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© David von Blohn / Demotix
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Machi Celestino Córdova beendet seinen Hungerstreik

Nach fast zwei Monaten im Hungerstreik erhält der Machi Celestino Córdova, ein geistliches Oberhaupt der indigenen Mapuche, Zugang zu seinem heiligen Altar, um religiöse Zeremonien durchzuführen. Diese sind unerlässlich für die geistige und körperliche Gesundheit der Mapuche.

Celestino Córdova ist Machi und nimmt damit in der indigenen Mapuche-Gemeinschaft die höchste religiöse Position ein. In dieser Rolle muss er regelmäßig den Rewe, einen heiligen Altar aus Holz, besuchen, um religiöse Zeremonien durchzuführen, die für die Gesundheit der Mapuche unerlässlich sind. Immer wieder jedoch haben ihm die chilenischen Gefängnisbehörden die Bitte, seinen Altar besuchen zu dürfen, verwehrt.

Celestino Córdova reagierte darauf 2018 mit zwei Hungerstreiks. Der erste endete Mitte April, der zweite begann am 31. Mai und endete fast zwei Monate später, als ihm schließlich am 27. Juli Zugang zu seinem Altar gewährt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war sein Leben in akuter Gefahr.

Vielen Dank allen, die sich eingesetzt haben.

Hintergrundinformationen

Die Mapuche sind eine indigene Gemeinschaft, die im Süden Chiles und im Südwesten Argentiniens lebt. Sie versuchen seit jeher, in Chile ihr angestammtes Land zu verteidigen. Obwohl der chilenische Staat anerkennt, dass solche Territorien der Mapuche existieren, wurden diese nach und nach verkleinert. In den betroffenen Gebieten wie Auracanía, wo die Gemeinschaft der Mapuche ihr angestammtes Land und den Respekt für ihre kulturelle Identität einfordert, kommt es zu gesellschaftlichen Spannungen.

2013 waren Werner Luchsinger und Vivian MacKay bei einem Brandanschlag auf ihr Anwesen in der Region Araucanía getötet worden. Celestino Córdova wurde in der Nähe des Tatortes festgenommen und 2014 zu 18 Jahren Haft wegen Mordes und der Verübung des Brandanschlags verurteilt. Seitdem ist er im Stadtgefängnis CCP (Centro de Cumplimiento Penitenciario) in Temuco inhaftiert.

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