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Angesichts des Besuchs von Beate Meinl-Reisinger in Saudi-Arabien appelliert Amnesty International Österreich an die Außenministerin, die besorgniserregende menschenrechtliche Lage im Land anzusprechen und gegenüber den saudischen Gesprächspartnern Verbesserungen zu fordern. Immer noch werden in Saudi-Arabien Menschenrechtsverteidiger*innen und Personen, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben, willkürlich festgenommen, inhaftiert und in unfairen Gerichtsverfahren zu langen Haftstrafen verurteilt. Das zeigt nicht zuletzt der Fall der saudischen Fitness-Trainerin Manahel al-Otaibi, die sich immer noch wegen ihres Einsatzes für Frauenrechte zu Unrecht in Haft befindet.
Es darf nicht vergessen werden, dass die saudi-arabische Regierung immer wieder zu autoritären Praktiken greift, wie etwa der Inhaftierung von Menschenrechtsverteidiger*innen. Besonders besorgniserregend ist dabei aktuell der Fall von Manahel al-Otaibi, die in Haft geschlagen und der medizinische Versorgung verweigert wurde.
Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich
Manahel al-Otaibi wurde am 16. November 2022 verhaftet. Sie wurde angeklagt, gegen das Gesetz gegen Internetkriminalität verstoßen zu haben – und das, obwohl sie sich lediglich mit Beiträgen auf X (Twitter) für Frauenrechte einsetzte und Fotos von sich ohne Abaya veröffentlichte. In einem Verfahren vor dem Sonderstrafgericht wurde Manahel al-Otaibi am 9. Jänner 2024 zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Nach großem internationalem Druck wurde die Haftstrafe im August 2025 auf fünf Jahre reduziert. Amnesty International fordert ihre sofortige Freilassung.