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Muhammad Bekzhanov ist frei

Der usbekische Gewissensgefangene war einer der weltweit am längsten inhaftierten Journalisten

Der usbekische Journalist Muhammad Bekzhanov wurde am 22. Februar nach 17 Jahren in Haft freigelassen. Der Chefredakteur der verbotenen Tageszeitung der Oppositionspartei Erk, verließ 1993 aufgrund politischer Verfolgung, Schikane und Einschüchterung im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei Erk durch die usbekischen Behörden seine Heimat Usbekistan. 1999 wurde er aus der Ukraine nach Usbekistan abgeschoben und befand sich seitdem dort in Haft. 

Muhammad Bekzhanov hat 17 lange Jahre sinnlos im Gefängnis verbracht. Seine Verurteilung folgte auf ein unfaires Verfahren und schwere Folter, als Vergeltung für seinen politischen Aktivismus wurde die Haftstrafe immer wieder willkürlich verlängert. Zum Zeitpunkt seiner Freilassung war Bekzhanov weltweit einer der am längsten inhaftierten Journalisten.

Denis Krivosheev, Stellvertretender Direktor für Europa und Zentralasien, Amnesty International

Hintergrund

Am 16. Februar 1999 explodierten in Taschkent sechs Bomben. Dreizehn Menschen starben bei diesem Anschlag und über hundert wurden verletzt. Daraufhin nahmen die usbekischen Sicherheitskräfte willkürlich Hunderte angeblicher Verdächtiger fest, darunter Mitglieder von unabhängigen islamischen Gemeinden sowie Mitglieder und Unterstützer*innen verbotener politischer Oppositionsparteien und oppositioneller Bewegungen und ihre Familienangehörigen. Muhammad Bekzhanov wurde am 18. März 1999 nach den Bombenanschlägen in Taschkent aus der Ukraine nach Usbekistan zurückgeschoben. Bis Ende April 1999 hielt man ihn ohne Kontakt zur Außenwelt in Gewahrsam. Nachdem er unter Folter die Anschuldigungen „gestand“, wurde er zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Ende Januar 2017 wäre seine Haftstrafe abgelaufen; aufgrund der Verlegung in Einzelhaft im Dezember bestand jedoch die begründete Befürchtung, dass er unter dem Vorwurf, gegen Gefängnisregeln verstoßen zu haben, weiter in Haft behalten werden würde. Dies ist eine in Usbekistan im Falle von Gewissensgefangenen übliche Praxis, von der Muhammad Bekzhanov auch schon 2012 betroffen war. Erst kürzlich hatte Amnesty International deshalb zu einer weltweiten Briefaktion aufgerufen.

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