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Vor dem Länderspiel Österreich – Israel in Linz kritisiert Amnesty International die Teilnahme der israelischen Nationalmannschaft an dem Wettbewerb und fordert von UEFA und FIFA Konsequenzen gegenüber dem israelischen Fußballverband. Der israelische Fußballverband lässt mindestens sechs Vereine aus völkerrechtswidrigen Siedlungen im besetzten Westjordanland in seinen Ligen spielen. Er verstößt damit gegen die Statuten des Weltverbands FIFA und legitimiert die rechtswidrige Besatzung.
Der irische Fußballverband hat von der UEFA die Suspendierung des israelischen Verbands verlangt. In Österreich fehlt diese Klarheit bisher. Ein Verband, der Klubs aus illegalen Siedlungen spielen lässt, darf nicht einfach weitermachen. Regeln, die nur für manche gelten, sind keine Regeln.
Alexander Weihrauch, Campaigner bei Amnesty International Österreich
„Sport darf niemals als PR-Bühne für Staaten dienen, die schwere Verbrechen begehen. Während Israels Fußballteam in Österreich willkommen geheißen wird, geht der Genozid in Gaza und die Vertreibung im Westjordanland weiter. Die Bundesregierung muss endlich daraus Konsequenzen ziehen.“
Statt ein klares Signal zu senden, dass die rechtswidrige Besatzung des palästinensischen Gebiets und die schweren Verbrechen gegen Palästinenser*innen Konsequenzen haben, bietet die UEFA Israel eine internationale Bühne.
Steve Cockburn, Regionaldirektor für Europa bei Amnesty International.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass die israelische Fußballnationalmannschaft der Männer diesen Herbst an der UEFA Nations League teilnehmen wird, obwohl es eindeutige Beweise dafür gibt, dass der israelische Fußballverband weiterhin illegale Siedlungen unterstützt“, sagt Steve Cockburn, Regionaldirektor für Europa bei Amnesty International.
„UEFA und FIFA hätten den israelischen Fußballverband längst suspendieren müssen, da dieser sich weigert, Vereine mit Sitz in völkerrechtswidrigen Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet aus den israelischen Ligen auszuschließen. Ihre weitere Teilnahme an den israelischen Ligen steht in offenem Widerspruch zu den FIFA-Statuten, an die auch die UEFA gebunden ist. Solange Geld von FIFA und UEFA an diese Vereine fließt, besteht das Risiko, dass damit zur Aufrechterhaltung völkerrechtswidriger Siedlungen und der rechtswidrigen Besatzung beigetragen wird.“
Nach Artikel 64 der FIFA-Statuten dürfen Mitgliedsverbände und ihre Klubs nur mit dessen Zustimmung auf dem Gebiet eines anderen Mitgliedsverbands spielen. Das besetzte Westjordanland ist Gebiet des palästinensischen Verbands, der dem Spielbetrieb der Siedlungsklubs nie zugestimmt hat. FIFA und UEFA finanzieren den israelischen Verband zudem mit. Damit laufen sie Gefahr, selbst zur Aufrechterhaltung der Siedlungen und zu Menschenrechtsverletzungen an Palästinenser*innen beizutragen.
Im März 2026 kündigte die FIFA an, keine Maßnahmen gegen den israelischen Fußballverband wegen der Teilnahme von Vereinen mit Sitz in völkerrechtswidrigen Siedlungen an den israelischen Ligen zu ergreifen. Nach Einschätzung von Amnesty International trägt diese Haltung indirekt zur Legitimierung der rechtswidrigen Besatzung Israels bei und birgt das Risiko, zu schweren Menschenrechtsverletzungen an Palästinenser*innen beizutragen.
Der Internationale Gerichtshof hat bereits 2024 festgestellt, dass die israelische Besatzung des palästinensischen Gebiets rechtswidrig ist und die Siedlungen gegen das Völkerrecht verstoßen. Der palästinensische Verband hat die FIFA-Entscheidung im April vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS angefochten.
Bereits im Oktober 2025 wandte sich Amnesty International an FIFA und UEFA und forderte die Suspendierung des israelischen Fußballverbands, sollte dieser Vereine mit Sitz in völkerrechtswidrigen Siedlungen nicht aus seinen Ligen ausschließen.
Die Gruppenphase der UEFA Nations League 2026/27 beginnt am 24. September. Österreich, Israel, Irland und Kosovo spielen in Liga B, Gruppe B3, gegeneinander. Österreich trifft am 24. September in der Linzer Raiffeisen Arena auf Israel. Das Rückspiel am 17. November findet im ungarischen Debrecen statt, da die UEFA aus Sicherheitsgründen keine Spiele in Israel zulässt.
In Irland gibt es im Rahmen der Kampagne „Stop the Game“ starken öffentlichen Widerstand gegen die Teilnahme Israels an internationalen Fußballwettbewerben. Mehrere Fußballverbände, Spieler*innen, Aktivist*innen, Gewerkschaften, Künstler*innen und Politiker*innen haben Sanktionen, einen Boykott oder die Aussetzung der bevorstehenden Spiele zwischen Irland und Israel gefordert.
Der irische Fußballverband Football Association of Ireland (FAI) hat die UEFA offiziell aufgefordert, eine Suspendierung Israels von UEFA-Wettbewerben zu prüfen. Die UEFA hat die Spiele der Nations League dennoch angesetzt und bei Bedarf die Austragung an „neutralen Spielorten“ genehmigt – also in Ländern außerhalb Israels und Irlands. Die Spiele zwischen Irland und Israel sollen in Ungarn ohne irische Fans und in Serbien ganz ohne Publikum ausgetragen werden.
Im Juni 2026 veröffentlichte Amnesty International den Bericht Erasing Anything Palestinian: Israel’s Ethnic Cleansing of West Bank Bedouin and Herding Communities. Darin dokumentiert die Organisation, wie die israelische Regierung die formelle Annexion palästinensischen Landes zu einem ausdrücklichen politischen Ziel gemacht und die Ausweitung der illegalen Siedlungen sowie die Vertreibung palästinensischer Gemeinschaften vorantreibt hat. Amnesty dokumentiert dabei auch staatlich unterstützte Gewalt von Siedler*innen.