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© Ema Anis for Amnesty International

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Starke Frauen fordern Mächtige heraus

29. November 2019

Zusammenfassung

  • Von Beleidigungen bis hin zu sexueller Gewalt: Menschenrechtsverteidigerinnen (Women Human Rights Defenders) und Aktivistinnen werden nach wie vor weltweit angegriffen
  • Neuer Bericht von Amnesty zeigt, wie Regierungen versagen, Menschenrechtsverteidigerinnen zu schützen, die mit einer Vielzahl von geschlechtsspezifischen Angriffen konfrontiert sind

Weltweit versäumen Regierungen, Menschenrechtsverteidigerinnen, die sich für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung einsetzen, zu schützen. Sich als Frau* (darunter fallen auch jene, die sich nicht dem binären Geschlechtssystem zuordnen, Anm.) für Menschenrechte oder sich als Aktivistin für Frauenrechte öffentlich einzusetzen, ist besonders herausfordernd: Vor allem Frauen werden aufgrund ihres Engagements immer wieder angegriffen und müssen sich gegen Hetzkampagnen, geschlechtsspezifische Anfeindungen und sexualisierte Gewalt wehren.

Der neue Bericht von Amnesty International “Challenging power, fighting discrimination: A call to action to recognize and protect women human rights defenders“ zeigt, dass Menschenrechtsverteidigerinnen und Aktivistinnen auf der ganzen Welt angegriffen, bedroht, eingeschüchtert, kriminalisiert und sogar getötet werden. Und das, obwohl Staaten und Regierungen immer wieder zugesagt haben, Menschenrechtsverteidigerinnen zu schützen.

"Menschenrechtsverteidigerinnen werden angegriffen, aufgrund dessen, wer sie sind und was sie tun. Die Risiken sind für diejenigen, die mit überschneidenden Formen der Diskriminierung konfrontiert sind, noch größer: Eine Frau die aus einer ethnischen Minderheit kommt oder indigen, arm, lesbisch, bisexuell oder transgender ist, muss um vieles härter kämpfen, damit ihre Stimme gehört wird", sagte Kumi Naidoo, Generalsekretär von Amnesty International, und sagt weiter: 

"Überall auf der Welt sprechen sich Menschenrechtsverteidigerinnen gegen Ungerechtigkeit, Missbrauch und Diskriminierung aus – oft, weil sie Unrecht aus erster Hand erlebt haben. Ihr Einsatz ist für uns alle von zentraler Bedeutung: Sie kämpfen für die Menschenrechte, gegen das Patriarchat und gegen Rassismus. Gleichzeitig fördern sie bahnbrechende Reformen an vielen Fronten. Die Regierungen müssen ihrer Verpflichtung nachkommen, um sicherzustellen, dass diese Aktivistinnen frei und sicher ihre wichtige Arbeit machen können."

Hintergrund

Menschenrechtsverteidigerinnen sind Frauen* (damit sind auch jene gemeint, die sich nicht dem binären Geschlechtssystem zuordnen), die sich für Menschenrechte einsetzen wie auch alle Menschen, die sich für die Rechte von Frauen oder für verschiedene geschlechtsspezifische Themen engagieren – wie etwa Geschlechtergleichstellung, oder für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuelle (LGBTI).

Menschenrechtsverteidigerinnen, das sind Bloggerinnen, Landarbeiterinnen, Journalistinnen, Politikerinnen, Büroangestellte, Studierende, Frauenrechtsaktivistinnen und viele mehr: Überall auf der Welt stehen diese starken Frauen an der Spitze von Initiativen und sozialen Bewegungen.

Sie sind eine starke Stimme für Selbstbestimmung und Menschenrechte und Pionierinnen in der Gesellschaft. Egal wo – ob im Iran, Ägypten oder Österreich: Sie leisten mit ihrem Mut und ihrer Leidenschaft einen wichtigen Beitrag dazu, dass das Leben von uns allen ein Stück gerechter und der Umgang miteinander respektvoller wird.