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© Christopher Glanzl
erfolg

Nicht mehr in Foltergefahr

Die 47 Menschen, die in der Antiterrorabteilung der Polizei in der Provinz Urfa festgehalten wurden, sind inzwischen entweder freigelassen oder in Gefängnisse verlegt worden. Sie waren nach bewaffneten Zusammenstößen zwischen der Polizei und der PKK festgenommen worden. Nach Einschätzung von Amnesty International sind die 13 Personen, die in Gefängnisse überstellt wurden, nicht mehr in Gefahr, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden.

In den frühen Morgenstunden des 18. Mai kam es in Halfeti in der Provinz Urfa zu Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Mitgliedern der PKK und Sicherheitskräften. Während dieser bewaffneten Zusammenstöße wurden ein Polizist und zwei weitere Personen getötet, zwei Polizist*innen wurden verletzt. Als Reaktion auf die Auseinandersetzungen führte die Polizei zwischen dem 18. und dem 21. Mai Razzien durch, bei denen 47 Personen – Männer, Frauen und drei Kinder – festgenommen wurden. Bis zum 24. Mai wurden 22 der Betroffenen, darunter die drei Kinder, freigelassen. Die Erwachsenen erhielten Kautionsauflagen.

Nach Angaben ihrer Rechtsbeistände und ausgehend von Fotoaufnahmen, die Amnesty International vorliegen, wurden einige der erwachsenen Inhaftierten in der Gendarmerie-Wache von Bozova Yaylak in der Provinz Urfa von Polizist*innen gefoltert oder anderweitig misshandelt. Einige Gefangene sagten ihren Rechtsbeiständen, dass ihnen der Zugang zu Ärzt*innen ohne die Anwesenheit der Polizei verwehrt wurde.

Bis zum 29. Mai wurden alle Gefangenen aus dem Polizeigewahrsam entlassen. 13 Personen wurden in Gefängnisse überstellt. Diese Gefangnene sind nach Einschätzung von Amnesty International nicht mehr in Foltergefahr.

Zusätzlich hat die Anwaltskammer von Urfa auf der Grundlage detaillierter Interviews mit Betroffenen bei der Staatsanwaltschaft Urfa Strafanzeige wegen Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe erstattet.

Amnesty International fordert weiterhin eine umgehende, unabhängige und unparteiische Untersuchung dieser Vorwürfe.

Vielen Dank allen, die sich eingesetzt haben!

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