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Hongkong: stoppt Polizeigewalt und Unterdrückung

Tausende Menschen in Hongkong demonstrieren seit Wochen friedlich gegen problematische Änderungen im sogenannten Auslieferungsgesetz. Selbst angesichts gewaltsamer Polizeimaßnahmen bleiben sie standhaft.

Die vorgeschlagenen Änderungen des Gesetzes würden die Auslieferung von Personen im Gebiet Hongkongs an das chinesische Festland ermöglichen. Die Gesetzesänderung würde die Befugnisse der chinesischen Behörden auf Kritiker*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen oder Journalist*innen und alle anderen in Hongkong lebenden Menschen stark ausweiten. Das ist höchst problematisch, denn Kritiker*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen sind am chinesischen Festland mit unfairen Gerichtsverfahren, Verschwindenlassen, Isolationshaft ohne Gerichtsverfahren und Folter konfrontiert.

Doch die Menschen in Hongkong gehen auf die Straße und fordern eine Rücknahme des Gesetzes. In den letzten Monaten nahmen über eine Million Menschen an den Protesten teil. Die Regierung in Hongkong antwortete mit unverhältnismäßiger Polizeigewalt. Die Polizei setzte Tränengas ein und schoss in einigen Fällen mit Gummigeschoßen auf friedliche Protestant*innen. Recherchen von Amnesty International zeigen, dass die Reaktion der Polizei unverhältnismäßig ist und gegen Menschenrechtsstandards verstößt.

Die anhaltenden Proteste zeigen Wirkung: Die Regierung hat den Gesetzgebungsprozess des Auslieferungsgesetzes vorerst ausgesetzt. Das Gesetz wurde jedoch nicht zurückgezogen und könnte jederzeit wieder verhandelt und verabschiedet werden.

Fordere jetzt, dass die Regierung Hong Kongs die Änderungen des Auslieferungsgesetzes unverzüglich zurückzieht und das Recht auf friedliche Versammlungen und Proteste gewährleistet.

Zudem muss eine unabhängige, unparteiische, effektive und rasche Untersuchung der Anwendung von Gewalt durch die Polizei Hongkongs gegen Demonstrant*innen eingeleitet werden.

 

Sende einen Appell an Carrie Lam 

Musterbrief

Appelle an

CHEFADMINISTRATORIN VON HONGKONG
The Hon. Carrie Lam
Chief Executive
Government of the Hong Kong SAR
Office of the Chief Executive
Tamar, Hong Kong
CHINA
E-Mail: ceo@ceo.gov.hk

Kopien an

BOTSCHAFT DER VOLKSREPUBLIK CHINA
Herr Xiaosi LI
Metternichgasse 4
1030 Wien
Fax: (+43 / 1) 713 68 16
E-Mail: chinaemb_at@mfa.gov.cn

UNSERE FORDERUNGEN AN DIE REGIERUNG IN HONGKONG:

  • Bitte stellen Sie sicher, dass sich die Gewalt gegen friedliche Protestierende nicht wiederholt, sondern das Recht der Protestierenden auf friedliche Versammlungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit und Meinungsäußerungsfreiheit gewährleistet wird.
  • Bitte lassen Sie eine unabhängige, unparteiische, effektive und unverzügliche Untersuchung der Verwendung von Tränengas, Gummigeschossen, Schlagstöcken und Pfefferspray durch die Polizei in Hongkong gegen Protestierende durchführen.
  • Bitte gewährleisten Sie, dass alle für unverhältnismäßige Gewaltanwendung verantwortliche Polizeibeamt*innen sowie deren Vorgesetzte zur Rechenschaft gezogen werden.

Inhalt

Dear Chief Executive,

I am writing to express my grave concern regarding the excessive use of force by Hong Kong police against the largely peaceful protest on 12 June and thereafter and the Hong Kong government’s bill to amend two Hong Kong laws concerning extradition.

The extradition bill would allow the handover of persons in the territory of Hong Kong to mainland China. Given China’s poor human rights record and lack of judicial independence, I am concerned that anyone extradited to China will be at risk of torture and other ill-treatment and other grave human rights violations. The measures proposed by the government to ‘safeguard’ human rights are unlikely to provide genuine and effective protection.

Despite the serious shortcomings in the proposed amendments, you and your government refused to withdraw the bill. On 9 June, approximately one million people turned out in opposition to the bill, and on 12 June, tens of thousands of protesters assembled in the streets around the Legislative Council to stop legislators from moving forward with the bill. They were dispersed by tear gas, guns firing bean bags and rubber bullets, batons and pepper spray. Amnesty International has examined 14 incidents and found that the use of force by police in the largely peaceful protest violated international human rights law and standards.

I urge you to immediately withdraw the extradition law amendments, ensure people’s right to freedom of expression and peaceful assembly and allow an independent, impartial, effective and prompt investigation into the use of force by Hong Kong police against protesters.

Yours sincerely,

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