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Iran: Gefangene bei Protesten von Sicherheitskräften getötet

9. April 2020

In den vergangenen Tagen haben Tausende Gefangene in Gefängnissen im ganzen Land aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus protestiert. Das hat zu tödlichen Reaktionen von Mitarbeiter*innen in Gefängnissen und Sicherheitskräften geführt.


In mehreren Gefängnissen wurden scharfe Munition und Tränengas zur Unterdrückung der Proteste eingesetzt – laut glaubwürdigen Quellen wurden dabei mindestens 35 Gefangene getötet und Hunderte weitere verletzt. Und in mindestens einem Gefängnis schlugen Sicherheitskräfte diejenigen, die an der Protestaktion teilnahmen; das führte möglicherweise zum Tod eines weiteren Häftlings.


„Anstatt auf die legitimen Forderungen der Gefangenen einzugehen und ihr Recht auf Gesundheit zu schützen, wurden Menschen angegriffen und getötet, um sie zum Schweigen zu bringen“, sagte Diana Eltahawy, stellvertretende Direktorin für die Region Naher Osten und Nordafrika bei Amnesty International.

Eltahawy betont:
„Wir fordern eine unabhängige Untersuchung von Gewalt, Folter und Todesfällen. Die Verantwortlichen müssen vor Gericht gebracht werden. Sicherheitskräfte müssen angewiesen werden, die Anwendung von unrechtmäßiger Gewalt unverzüglich einzustellen und davon abzusehen, Gefangene zu bestrafen, die ihr Recht auf Gesundheit einfordern.“

Originaler Beitrag dazu im Newsblog: Corona-Krise und Menschenrechte

Eine etwas umfangreichere Presseaussendung auf Englisch ist hier zu finden.

Corona-Krise: Lassen wir niemanden zurück!

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