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Damit Menschenrechte nicht im Dunkeln verschwinden und Gerechtigkeit siegt.

Verschwindenlassen, Folter und andere Misshandlungen sind im Iran weit verbreitet und werden systematisch angewendet, ohne geahndet zu werden. Gerichte verhängen Körperstrafen, die der Folter gleichkommen, wie Auspeitschungen und Amputationen. Das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren wird systematisch verletzt. Die Todesstrafe dient als Mittel der politischen Unterdrückung und trifft zunehmend Angehörige ethnischer Minderheiten.
Seit Dezember 2025 kommt es erneut zu landesweiten Protesten. Sicherheitskräfte reagieren abermals brutal, setzen unrechtmäßig Gewalt ein und führen willkürliche Massenverhaftungen durch.
Die iranischen Behörden setzen ihre brutale Repressionswelle gegen die eigene Bevölkerung fort: Tausende werden willkürlich verhaftet, verschleppt, ihre Familien massiv eingeschüchtert und bedroht. Diese systematische Gewalt ist kein Zufall – sie ist Methode eines Systems, das auf Angst und Straflosigkeit baut.
Shoura Zehetner-Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich
Die Protese brachen am am 28. Dezember 2025 aus. Auslöser war ein massiver Zusammenbruch der Währung vor dem Hintergrund rasant steigender Inflation, chronischer staatlicher Misswirtschaft bei grundlegenden Dienstleistungen – darunter der Zugang zu Wasser – sowie sich zunehmend verschlechternder Lebensbedingungen.
Die Proteste begannen mit Ladenschließungen und Streiks im Großen Basar von Teheran und breiteten sich schnell im ganzen Land aus. Sie entwickelten sich zu Straßendemonstrationen, bei denen der Sturz des Systems der Islamischen Republik gefordert und Menschenrechte, Würde und Freiheit eingefordert wurden.
Die Behörden reagierten mit gewaltsamen Räumungen und Massenverhaftungen. Hunderte Menschen wurden willkürlich inhaftiert und sind nun der Gefahr von Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt.
Im Zuge der Repression kam es zudem zu massenhaften Tötungen in bislang beispiellosem Ausmaß – ein weiteres erschütterndes Kapitel der systematischen Gewalt gegen die iranische Zivilbevölkerung.
Auch die landesweiten „Woman Life Freedom“-Proteste, die durch den Tod der 22-jährigen Mahsa (Zhina) Amini am 13. September 2022 ausgelöst wurden, schlugen die iranischen Behörden brutal nieder.
Amnesty International hat aufgedeckt, dass die oberste Militärbehörde im Iran die Kommandierenden der Streitkräfte aller Provinzen angewiesen hat, „mit aller Härte“ gegen Menschen vorzugehen. Die Sicherheitskräfte schlugen die Proteste mit unrechtmäßiger Gewalt und Massenverhaftungen nieder. Sie schossen unrechtmäßig mit scharfer Munition und Metallkugeln.
Hunderte von Männern, Frauen und Kindern wurden getötet und Tausende verletzt. Zehntausende wurden willkürlich festgenommen, zu Unrecht verfolgt und inhaftiert, weil sie friedlich ihre Menschenrechte wahrgenommen hatten. Amnesty International zeigte in einem Bericht auf, wie iranische Sicherheitskräfte 2022 auch Vergewaltigungen und andere Formen sexualisierter Gewalt einsetzten, um friedlich Protestierende einzuschüchtern und zu bestrafen.
Nach dem "Woman Life Freedom" Aufstand unterdrücken die Behörden das Recht auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungsfreiheit und friedliche Versammlung weiter und gehen verstärkt gegen Frauen und Mädchen vor, die sich dem Verschleierungsgesetz widersetzen. Auch LGBTQIA+ Personen und Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten sind Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt.
Amnesty International hat Beweise dafür vorgelegt, dass die Inhaftierungen von europäischen Staatsbürger*innen durch den Iran in mindestens zwei Fällen eine Geiselnahme darstellen. Amnesty fordert alle betroffenen Staaten auf, den Geiselstatus von im Iran festgehaltenen Staatsbürger*innen zu untersuchen, darunter auch Österreich.