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Presseaussendung

Myanmar: Neue Beweise für Massaker im Bundesstaat Rakhine

22. Mai 2018

Aktuelle Amnesty-Recherchen belegen brutale Angriffe der Rohingya Salvation Army (ARSA)

 Eine mit Messern und Gewehren bewaffnete Gruppierung von Rohingya-Kämpfer*innen ist für ein oder vielleicht auch zwei Massaker an 99 hinduistischen Frauen, Kindern und Männern sowie weitere außergerichtliche Hinrichtungen und Verschleppungen in hinduistischen Dörfern verantwortlich. Diese Verbrechen wurden im August 2017 begangen, belegen aktuelle Recherchen von Amnesty International im Bundesstaat Rakhine.

Dutzende Befragungen in Rakhine und in grenznahen Gebieten in Bangladesch sowie von Gerichtsmediziner*innen ausgewertete fotografische Beweise zeigen: Kämpfer*innen der Rohingya Salvation Army (ARSA) haben mit diesen brutalen Angriffen Angst und Schrecken unter den Hindus und anderen ethnischen Gemeinschaften verbreitet. 

Unsere Recherchen vor Ort haben dieses dunkle Kapitel von weitgehend unbemerkten Menschenrechtsverletzungen der ARSA im nördlichen Bundesstaat Rakhine endlich ans Licht gebracht.

Tirana Hassan, Direktorin des Krisenreaktionsteams von Amnesty International

„Es ist fast unmöglich, die unglaubliche Brutalität im Vorgehen der ARSA zu ignorieren. Sie haben bei den Überlebenden der Massaker, mit denen Amnesty sprechen konnte, zu unauslöschlichen Erinnerungen geführt", sagt Tirana Hassan.

Unabhängige Untersuchungen

„Nach den schrecklichen Angriffen der ARSA folgten die ethnischen Säuberungen des Myanmar-Militärs gegen die Rohingya. Beide müssen dafür verurteilt werden. Menschenrechtsverletzungen der einen Seite rechtfertigen niemals Verletzungen durch die andere Seite. Alle Überlebenden und Familien der Betroffenen haben Recht auf Gerechtigkeit, Wahrheit und Wiedergutmachung für den immensen Schaden, den sie erlitten haben“, sagt Tirana Hassan.

Bei einem Treffen des UN-Sicherheitsrates letzte Woche kritisierte der ständige Vertreter Myanmars einige Vertreter*innen der Vereinten Nationen, dass sie nur «eine Seite» angehört hätten und die von ARSA begangenen Übergriffe nicht anerkannt hätten.

 „Die Regierung Myanmars kann die internationale Gemeinschaft nicht einseitig kritisieren und gleichzeitig den Zugang zum Bundesstaat Rakhine verweigern. Das volle Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen der ARSA und des Militärs in Myanmar wird erst bekannt sein, wenn unabhängige Ermittler*innen, einschließlich jene der Vereinten Nationen, vollen und uneingeschränkten Zugang zum Bundesstaat Rakhine erhalten“, sagt Tirana Hassan.