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Mittelmeer: Such- und Rettungsschiff Aquarius muss Betrieb einstellen

7. Dezember 2018

Reaktion von Amnesty-Generalsekretär Kumi Naidoo

Der Generalsekretär von Amnesty International, Kumi Naidoo, ist fassungslos angesichts der Nachricht von Médecins Sans Frontières (MSF) und SOS Mediterranée, dass das Such- und Rettungsschiff Aquarius gezwungen wurde, den Betrieb einzustellen.

"Heute haben wir eine sehr traurige Nachricht erhalten. Médecins Sans Frontières und SOS Méditerranée sind gezwungen, den Betrieb des Such- und Rettungsschiffes Aquarius einzustellen", sagt Kumi Naidoo, und meint weiter: 

"In den vergangenen beiden Jahren hat die Crew der Aquarius fast 30.000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Dennoch sind allein in diesem Jahr mehr als 2.100 Menschen ertrunken. Die überwiegende Mehrheit von ihnen ist vor Gewalt, Folter und willkürlicher Inhaftierung in Libyen geflohen.

 

Heute verbeugen wir uns vor der Aquarius und ihre mutige Crew. Wir werden ihnen weiterhin zur Seite stehen, ungeachtet der grausamen und rechtswidrigen Politik, die Menschen dazu verdammt, auf See zu sterben

Kumi Naidoo, Generalsekretär von Amnesty International

Die europäischen Regierungen haben in diesem Zeitraum keine Such- und Rettungskapazitäten zur Verfügung gestellt. Im Gegenteil: Sie haben stattdessen die libysche Küstenwache dabei unterstützt, Geflüchtete und Migrant*innen nach Libyen zurückzuschaffen, und sie haben die lebensrettende Aktivitäten der Aquarius behindert.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben somit offenbart, wo ihre Prioritäten liegen: die Schließung der zentralen Mittelmeerroute für Menschen auf der Flucht und Migrant*innen – auf Kosten von Menschenleben.

Heute verbeugen wir uns vor der Aquarius und ihre mutige Crew. Wir werden ihnen weiterhin zur Seite stehen, ungeachtet der grausamen und rechtswidrigen Politik, die Menschen dazu verdammt, auf See zu sterben."

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