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USA: Zwei Tote und ein Verletzter nach Schüssen bei Demonstration in Kenosha

27. August 2020

Bei einer Demonstration gegen Polizeigewalt in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin hat ein Zivilist laut Berichten zwei Teilnehmende getötet und einen verletzt. Die Proteste in Kenosha hatten begonnen, nachdem der Afroamerikaner Jacob Blake von Polizeikräften mit sieben Schüssen in den Rücken schwer verletzt wurde, als er in sein Auto einsteigen wollte. 

"Einmal mehr erleben wir, warum es für die Vereinigten Staaten von entscheidender Bedeutung ist, für ein Ende der Waffengewalt zu sorgen und die Rechte derjenigen zu schützen, die friedlich protestieren", sagt Ernest Coverson, Leiter der Kampagne End Gun Violence bei Amnesty International USA, und sagt weiter: "Es ist die Pflicht der Polizeibeamt*innen, Demonstrierende zu schützen. Wisconsin ist ein Bundesstaat, in dem das offene Tragen von Waffen erlaubt ist. Polizeibeamt*innen sollten sicherstellen, dass bewaffnete Privatpersonen nicht die öffentliche Sicherheit gefährden oder friedlich Demonstrierende ins Visier nehmen." 

Die Black-Lives-Matter-Bewegung hat sich zur größten Bewegung für soziale Gerechtigkeit in der Geschichte des Landes entwickelt. Deswegen ist es wichtiger denn je, dass sich die Polizei dafür einsetzt, dass sich alle Gehör verschaffen können, ohne ihr Leben zu verlieren oder verletzt zu werden.

Ernest Coverson, Leiter der Kampagne End Gun Violence bei Amnesty International USA

"Sowohl in Wisconsin als auch in den USA insgesamt haben sich in der Vergangenheit Polizeikräfte immer wieder besorgt über die Gesetze geäußert, die das offene Tragen von Waffen erlauben. Denn diese Politik eskaliert die Gewalt weiter und gefährdet sowohl die Polizei als auch die Öffentlichkeit. Die einzige Voraussetzung für das offene Tragen einer geladenen Schusswaffe in Wisconsin ist, dass die Person 18 Jahre alt ist – eine Genehmigung ist nicht erforderlich. Zwei Menschen sind tot und einer verletzt, weil eine bewaffnete Person beschloss, auf sie zu zielen. Und diese Person benötigte nicht einmal eine Genehmigung zum Tragen ihrer geladenen Waffe. Die Gesetze zum offenen Tragen einer Waffe – insbesondere, wenn man für das Tragen keine Genehmigung braucht – gefährden die Öffentlichkeit und müssen aufgehoben werden. Die USA versäumen es, das Recht auf Leben und das Recht, sicher protestieren zu können, zu schützen", sagt Ernest Coverson.

Im vergangenen Monat veröffentlichte Amnesty International einen Bericht und fordert, dass sich lokale, bundesstaatliche und föderale Strafverfolgungsbehörden bei Polizeieinsätzen auf Demonstrationen an die empfohlenen Verhaltensweisen halten. 

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