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© Sergio Ortiz/Amnesty International

Presseaussendung

Mehr als 900 Eltern von Kindern getrennt

27. Juli 2018

Weiterhin dreister Verstoß gegen Menschenrechte getrennter Familien

Die gerichtlich angeordnete Frist, die der US-Regierung unter Präsident Trump gesetzt wurde – mehr als 2.500 Kinder, die trotz ihrer Schutzbedürftigkeit gewaltsam von ihren Eltern getrennt worden waren, wieder zusammenzubringen – ist verstrichen: Berichten zufolge sollen weiterhin mehr als 900 Eltern von ihren Familien getrennt bleiben, weil die Verwaltung sie als „nicht anspruchsberechtigt“ oder „noch nicht anspruchsberechtigt“ eingestuft hat.

„Die Trump-Administration hat eine Situation geschaffen, in der Hunderte Familien getrennt bleiben und noch mehr in Haftanstalten festgehalten werden. Dies ist ein bösartiger Akt, um Familien zu bestrafen, die Schutz vor Gewalt und Verfolgung suchen“, sagte Ashley Houghton, Kampagnenmanagerin bei Amnesty International USA:

„Präsident Trump richtet das System gegen Kinder, die bereits eine gefährliche Reise in die Vereinigten Staaten hinter sich haben. Diese Familien hätten nie getrennt werden dürfen.

Es gibt keinen Grund, warum Familien inhaftiert werden sollten, während ihre Anträge bearbeitet werden.

„Die Trump-Administration hat die Kinder von ihren Eltern weggerissen und damit in dreister Art und Weise die Menschenrechte dieser Familien verletzt. Dann entschied sich die Verwaltung für einen anderen Verstoß: Anstatt Familien zwangsweise zu trennen, werden nun ganze Familien inhaftiert.

„Es gibt keinen Grund, warum Familien inhaftiert werden sollten, während ihre Anträge bearbeitet werden. Asyl zu suchen ist kein Verbrechen – und die Familien, die Asyl suchen, sollten nicht wie Kriminelle behandelt werden.“

Amnesty International fordert die US-Regierung auf,

  • getrennte Familien wieder zusammenzubringen,

  • die erzwungene Trennung von Kindern von ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten zu stoppen,

  • Inhaftierung von Familien, die Asyl suchen, zu beenden

  • Familien unverzüglich aus der Haft zu entlassen.

Amnesty fordert auch die Rückkehr zu Alternativen zur Inhaftierung wie dem Family Case Management Program.