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Freiheit für unschuldig Inhaftierte im Iran

Jedes Jahr werden im Iran Tausende Menschen auf unfaire Weise strafrechtlich verfolgt und willkürlich inhaftiert, oftmals nur weil sie friedlich ihre Menschenrechte wahrgenommen oder die anderer friedlich verteidigt haben. Hunderte sitzen unschuldig und zu Unrecht im Gefängnis. Gleichzeitig verletzen die iranischen Gefängnisbehörden in schockierendem Ausmaß das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Leben, indem sie Personen unter grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden Bedingungen inhaftierten und ihnen auch dringend notwendige medizinische Versorgung verweigern.

Auch die Österreicher Kamran Ghaderi und Massud Mossaheb sind seit Jahren willkürlich und zu Unrecht im Iran in Haft. Sie befinden sich aufgrund der katastrophalen Haftbedingungen im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran in einem äußerst schlechten gesundheitlichen Zustand. Amnesty International fordert, dass die beiden österreichisch-iranischen Doppelstaatsbürger unverzüglich frei gelassen werden. Es bestehen große Bedenken, dass die iranischen Behörden bei der Inhaftierung willkürlich inhaftierter Doppelstaatsbürger*innen einem Muster folgen könnten, diese als diplomatisches Druckmittel einzusetzen.

Unterstütze unsere Online-Aktionen und fordere mit uns Freiheit für unschuldig inhaftierte Menschen im Iran!

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Kamran Ghaderi
Der österreichische IT-Berater und Manager Kamran Ghaderi (58) ist seit Jänner 2016 zu Unrecht im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert. Er wurde gefoltert und zum Unterschreiben falscher "Geständnisse" gezwungen, auf deren Basis die Behörden ihn in einem grob unfairen Verfahren zu 10 Jahren Haft verurteilten, wegen vage formulierter Straftaten gegen die „Staatssicherheit“. Kamrans Kinder haben ihren Vater seit über sechs Jahren nicht mehr gesehen!
Fordere Freiheit für Kamran Ghaderi!
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Massud Mossaheb
Der 75-jährige Österreicher Massud Mossaheb befindet sich zu Unrecht im Evin-Gefängnis in Teheran. Der Generalsekretär der Österreichisch-Iranischen Gesellschaft befand sich Anfang 2019 mit einer Delegation des medizinischen Projekts Med Austron in Teheran. Dort wurde er am 29. Jänner 2019 von Angehörigen des iranischen Geheimdienstes festgenommen und gefoltert, bis er erzwungene „Geständnisse“ unterschrieb. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich in der Haft immer mehr!
Fordere Freiheit für Massud Mossaheb!
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Nasrin Sotoudeh
Nach einem dreiwöchigen Hafturlaub aus gesundheitlichen Gründen musste die bekannte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh am 2. Dezember 2020 zurück ins Gefängnis. Nasrin Sotoudeh wurde in zwei unfairen Gerichtsverfahren 2016 und 2018 zu insgesamt 38 Jahren und sechs Monaten Haft sowie zu 148 Stockhieben verurteilt. Die Grundlage der Verurteilung war ihre friedliche Menschenrechtsarbeit, darunter die Widersetzung gegen die Verschleierungsgesetze und die Todesstrafe im Iran.
Fordere Freiheit für Nasrin Sotoudeh!
Narges Mohammadi Briefe Gegen Das Vergessen
Narges Mohammadi
Am 16. November 2021 wurde die prominente iranische Menschenrechtsverteidigerin und Mitglied der Amnesty International Österreich Mediziner*innen-Gruppe Narges Mohammadi in Karaj in der Provinz Alborz im Iran willkürlich und gewaltsam verhaftet. Sie nahm gerade an einer Gedenkveranstaltung teil. Narges Mohammadi wird im Gefängnis gefoltert und anderweitig misshandelt, u. a. durch das vorsätzliche Vorenthalten dringend benötigter fachärztlicher Behandlung und Medikamente.
Fordere Freiheit für Narges Mohammadi!
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Ahmadreza Djalali
Der in Schweden ansässige Arzt Dr. Ahmadreza Djalali hielt sich aus beruflichen Gründen im Iran auf, als er am 26. April 2016 festgenommen wurde. Er verbrachte drei Monate in Einzelhaft und wurde gefoltert, um ein falsches "Geständnis" zu erzwingen. Im Oktober 2017 wurde Dr. Djalali in einem grob unfairen Verfahren wegen "Verdorbenheit auf Erden" (ifsad fil-arz) zum Tode verurteilt. Dr. Djalalis Leben ist in allergrößter Gefahr! Er kann jederzeit hingerichtet werden.
Fordere Freiheit für Ahmadreza Djalali!
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Yasaman Aryani
Um den internationalen Frauentag 2019 zu feiern, verteilte Yasaman Aryani (27) gemeinsam mit ihrer Mutter und anderen Frauen Blumen in der Teheraner U-Bahn. Sie trugen dabei kein Kopftuch und sprachen über ihre Hoffnung für Frauenrechte im Iran. Am 10. April 2019 wurde Yasaman festgenommen. Auch Yasaman Aryanis Mutter wurde wenige Tage später verhaftet. Yasaman Aryani und ihre Mitstreiterinnen sind im Gefängnis, weil sie dafür kämpfen, dass Frauen selbst entscheiden dürfen, wie sie sich kleiden.
Fordere Freiheit für Yasaman Aryani!

Unschuldig inhaftiert im Iran

Unfaire Verfahren und erzwungene Geständnisse

Unschuldig Inhaftierte werden oftmals aufgrund erzwungener Geständnisse verurteilt, die unter Folter und anderen Misshandlungen zustande kommen. Den Inhaftierten wird der Zugang zu einem Rechtsbeistand verwehrt, ihr Recht auf ein faires Verfahren mit Füßen getreten.

Geiseldiplomatie

Die iranischen Behörden nutzen die willkürliche Inhaftierung europäischer Staatsbürger*innen immer wieder erpresserisch als Druckmittel gegen europäische Staaten. Derzeit befinden sich mindestens 17 Doppelstaatsbürger*innen aus Europa und Amerika in iranischer Gefangenschaft. (Stand: Juni 2022)

Im Gefängnis dem Tod überlassen

Iranische Gefängnisbehörden verletzen das Recht auf Leben, indem sie kranken Inhaftierten die lebensrettende medizinische Versorgung verweigern. Die Behörden leiten weder Untersuchungen zu Todesfällen in Haft ein noch ziehen sie die Verantwortlichen zur Rechenschaft.

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