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© Amnesty International (with courtesy of Sen. Limas office)

Presseaussendung

Menschenrechtsverteidigerinnen fordern Schutz und Sicherheit für ihren Einsatz

28. August 2018

Mit der EU-Ratspräsidentschaft hat Österreich die Chance, den Schutz von Menschen, die sich für die Rechte aller einsetzen, zur Priorität der EU-Außenpolitik zu machen

Einen Tag vor dem informellen Gymnich-Treffen der EU-Außenminister*innen in Wien treffen hier im Rahmen eines Amnesty-Events Menschenrechtsverteidigerinnen aus El Salvador, Indonesien, Kenia, Österreich, Syrien und Russland mit EU-Vertreter*innen zusammen, um angesichts zunehmender Angriffe auf Aktivist*innen mehr Schutz und Unterstützung zu einzufordern.

Viel zu oft werden mutige Frauen, die sich für positive Veränderungen in ihrer Gesellschaft einsetzen, bedroht, misshandelt und sogar ermordet. Wir alle müssen uns jetzt an ihre Seite stellen und gemeinsam ihre Sicherheit einfordern.

Annemarie Schlack, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich

„Wir leben in einer Zeit, in der diejenigen, die es wagen, die Rechte der Menschen einzufordern, ins Visier genommen und angegriffen werden, anstatt geschützt und unterstützt zu werden: Von Saudi-Arabien über die Ukraine bis zu den Philippinen stehen Menschenrechtsverteidigerinnen oft massiv unter Druck, wenn sie für Gerechtigkeit und ein Miteinander auf Augenhöhe kämpfen. Viel zu oft werden mutige Frauen, die sich für positive Veränderungen in ihrer Gesellschaft einsetzen, bedroht, misshandelt und sogar ermordet. Wir alle müssen uns jetzt an ihre Seite stellen und gemeinsam ihre Sicherheit einfordern“, sagt Annemarie Schlack, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich, und sagt weiter:

„Beim Event von Amnesty International in Wien erinnern sechs mutige Frauen Politiker*innen, Diplomat*innen und uns alle daran, dass jede Gelegenheit genutzt werden muss, um Menschenrechtsverteidigerinnen zu unterstützen. Und zwar nicht nur am Papier, sondern ganz real in der Praxis.“

Frauen stehen besonders oft unter Druck

Die von Amnesty International Österreich und dem Haus der Europäischen Union organisierte Veranstaltung steht unter dem Motto „Defending Women – Defending Rights“. Dabei geht es um die spezifischen Herausforderungen, denen Menschenrechtsverteidigerinnen gegenübersehen, aber auch auf die Möglichkeiten, wie die EU und ihre Mitgliedstaaten ein sicheres und förderliches Umfeld für ihre Arbeit schaffen können.

„Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben sich dazu verpflichtet, Menschenrechte zu fördern und jene zu schützen, die sich für die Menschenrechte einsetzen. Entscheidungsträger*innen haben bewiesen, dass sie direkte Auswirkungen auf einzelne Fälle haben können, wenn sie in internationalen Foren tätig werden und wenn sie gegen repressive Regierungen vorgehen. Dennoch fallen diese Verpflichtungen leider allzu oft wegen kurzsichtigen politischen Gründen unter den Tisch“, sagt Guadalupe Marengo, Leiterin des globalen Programms für Menschenrechtsverteidiger*innen von Amnesty International.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben sich dazu verpflichtet, Menschenrechte zu fördern und jene zu schützen, die sich für die Menschenrechte einsetzen.

Guadalupe Marengo, Leiterin des globalen Programms für Menschenrechtsverteidiger*innen von Amnesty International

„Der Mangel an öffentlicher Unterstützung für die saudischen Menschenrechtsverteidigerinnen, die seit mehr als 100 Tagen hinter Gittern sitzen, ist nur ein Beispiel dafür. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen ihren Verpflichtungen überall und jederzeit mit gleicher Entschlossenheit nachkommen", sagt Guadalupe Marengo.

Schwerpunkt zu Menschenrechtsverteidigerinnen

Im Rahmen der Kampagne Es beginnt hier. Schreiben wir Geschichte setzt sich Amnesty International Österreich diesen Herbst verstärkt für die Anerkennung und den Schutz Menschenrechtsverteidigerinnen ein. Menschenrechtsverteidigerinnen sind Frauen, die für die Rechte aller Menschen kämpfen und sich für Frauenrechte stark machen.

In jeder Region der Welt sind jene Frauen geschlechtsspezifischen Diskriminierungen und Bedrohungen ausgesetzt – zusätzlich zu den Angriffen und Repressalien, mit denen Menschen generell konfrontiert sind, die sich für die Rechte aller einsetzen. Diejenigen, die traditionelle Geschlechterstereotypen in Frage stellen oder zu Themen wie sexuelle und reproduktive Rechte arbeiten oder die die Menschenrechte von Frauen und Mädchen verteidigen, sind häufig mit geschlechtsspezifischen Angriffen, einschließlich sexueller Gewalt, ausgesetzt, um sie zum Schweigen zu bringen. Doch wenn die Stimmen von Frauen in einer Gesellschaft fehlen, dann hat das negative Auswirkungen auf unser Zusammenleben.

Amnesty International fordert die Entscheidungsträger*innen auf, sicherzustellen, dass Menschenrechtsverteidigerinnen anerkannt werden und sicher ihrem Engagement nachgehen können.