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Saudi-Arabien: Im Gefängnis statt am Steuer

24. Juni 2018

Kronprinz Mohamed bin Salman gibt sich als visionärer Reformer: Ab Sonntag, 24. Juni 2018, dürfen Frauen in Saudi-Arabien Auto fahren. Bittere Ironie: Genau die Menschenrechtsverteidigerinnen, die sich seit Jahren dafür eingesetzt hatten, wurden verhaftet. Amnesty hat deshalb eine weltweite Online-Aktion gestartet und fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.

Amnesty International begrüsst die Aufhebung des Fahrverbots für Frauen. Diesem Schritt müssen jedoch weitere Reformen für die Verbesserung der Frauenrechte folgen – und die Freilassung der mindestens acht Menschenrechtsverteidigerinnen, die sich immer noch in Haft befinden, ohne Anklage und ohne Kontakt zur Aussenwelt. Unter ihnen befindet sich auch Loujain al Hathloul, die sich an vorderster Front für das Recht, als Frau Auto fahren zu dürfen, eingesetzt hatte.

Seit Mitte Mai 2018 wurden bisher insgesamt 19 Menschenrechtsverteidigerinnen verhaftet, begleitet von einer medialen Schmutzkampagne, die sie als "Verräterinnen" und "Spione" diffamierte. Die Verhaftungen sind Ausdruck einer immer stärkeren Unterdrückung unabhängiger Stimmen im Königreich. Mit den jüngsten Verhaftungen demaskieren sich König Salman und der Kronprinz mehr als repressive Herrscher, den als mutige Reformer.