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© John Moore/Getty Images

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USA: Trump sperrt Familien auf unbestimmte Zeit ein

21. Juni 2018

Neuer Erlass fügt Kindern weiteren Schaden zu

Als Reaktion auf die Proteste gegen die grausame Praxis an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, hat Präsident Donald Trump am 20. Juni ein Dekret unterzeichnet. Damit sollen Kinder künftig bei ihren Eltern in Haft bleiben, während ihre Asylanträge bearbeitet werden. Mit diesem Erlass soll das Flores-Abkommen geändert werden, wonach Kinder nicht länger als 20 Tage in Haft gehalten werden dürfen. Denise Bell, Researcherin für die Themen Flucht und Migration bei Amnesty International USA, sagte dazu:

„In den letzten Wochen haben Menschen auf der ganzen Welt gegen die grausame und unnötige Trennung von mehr als 2.000 Babys und Kindern von ihren Eltern protestiert. Als Reaktion darauf hat die Trump-Administration nun einen neuen Weg gefunden, um Eltern und Kinder für die Suche nach Schutz zu bestrafen.

Die Inhaftierung von Familien ist nicht die Lösung: Mit seinem neuen Erlass verrät Trump Familien, die vor Gewalt und Verfolgung fliehen. Mütter, Väter und Kinder dürfen nicht für längere Zeit hinter Gittern gehalten werden, um Sicherheit zu suchen. Die Inhaftierung von Kindern verstößt nicht nur gegen die gemeinsamen Werte der Würde und Gleichheit unseres Landes, sondern ist auch rechtswidrig und droht, die Menschenrechtsbilanz der USA dauerhaft zu beschädigen“, sagte Denise Bell.

Die Inhaftierung von Kindern verstößt nicht nur gegen die gemeinsamen Werte der Würde und Gleichheit unseres Landes, sondern ist auch rechtswidrig und droht, die Menschenrechtsbilanz der USA dauerhaft zu beschädigen.

Denise Bell, Researcherin für die Themen Flucht und Migration bei Amnesty International USA

„Menschen, die aus Angst um ihr Leben flüchten müssen, haben das Recht, Schutz zu suchen. Die Vereinigten Staaten können Familien, die vor schrecklicher Gewalt und Verfolgung fliehen, nicht länger wie Kriminelle behandeln. Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um Menschen, die alles verloren haben, zu schützen. Es ist an der Zeit, Familienhaft ein für alle Mal zu beenden", sagte Denise Bell.

Amnesty International setzt sich dafür ein, die grausame Praxis der Familienhaft zu beenden, und hat das Ministerium für Heimatschutz aufgefordert, Familien, die vor Gewalt und Verfolgung fliehen, freizulassen.

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