
Infostand zum Thema "Beseitigung von Gewalt gegen Frauen", 27. November 2027
Die Gruppe Wien sammelt Unterschriften zum Thema "Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" am 27. November 2026 von 15-17:00 Uhr.
Wir alle haben Menschenrechte. Doch weltweit werden immer noch viele Frauen und Mädchen aufgrund ihres biologischen und sozialen Geschlechts (Gender) diskriminiert. Ungleichheit zwischen Geschlechtern liegt vielen Problemen zugrunde, von denen Frauen und Mädchen unverhältnismäßig stark betroffen sind. Auch werden in vielen Staaten Frauen, die sich für ihre Menschenrechte und für andere Frauen einsetzen, verfolgt und sind sexueller Gewalt und Diskriminierung in besonderem Maß ausgesetzt.
Amnesty International fordert von Regierungen weltweit eine aktive Politik gegen Diskriminierung und Gewalt an Frauen. Gemeinsam kämpfen wir dafür, ein Leben ohne Gewalt und Diskriminierung für alle Frauen zu schaffen – weltweit und in Österreich.
Wir sammeln mit unserer Aktion Unterschriften auf Petitionen für Frauen in Gefahr.

Österreich: Nur Ja heißt Ja. So geht Konsens
Sex braucht die Zustimmung aller Beteiligten, sonst ist es eine Vergewaltigung. Nur Ja heißt Ja als Zustimmungsprinzip schützt die sexuelle Selbstbestimmung wirksam.
Fast jede 4. Frau in Österreich erlebt sexualisierte Gewalt, in den meisten Fällen sind die Täter Männer.
Wir brauchen in Österreich ein Sexualstrafrecht, das Gewaltbetroffenen den Rücken stärkt!

Ägypten: Inhaftierte Aktivistin braucht medizinische Hilfe
Die nächste Anhörung von Marwa Arafa vor dem Strafgericht in Kairo ist für den 17. Oktober angesetzt. Marwa Arafa ist eine Menschenrechtsverteidigerin und Übersetzerin, die seit sechs Jahren willkürlich im Gefängnis ist. Sie ist sehr krank und muss freigelassen werden!

El Salvador: Ruth López bedingungslos freilassen!
Die international bekannte Anwältin Ruth López ist seit dem 18. Mai 2025 ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft. Amnesty International hat sie als gewaltlose politische Gefangene anerkannt. Ihr Fall ist das bekannteste Beispiel für die massive Verfolgung von Menschenrechtsverteidiger*innen und Regierungskritiker*innen in El Salvador.
Nun wurde bekannt, dass sie schwer erkrankt ist und erhebliche Risiken für ihre Gesundheit bestehen. Amnesty fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.
Setz dich jetzt für Ruth López und sende eine E-Mail an den Generalstaatsanwalt von El Salvador.

Brief gegen das Vergessen (Oktober 2026)
Zeynab Jalalian gehört der kurdischen Minderheit im Iran an und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe. Sie wurde im März 2008 wegen ihres Einsatzes für die kurdische Selbstverwaltung und ihrer Aktivitäten beim politischen Flügel der oppositionellen Gruppe Partiya Jiyana Azad a Kurdistanê (PJAK) festgenommen. Zeynab wurde 2020 aus dem Gefängnis von Choy in der Provinz West-Aserbaidschan in das Zentralgefängnis von Yazd verlegt – 1.400 Kilometer von ihrem Heimatort Maku entfernt. In den folgenden vier Jahren konnten sie ihre Angehörigen nur ein einziges Mal besuchen. Anlässlich des vierten Jahrestages der Tötung von Jina Mahsa Amini am 16. September hat Zeynab Jalalian zusammen mit weiteren kurdischen Gefangenen angekündigt, in einen Hungerstreik zu treten.

Marokko: Ibtissame "Betty" Lachgar
Brief gegen das Vergessen (September 2026)
Die marokkanische Feministin und LGBTI-Aktivistin Ibtissame "Betty" Lachgar ist in Marokko zu Unrecht inhaftiert und angeklagt worden. Weil sie ein Foto von sich in den Sozialen Medien veröffentlicht hatte, auf dem sie ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift "Allah ist lesbisch" trägt, wurde sie im August 2025 inhaftiert und wenig später zu zweieinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Ihr wird "Beleidigung des Islams" vorgeworfen. Die Aktivistin befindet sich in Einzelhaft, und ihr Gesundheitszustand ist schlecht. Sie muss dringend operiert werden. Die Behörden haben jedoch mehrere Anträge auf eine vorläufige Freilassung aus medizinischen Gründen abgelehnt.

