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© Violetta Savchits

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Der Amnesty International Österreich Tätigkeitsbericht 2020

3. Mai 2021

Amnesty Österreich 2020

74.213

Spender*innen fördern unsere Menschenrechtsarbeit finanziell.

157.072

Einzelaktionen setzten Unterstützer*innen, d. h. Unterschriften und Appelle.

46.927

Aktivist*innen unterstützen im Alarmeinsatz-Netzwerk Menschen in Gefahr.

6.467

Menschen erreichen wir mit unserem Bildungsangebot.

700

Aktivist*innen in lokalen Gruppen und Netzwerken sind in ganz Österreich aktiv.

784

stimmberechtigte Mitglieder gestalten unseren Verein mit.

2020 war ein Jahr, in dem nichts blieb, wie es einmal war: Zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie nahmen Staaten plötzlich Einfluss auf unser Leben, wie es zuvor undenkbar gewesen wäre. Weltweit wurden zum Schutz von Gesundheit und Leben Lockdowns verhängt. Plötzlich waren wir mit neuen Formen der Überwachung konfrontiert, mussten im Supermarkt mit Masken unser Gesicht verhüllen und uns die Frage stellen, ob es überhaupt erlaubt ist, auf einer Parkbank zu sitzen. Die Einschränkungen unserer Menschenrechte waren – und sind zum Teil bis heute – weitreichend.

2020 war ohne Zweifel ein herausforderndes Jahr. Doch es war auch ein Jahr mit vielen gemeinsamen Erfolgen und schönen Momenten. Diese möchten wir mit dem Tätigkeitsbericht 2020 zelebrieren und zeigen, wie wir uns hier in Österreich für Menschenrechte eingesetzt haben und was wir mit Tausenden aktiven Menschen in vielen Ländern der Welt erreichen konnten.

Vielen Dank für euer Vertrauen, eure Treue und wertvolle Unterstützung!

Annemarie Schlack & Aurélie Tournan Geschäftsführerinnen Amnesty International Österreich

Gemeinsame Erfolge, schöne Momente

COVID-19 und Menschenrechte

Mit Ausbruch der COVID-19-Pandemie nahm der Staat plötzlich Einfluss auf unser Leben, wie es zuvor undenkbar gewesen wäre: Um die öffentliche Gesundheit zu schützen, wurden verschiedene Menschenrechte gegeneinander abgewogen. Zum Schutz von Leben und unserer Gesundheit ist das notwendig, gleichzeitig jedoch eine heikle Angelegenheit. Wir haben die Entwicklungen daher laufend beobachtet, analysiert und uns für die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen eingesetzt – in Österreich und weltweit.

Starke Stimmen aus Ungarn

Seit mehreren Jahren stehen Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit in unserem Nachbarland zunehmend unter Beschuss. In einer gemeinsamen Kampagne mit Amnesty Ungarn erzählten ungarische Aktivist*innen in einer Videoreihe, was ihnen Mut gibt, sich trotz drohender Repressionen zu engagieren, und warum es wichtig ist, dass wir alle uns für Rechtsstaatlichkeit und für die Wahrung der Menschenrechte in Europa einsetzen.

Einsatz für Menschen in Gefahr

Gemeinsam konnten wir im letzten Jahr viele wichtige menschenrechtliche Erfolge feiern, Menschen in Gefahr helfen und Menschenrechtsverteidiger*innen unterstützen. Dazu gehören die usbekische Bloggerin Nafosat Olloshkurova, die aus der Psychiatrie entlassen wurde, und der Politologe Nicmar Evans aus Venezuela, der gemeinsam mit 110 anderen Gefangenen freigelassen wurde.

Menschenrechtsbildung geht auch online

Wir müssen Menschenrechte kennen, um sie für uns selbst und andere einfordern zu können. Deshalb haben wir unser Bildungsangebot im Jahr 2020 verstärkt online angeboten – von Webinaren über interaktive Trainings in der Erwachsenenbildung bis hin zu Online-Workshops mit Schulklassen. Allein in der Erwachsenenbildung konnten wir mit unserem Online-Angebot 1.615 Menschen in ganz Österreich erreichen! Besonders gefragt waren die Kurse „Menschenrechte zeichnen“ und „Situationsberichte von Geflüchteten auf Lesbos“.

