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Oyub Titiev auf Bewährung freigelassen

Nach fast eineinhalb Jahren in Haft wurde der Menschenrechtsverteidiger Oyub Titiev auf Bewährung freigelassen. Seine Freilassung sind großartige Neuigkeiten, doch um wirklich Gerechtigkeit zu erlangen, muss auch der Schuldspruch gegen ihn aufgehoben werden und er muss die Möglichkeit erhalten, für seine rechtswidrige Inhaftierung eine Entschädigung einzufordern.

Oyub Titiev, Leiter des tschetschenischen Büros des russischen Menschenrechtszentrums Memorial, wurde am 9. Januar 2018 von der Polizei in seinem Wagen gestoppt und mehrere Stunden ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Die tschetschenischen Behörden gaben später an, dass in seinem Auto Drogen "gefunden" wurden. Oyub Titiev stritt die Vorwürfe ab und bestand darauf, dass die Drogen in seinen Wagen gelegt worden seien.

Am 18. März 2019 wurde er wegen Drogenbesitzes zu vier Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits ein Jahr und zwei Monate in Untersuchungshaft verbracht.

Marie Struthers, Amnesty-Direktorin für Osteuropa und Zentralasien, äußerte sich zu Oyub Titievs Haftentlassung auf Bewährung: "Es lagen erschlagend viele Beweismittel vor, dass das Strafverfahren gegen Oyub konstruiert war. Dennoch missbrauchten die Behörden in Tschetschenien das Justizsystem, um diesen unschuldigen Mann zu verurteilen. Heute hat das zuständige Gericht dieses Unrecht zumindest abgeschwächt, indem es angeordnet hat, Oyub Titiev freizulassen."

Amnesty International ist der Ansicht, dass Oyub Titiev ein gewaltloser politischer Gefangener war, der sich nur deshalb inhaftiert wurde, weil er sich für Betroffene von Menschenrechtsverstößen in Tschetschenien einsetzt und fordert die russischen Behörden auf, den Schuldspruch gegen ihn aufzuheben und ihm zu ermöglichen, eine Entschädigung für seine rechtswidrige Inhaftierung einzufordern.

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