Simbabwe: Cecillia Chimbiri, Joanah Mamombe, Netsai Marova
Brief gegen das Vergessen (November 2026)
Joanah Mamombe, Netsai Marova und Cecillia Chimbiri wurden wegen einer regierungskritischen Demonstration festgenommen, die die staatlichen Maßnahmen gegen die Coronapandemie sowie die Hungersnot im Land thematisierte. Am selben Tag fielen sie dem Verschwindenlassen zum Opfer und wurden währenddessen gefoltert und sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Im Juni 2020 wurden die Frauen unter Auflagen gegen Kaution freigelassen. Es sind jedoch nach wie vor Anklagen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die damaligen Lockdown-Vorschriften anhängig. Das Gerichtsverfahren wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, und die Behörden haben bis heute weder ihr Verschwindenlassen noch die Foltervorwürfe untersucht.

Tunesien: Menschenrechtlerin (Sihem Bensedrine) droht Festnahme
Am 26. Juni 2026 wurde Sihem Bensedrine in zwei Verfahren zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt. Die Urteile scheinen eine Vergeltungsmaßnahme für ihre Arbeit zu sein. Denn Sihem Bensedrine ist eine bekannte tunesische Menschenrechtsaktivistin.

Türkei: LGBTQIA+ Aktivist*innen inhaftiert
In der Türkei eskaliert das Vorgehen der Behörden gegen Angehörige der LGBTQIA+ Community derzeit auf alarmierende Weise. Bei Razzien der Polizei wurden Dutzende Personen verhaftet. Wir alle haben das Recht, selbstbestimmt zu leben und zu lieben. Die türkischen Behörden müssen alle willkürlich inhaftierten Personen freilassen!
Bereits seit Jahren werden lesbische, schwule, bisexuelle, trans, queere, intergeschlechtliche, agendered und asexuelle Menschen (LGBTQIA+) in der Türkei diskriminiert und ihre Rechte und Freiheiten eingeschränkt. Doch mit den seit dem 12. September 2026 stattfindenden Razzien gegen Aktivist*innen hat die Verfolgung ein neues, alarmierendes Level erreicht! Mindestens 23 Personen befinden sich noch in Untersuchungshaft. Darunter sind auch die Mitglieder der größten türkischen LGBTQIA+ Organisation KAOS GL Janset Kalan, Nedime Erdoğan, Umut Derin und Selin Berghan sowie die Journalistin Tuğba Tekerek. Die fünf Festgenommenen wurden verhört und in das Sincan-Gefängnis in Ankara gebracht. Ihre Inhaftierung ist willkürlich und diskriminierend. Zudem gibt es Berichte über Gewalt und schlechte Bedingungen in der Untersuchungshaft.

USA: Fehlgeburt in ICE-Gewahrsam - Anabell freilassen!
Anabell kommt aus Nicaragua und verlor in ICE-Haft ihr ungeborenes Kind. Anstatt sie medizinisch zu versorgen, wurde sie von den Behörden in Einzelhaft gesteckt. Anabell muss sofort freigelassen werden! Nach einer Fehlgeburt ist medizinische Versorgung unbedingt notwendig, denn Infektionen können lebensgefährlich werden. Sie muss sofort freigelassen werden. Anabell benötigt dringend eine gynäkologische Behandlung außerhalb der Hafteinrichtung und Zugang zu ihrer Krankenakte.

Vietnam: Gesundheitszustand von Aktivistin (Cấn Thị Thêu) verschlechtert sich
Cấn Thị Thêu geht es immer schlechter. Sie ist eine bekannte Landrechtsaktivistin und seit fünf Jahren im Gefängnis. Dort soll sie Folter und unmenschlichen Haftbedingungen ausgesetzt sein. Sie wird nicht angemessen medizinisch versorgt.