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Hinrichtungen wie am Fließband

25. April 2017

Der US-Staat Arkansas führt zwei Exekutionen an einem Tag aus

Heute Nacht ließ der US-Staat Arkansas Jack Jones und Marcel Williams hinrichten. Obwohl die Jury nicht über Jones‘ schwere Lernbehinderung in Kenntnis gesetzt wurde, hatte man ihn zum Tode verurteilt. Es ist das erste Mal seit 17 Jahren, dass in den USA zwei Häftlinge am selben Tag exekutiert wurden.

Insgesamt wurden in den letzten Tagen drei Männer in Arkansas hingerichtet, eine weitere Hinrichtung ist geplant, bevor die Haltbarkeit der Giftspritzen am Ende des Monats abläuft.

„Ich bin entsetzt über den Verlust von drei Menschenleben durch die Exekutionen der letzten Tage in Arkansas. Drei Hinrichtungen in fünf Tagen sind drei Hinrichtungen zu viel", sagt Annemarie Schlack, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich.

Diese Exekutionen sind – so wie jede Exekution in jedem anderen Land der Welt – grausamste Folter, abscheulich und grundlegend falsch. Die Todesstrafe hat in einer aufgeklärten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts keinen Platz. Schaffen wir dieses Relikt aus einer anderen Zeit endlich ab!

Annemarie Schlack, Geschäftsführerin Amnesty International Österreich

Laut der aktuellen Todesstrafen-Statistik von Amnesty, gehören die USA zum ersten Mal seit 2006 nicht zu den fünf Staaten mit den meisten Hinrichtungen: Die Zahl der Exekutionen (20) war 2016 so niedrig wie seit 1991 nicht mehr; halb so hoch wie 1996, und fast fünf Mal niedriger als 1999. Die Zahl der Hinrichtungen ist seit 2009 jedes Jahr gesunken (bis auf 2012, als die Zahlen stagnierten).