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Presseaussendung

Nauru, die Insel der Verzweiflung

17. Oktober 2016

Australien verwandelt die Insel in ein Freiluftgefängnis

Einem Bericht von Amnesty International zu Folge sind Flüchtlinge und Asylwerbende schweren Misshandlungen durch die australische Regierung ausgesetzt. Das ist eine massive Missachtung internationaler Gesetze, stellte die Organisation fest.

Die monatelange Recherche und hunderte Interviews mit Betroffenen auf der Insel Nauru und in Australien ergeben ein erschreckendes Bild, wie im Bericht ‚Island of Despair‘ (Insel der Verzweiflung) dokumentiert ist. Flüchtlinge würden systematisch vernachlässigt und seien brutaler Misshandlung ausgesetzt.

Um Asylwerbende daran zu hindern, Zuflucht in Australien zu finden, hat Australien auf Nauru eine Gefängnisanlage errichtet, deren Ziel es ist, so viel Leiden wie möglich zu verursachen.

Anna Neistat, Senior Director for Research bei Amnesty International

Anna Neistat gehört zu den wenigen Menschen, denen Zutritt zu der Anlage verschafft wurde. Amnesty International vergleicht die Misshandlung der Flüchtlinge mit folterähnlichen Methoden.

„Australiens Regierung hat Frauen, Männer und Kinder auf einer einsamen Insel isoliert, von der es keine Fluchtmöglichkeit gibt. Der einzige Zweck dieser Insel ist, diese Menschen leiden zu lassen“, schreibt sie im Bericht. Australien sei ein Land, das in seiner Geschichte von Einwanderung profitiert hätte. Es sei die Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet Australien eine Politik eingeführt habe, die ursächlich für große Menschenrechtsverbrechen verantwortlich sei.

Amnesty International fordert die umgehende Schließung der Anlage auf Nauru und einen Plan für eine humane und menschenrechtskkonforme Lösung für Menschen, die in Australien um Schutz ansuchen.