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© Pham Doan Trang
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Vietnam: Aktivistin in Foltergefahr

Vietnam

Pham Thi Doan Trang wurde wegen ihres friedlichen Aktivismus inhaftiert. Ihr droht eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren. Sie wird zurzeit ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Es besteht die Gefahr, dass sie gefoltert wird.

Wir fordern von den vietnamesischen Behörden, Pham Thi Doan Trang sofort und bedingungslos freizulassen.

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Mehr Informationen zu diesem Fall

Die Menschenrechtsverteidigerin Pham Thi Doan Trang wurde am 6. Oktober 2020 inhaftiert. Sie wird zurzeit im Gefängnis Nr. 1 in Hanoi festgehalten.

Als Autorin, Journalistin und Aktivistin hat sich Pham Thi Doan Trang unermüdlich für die Menschenrechte eingesetzt und in Vietnam eine ganze Generation von Aktivist*innen inspiriert. In den letzten Jahren ist sie wiederholt schikaniert, eingeschüchtert und angegriffen worden. Sie erlebte geschlechtsspezifische Gewalt, wurde willkürlich inhaftiert und tätlich angegriffen.

Sie wurde unter Paragraf 117 des vietnamesischen Strafgesetzbuchs („Herstellen, Speichern, Verteilen oder Verbreiten von Informationen, Dokumenten und Gegenständen gegen die sozialistische Republik Vietnam“) angeklagt, was bei einer Verurteilung eine bis zu 20-jährige Haftstrafe bedeuten könnte – nur, weil sie über Menschenrechte geschrieben hat und dafür eintritt, dass Vietnam ein Land wird, in dem die Rechte von allen Menschen geachtet werden. Statt dass die vietnamesischen Behörden Pham Thi Doan Trang bei ihrer Arbeit unterstützen, schikanieren die Sicherheitskräfte sie unablässig. In den letzten drei Jahren ist sie willkürlich inhaftiert, bedroht und im Polizeigewahrsam gefoltert und anderweitig misshandelt worden.

Vietnam ist unter dem Völkerrecht und auch der vietnamesischen Verfassung verpflichtet, Menschenrechtsverteidiger*innen zu schützen und zu garantieren, dass sie ihrer Arbeit in einer sicheren und förderlichen Umgebung nachgehen können.

Hintergrundinformationen

Pham Thi Doan Trang hat diverse Bücher über Politikwissenschaften und die aktuellen politischen Entwicklungen in Vietnam geschrieben und publiziert. Außerdem hat sie zahlreiche Berichte über Menschenrechtsprobleme in Vietnam recherchiert und verfasst. Die Aktivistin nutzte ihr Facebook-Profil, um Menschenrechtsverletzungen anzuprangern und Gerechtigkeit für die Opfer zu verlangen. 2001 begann sie ihre Karriere als Reporterin beim reichweitenstarken Medien-Kanal VTC. Danach arbeitete sie für verschiedene andere Mainstream-Nachrichtenagenturen, z.B. VietnamNet TV, VnExpress, New Life Magazine und die Ho Chi Minh City Legal Daily. Während ihrer jahrzehntelangen Arbeit als Journalistin beleuchtete sie Themen, die viele andere Reporter*innen wegen der strengen Zensur in Vietnam mieden. 2009 wurde sie wegen ihrer Mitgliedschaft in einer friedlichen Bewegung festgenommen. Die Bewegung forderte die Regierung auf, ein Bergbauprojekt zu stoppen, weil sie das Projekt als schädlich für die Umwelt und das Staatsinteresse betrachtete.

2014 erhielt Pham Thi Doan Trang ein Stipendium für einen Studienplatz in den USA. Diese Chance nutzte sie, um Abgeordnete in den USA auf die Menschenrechtssituation in Vietnam aufmerksam zu machen. Im selben Jahr startete sie als Mitbegründerin das unabhängige Online-Magazin Luat Khoa Tap Chi, das sich hauptsächlich mit rechtlichen und politischen Themen in Vietnam befasste. Nachdem sie 2015 nach Vietnam zurückkehrte, gründete sie die zivilgesellschaftliche Organisation Green Tree, die gegen die Rodung von Tausenden alten Bäumen in Hanoi kämpfte. Sie und andere Mitglieder von Green Tree dokumentierten 2016 auch die vom Chemieunternehmen Formosa Plastics verursachte Umweltkatastrophe und veröffentlichten später einen Bericht darüber. Bei der Katastrophe starben Hunderte Tonnen Fische, wodurch Tausende Fischer*innen ihre Existenzgrundlage verloren.

Pham Thi Doan Trang hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Die vietnamesischen Behörden kontrollieren jedoch die Veröffentlichung so stark, dass keines ihrer Bücher über die traditionellen Verlagswege in Vietnam gedruckt werden konnte. 2019 gründete sie mit anderen Journalist*innen den zivilgesellschaftlichen Verlag Liberal Publishing House. Die Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, Bücher unzensiert zu veröffentlichen; vor allem von der Regierung verbotene Bücher. Darunter befanden sich auch einige ihrer eigenen Bücher.

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