Briefmarathon 2020

Gemeinsam mit 12.119 Menschen in Österreich haben wir den durch Polizeigewalt erblindeten Studenten Gustavo Gatica aus Chile, den zu Unrecht inhaftierten Menschenrechtsverteidiger Germain Rukuki aus Burundi, die saudi-arabische Frauenrechtsverteidigerin Nassima al-Sada und türkische LGBTIQ-Aktivist*innen mit 33.166 Appellbriefen, Postkarten und E-Mails unterstützt.

Gemeinsam für Julian Assange

Die US-Regierung verfolgt Julian Assange aufgrund der Veröffentlichung von Dokumenten, in denen mögliche Kriegsverbrechen des US-Militärs dokumentiert sind. Ein Angriff auf die Meinungsfreiheit! In wenigen Wochen forderten weltweit über 400.000 Menschen gemeinsam mit Amnesty, die Anklagen gegen Assange fallenzulassen. In Österreich ist es unser bisher erfolgreichster Appell: Über 25.000 setzten sich für Meinungsfreiheit ein.

Bericht zur UPR Österreichs

Mit unserem Bericht zur universellen Menschenrechtsprüfung (UPR) Österreichs konnten wir einen wichtigen Beitrag für eine konsequentere Menschenrechtspolitik leisten! Unsere Empfehlungen waren Teil der Überprüfung vor dem UN-Menschenrechtsrat und wurden von Österreich auch angenommen, wie z. B. eine Stelle zur unabhängigen Aufklärung von Polizeigewalt, unabhängige Rechtsberatung für Asylsuchende und die Stärkung von sozialen Rechten.

YouForum 2020 Stream

3 Tage, 26 Stunden, 11 Themen und ein Stream: Das YouForum 2020 bot jungen Menschen in ganz Österreich ein vielseitiges Programm aus Interviews, Musik-Acts und Möglichkeiten zur Vernetzung – und das alles per Online-Stream. Das Forum wurde von jungen Aktivist*innen für junge Menschen gemacht, die sich für Menschenrechte einsetzen möchten: Youth-Aktivist*innen moderierten und führten Interviews mit Menschenrechtsverteidiger*innen aus der ganzen Welt.

Narges Mohammadi Iran Freigelassen
Narges Mohammadi
Iran
Die bekannte iranische Menschenrechtsverteidigerin und Frauenrechtsaktivistin Narges Mohammadi wurde Anfang Oktober 2020 nach über fünf Jahren Haft vorzeitig aus dem Gefängnis von Zanjan entlassen. Narges war in mehreren Verfahren wegen ihrer friedlichen Menschenrechtsarbeit zu insgesamt 22 Jahren Haft verurteilt worden und seit ihrer Festnahme im Mai 2015 inhaftiert. Im Juni 2020 erkrankte sie aufgrund der schlechten und beengten Haftbedingungen im Gefängnis an COVID-19. Vielen Dank an alle Unterstützer*innen, die sich für Narges eingesetzt haben!
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Magai Matiop Ngong Todesurteil Umgewandelt Sueddsudan
Magai Matiop Ngong
Südsudan
Große Erleichterung: Am 14. Juli 2020 entschied das Berufungsgericht, das Todesurteil gegen Magai Matiop Ngong (18) aufzuheben, da er zum Tatzeitpunkt noch ein Kind gewesen ist. Magai hatte 2017 mit 15 Jahren bei einem Unfall unbeabsichtigt den Tod seines Cousins verschuldet. Drei Jahre lang musste er in der Todeszelle ausharren. Magai wurde am 29. Juli aus dem Todestrakt entlassen. Vielen Dank allen, die sich für Magai eingesetzt haben!
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Victoria Biran Belarus Proteste
Victoria Biran
Belarus
Die LGBTIQ-Aktivistin Victoria Biran wurde nach zwei Wochen Haft freigelassen. Sie war am 26. September auf dem Weg zu einer Frauendemonstration in Minsk, als Polizist*innen sie festnahmen. Sie wurde zu 15 Tagen Verwaltungshaft verurteilt – nur weil sie ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung ausüben wollte. Amnesty International begrüßt die Freilassung von Victoria Biran nach ihrer 15-tägigen Verwaltungshaft, doch sie hätte niemals festgenommen oder inhaftiert werden dürfen. Sie hat keine Straftat begangen. Vielen Dank allen, die sich für Victoria eingesetzt haben!
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Afghanistan: Bedrohte Frauen schützen!

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