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Damit Menschenrechte nicht im Dunkeln verschwinden und Gerechtigkeit siegt.

Vier Jahre nach Beginn der groß angelegten Invasion und zwölf Jahre nach der Besetzung der Krim warnt Amnesty International vor nachlassender internationaler Entschlossenheit, schwere Völkerrechtsverbrechen im Zusammenhang mit Russlands Angriffskrieg konsequent zu verfolgen.
Im Winter 2025/26 bleibt Russlands Angriffskrieg ein systematischer Angriff auf die ukrainische Zivilbevölkerung. Amnesty International verurteilt die russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur, auf Energieversorgung und Wohngebiete als Kriegsverbrechen. In den besetzten Gebieten begehen russische Behörden massive Menschenrechtsverletzungen. Zivilpersonen, darunter auch Kinder, werden verschleppt. Amnesty International kritisiert zudem, dass ukrainische Kriegsgefangene und Zivilist*innen in russischer Gefangenschaft gefoltert, misshandelt und zum Verschwinden gebracht werden. Diese Handlungen stellen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar.
Ohne Rechenschaft für begangene Verbrechen wird es keine Gerechtigkeit geben. Seit 2023 gibt es einen internationalen Haftbefehl gegen Russlands Präsident Putin. Angesichts der Drohungen und Angriffe gegen den Internationalen Strafgerichtshof muss die österreichische Regierung alles unternehmen, um die internationale Gerichtsbarkeit zu verteidigen und zu stärken
Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich.
„Straffreiheit für Kriegsverbrechen oder andere schwere Verstöße gegen das Völkerrecht als Preis für ein Ende der Kampfhandlungen hinzunehmen, ist inakzeptabel. Verbrechen nach internationalem Recht verjähren nicht. Gerechtigkeit für die Betroffenen darf nicht Gegenstand politischer Kompromisse sein.“
Bei -15 Grad und kälter ist das ukrainische Energiesystem in den letzten Monaten intensiven russischen Luftangriffen ausgesetzt. Wärmekraftwerke, Umspannwerke und kritische Übertragungsknotenpunkte gehörten zu den Hauptangriffszielen. Die Aufrechterhaltung der Energie- und Wärmeversorgung während der kalten Jahreszeit ist erheblich beeinträchtigt.
Amnesty International hat 2025 dokumentiert, wie ukrainische Kriegsgefangene und Zivilist*innen in russischer Gefangenschaft von russischen Behörden über längere Zeit ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten, gefoltert, misshandelt und zum Verschwinden gebracht werden. Diese Handlungen stellen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar.
Die russischen Behörden haben internationalen Hilfsorganisationen, darunter dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK), den Zugang zu ukrainischen Kriegsgefangenen verweigert bzw. stark eingeschränkt. Dadurch sind die Kriegsgefangenen einem höheren Risiko ausgesetzt, gefoltert oder misshandelt zu werden.
In den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine hat Amnesty schwere Verstöße dokumentiert. Nach Beginn der offenen Großinvasion 2022 wurden wiederholt Zivilpersonen, darunter auch Kinder, aus besetzten Gebieten unter Zwang nach Russland verschleppt. Russland macht sich hier Kriegsverbrechen und mutmaßlich Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig. Auch das Recht auf Bildung wird in den besetzten Gebieten massiv verletzt. Kinder werden indoktriniert und Lehrkräfte genötigt, mit den Besatzungsbehörden zusammenzuarbeiten.
Amnesty International warnt davor, dass die internationale Unterstützung für Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht zuletzt zunehmend unter Druck geraten ist. Vorschläge, Straffreiheit für Kriegsverbrechen oder das Verbrechen der Aggression im Rahmen politischer Verhandlungen zu akzeptieren, würden internationales Recht untergraben. Verbrechen nach internationalem Recht verjähren nicht und dürfen nicht zum Gegenstand politischer Kompromisse werden. Angriffe auf den Internationalen Strafgerichtshof gefährden zudem die internationale Rechtsordnung und müssen entschieden zurückgewiesen werden.