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Schikanen gegen Aktivistin

Polen

Am 6. Mai durchsuchte die Polizei die Wohnung der bekannten Menschenrechtsverteidigerin Elżbieta Podleśna und nahm sie mehrere Stunden in Gewahrsam. Nun wird wegen „Verletzung religiöser Gefühle“ gegen sie ermittelt. Es drohen bis zu zwei Jahre Haft. Sie ist wegen ihres menschenrechtlichen Engagements ins Visier der Behörden geraten.

Fordere jetzt, dass die Behörden die Ermittlungen gegen Elżbieta Podleśna wegen „Verletzung religiöser Gefühle“ umgehend einstellen.

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Mehr Informationen zu diesem Fall

Die Menschenrechtsverteidigerin Elżbieta Podleśna war gerade erst von einer Reise mit Amnesty International nach Belgien und in die Niederlande zurückgekehrt, als ihre Wohnung von der polnischen Polizei durchsucht wurde. Es bleibt unklar, warum Ermittlungen gegen Elżbieta Podleśna aufgenommen wurden und warum die Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung genehmigt hatte. Die Polizei fand Kopien eines Posters der Jungfrau Maria mit einem Heiligenschein in den Farben der LGBTI-Regenbogenfahne. Elżbieta Podleśna hätte für eine Aussage zu den Postern schlicht auf die Polizeiwache vorgeladen werden können. Die Poster der Jungfrau Maria mit dem Heiligenschein in den Farben der LGBTI-Regenbogenfahne waren Ende April in der Stadt Płock im Zentrum von Polen plakatiert worden.

Polen ist auf Grundlage des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, der Europäischen Menschenrechtskonvention sowie der Charta der Grundrechte der Europäischen Union dazu verpflichtet, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu achten, zu schützen und zu fördern.

Dieser Fall muss im größeren Kontext der aktuellen Schikanen gegen Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen in Polen gesehen werden. Gegen Elżbieta Podleśna sind in Verbindung mit ihrem friedlichen Aktivismus mindestens 14 Strafverfahren anhängig und sie wird durchgängig von der Polizei überwacht. Wie in dem kürzlich erschienenen Bericht „The Power of ‚the street‘: Protecting the right to peaceful protest in Poland“ dokumentiert wird, ist dies derzeit eine übliche Drangsalierungsmethode gegen sich kritisch äußernde Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen.

 

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