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© Flüchtlinge im Camp Moria / Guy Smallman/Getty images

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Brände in griechischen Flüchtlingslagern: Behörden müssen jetzt handeln

28. April 2020

Amnesty fordert die Behörden in Griechenland auf, die Menschen von den Inseln auf sicherem Weg aufs Festland zu bringen und angemessene Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Die jüngsten Brände verdeutlichen die katastrophale Situation, in der sich die Menschen dort befinden.

“Diese Brände verdeutlichen, wie unmenschlich die Situation für die Bewohner*innen in den griechischen Flüchtlingslagern ist," sagt Massimo Moratti, stellvertretender Europa-Direktor bei Amnesty International.

Die Menschen leben in ständiger Angst vor einem COVID-19-Ausbruch, was unter so überfüllten Bedingungen katastrophale Folgen hätte. Und nun sind ihre Unterkünfte noch viel unsicherer geworden – durch vier Brände innerhalb einer Woche.

Massimo Moratti, stellvertretender Europa-Direktor bei Amnesty International

"Die Lager sind keine sicheren Orte“, sagt Massimo Moratti, und sagt weiter: “Nie war es dringender, dass die griechischen Behörden rasch handeln, die Menschen aus den Lagern evakuieren und sie in sichere Unterkünfte auf dem Festland bringen. Die griechische Regierung muss dringend sicherstellen, dass sie ihre Versprechen umsetzt und gefährdete Asylwerber*innen auf das Festland bringt.“

Drei Brände haben im Flüchtlingslager Vathy auf der griechischen Insel Samos gewütet und dabei viele Zelte und Wohncontainer zerstört. Etwa 200 Menschen sind dadurch obdachlos geworden.

Zwei Brände am Sonntag, den 26. April, und ein weiterer am Montag, den 27. April, zerstörten einen großen Teil des Camps in dem fast 7.000 Asylwerber*innen untergebracht sind, obwohl es nur Kapazitäten für 648 Menschen gibt. Griechischen Behörden zufolge seien die Ursache für die Brände am Sonntag Zusammenstöße zwischen Bewohner*innen des Lagers. Die Brände in Vathy folgen nur eine Woche nach einem Brand des ebenso überfüllten Lager Vial auf Chios.

Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten gefordert

Der kürzlich von IOM, UNHCR und der griechischen Regierung veröffentlichte Entwurf für die Evakuierung von mehr als 2.000 vulnerablen Asylwerber*innen und deren Unterbringung in Hotels und Apartements auf dem Festland trifft schon jetzt auf einige Hindernisse. Die für letzte Woche geplante Abreise von 1500 Menschen aus Moria wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Begündet wurde das damit, die Überstellung auf eine besser organisierte und sicherere Art und Weise umsetzen zu wollen. Damit will man den Bedenken der lokalen Bevölkerung entgegenkommen, nachdem in manchen Teilen der Stadt, in der Geflüchtete untergebracht werden hätten sollen, Demonstrationen abgehalten wurden. „Die Menschen in den Lagern können aber nicht mehr länger warten“, sagt Massimo Moratti, und sagt weiter: 

Es liegt auch an den EU-Mitgliedsstaaten, endlich mehr zu tun: Durch verstärkte Zusammenarbeit können sie einen drohenden katastrophalen Ausbruch des Virus verhindern und Menschen in Sicherheit bringen.”

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