenschlicher Behandlung sowie das Recht auf friedliche Versammlung zu achten und zu gewährleisten. Außerdem ist dort klar geregelt, dass der Einsatz von Schusswaffen und anderen ungeeigneten Waffen zur Auflösung von Demonstrationen verboten ist.

Amnesty International liegen eindeutige Belege vor, dass die iranischen Behörden systematisch gegen internationale Menschenrechtsnormen und -standards zum Einsatz von Gewalt und Schusswaffen verstoßen und dabei die Menschenrechte in gravierender Weise missachten. 

Todesstrafe im Iran: Wie das Regime Andersdenkende systematisch unterdrückt 

Seit den Protesten unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ Ende 2022 machen die iranischen Behörden verstärkt von der Todesstrafe Gebrauch, um die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen und ihre Macht zu festigen. Im Jahr 2025 erreichten die Hinrichtungen im Iranein Ausmaß wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Die Behörden haben mindestens 11 Personen nach grob unfairen Prozessen im Zusammenhang mit dem „Frau, Leben, Freiheit“-Protesten hingerichtet, darunter Mojahed (Abbas) Kourkouri im Juni 2025, während mehrere andere weiterhin im Todestrakt sitzen.

Angesichts der derzeitigen Razzien besteht die ernste Sorge, dass die Behörden, um Andersdenkende abzuschrecken, zu Schnellverfahren und willkürlichen Hinrichtungen greifen werden. Am 5. Jänner 2026 wies die Oberste Justizautorität die Staatsanwaltschaft an, gegenüber den Demonstrierenden „keine Nachsicht“ zu zeigen und ihre Verfahren zu beschleunigen. Dies lässt die Angst um das Leben der inhaftierten Demonstrierenden und anderer Dissident*innen im ganzen Land wachsen.  

Menschenrechte im Iran: Was genau unternimmt Amnesty International? 

Amnesty International untersucht die Menschenrechtsverletzungen, die von den iranischen Behörden begangen werden. Wir haben Videos und Bilder überprüft und analysiert, die aus offenen Quellen stammen und von Menschen im Iran direkt an die Organisation geschickt wurden. Wir befragen auch Augenzeug*innen und Personen mit direkten Informationen über die Proteste.

Wir setzen uns auch für ein Ende des Kreislaufs von Straflosigkeit und des Blutvergießens im Iran ein, unter anderem, indem wir die UN-Mitgliedstaaten auffordern, die Situation im Iran vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen. 

Diese Arbeit ist Teil eines langfristigen Engagements zur Dokumentation und Sammlung von Beweisen, um internationale Wege zur Rechenschaftspflicht iranischer Behördenvertreter*innen zu beschreiten.

Seit den landesweiten Protesten von Dezember 2017 bis Januar 2018 haben wir immer wieder Verbrechen gegen das Völkerrecht und andere schwere Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, die von den iranischen Behörden bei der Niederschlagung der Proteste begangen wurden. Unser Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Forderungen der Menschen im Iran nach Wahrheit und Gerechtigkeit zu unterstützen. Menschenrechte im Iran: Wie kann ich helfen?

Amnesty International fordert die internationale Gemeinschaft nachdrücklich auf, die systematische und anhaltende Straflosigkeit für von den Behörden der Islamischen Republik Iran begangene Verbrechen anzuerkennen und internationale Wege zur Rechenschaftspflicht zu beschreiten, u.a. durch die Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen nach dem Grundsatz der universellen Gerichtsbarkeit mit dem Ziel, Haftbefehle für die mutmaßlichen Verantwortlichen auszustellen.  

Wir müssen dringenden globalen Druck auf die iranischen Behörden ausüben, damit diese den rechtswidrigen Einsatz von Gewalt, Schusswaffen und anderen verbotenen Waffen gegen Demonstrant*innen im Rahmen der anhaltenden landesweiten Proteste unverzüglich einstellen. Zudem muss auch die vollständige Sperrung des Internets im ganzen Land sofort beendet und sicherstellt werden, dass die Menschen freien Zugang zum Internet haben.

Genozid in Gaza: Gegen das Schweigen und für die Opfer

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