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Gemeindesprecherin ist wieder frei

Salomeé T. Abalodowurde gemeinsam mit sechs weiteren Demonstrierenden aus der Haft entlassen

Die Bäuerin und Gemeindesprecherin Salomeé T. Abalodo wurde am 13. April gemeinsam mit sechs weiteren friedlichen Demonstrant*innen inhaftiert, weil sie sich gegen Gewalt gegen Demonstrierende einsetzte. Nun wurden alle sieben wieder freigelassen.

Ich bin sehr froh und dankbar, dass Amnesty International sich für meine Freilassung eingesetzt und dazu beigetragen hat. Ich möchte Mitglied bei Amnesty International werden, um noch besser für meine Gemeinde da sein zu können.

Salomeé T. Abalodo wandte sich nach ihrer Freilassung an Amnesty International

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Salomeé T. Abalodo wollte den Präfekten bitten, die Gendarm*innen an weiterer Gewalt gegen friedliche Demonstrierende zu hindern. Die Gemeindesprecherin und Mutter zweier Kinder hatte im Krankenhaus mit Verletzten gesprochen, die von den Sicherheitskräften mit Gummigeschoßen und Tränengas attackiert worden waren, und wollte die Gewalt nicht länger hinnehmen.

Doch statt den Präfekten zu treffen wurde Salomeé T. Abalodo festgenommen und wegen „Rebellion“ und „Beteiligung an einem nicht genehmigten Protest“ angeklagt, obwohl sie an den Demonstrationen selbst gar nicht teilgenommen hatte. Sie und sechs bei der Demonstration Festgenommene wurden in einem Gefängnis in Kara inhaftiert, man zwang sie, eine Erklärung der Polizei zu unterschreiben, ohne sie vorher lesen zu dürfen.

Am Tag der Festnahme von Salomée T. Abalodo hielten lokale Gemeinschaften im Bezirk Pagouda friedliche Demonstrationen ab, bei denen sie die örtlichen Behörden aufriefen, die Ergebnisse der Wahl zum traditionellen Oberhaupt von 2015 zu veröffentlichen. Die örtlichen Behörden hatten die Gemeinschaften am Tag zuvor darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Demonstrationen nicht genehmigt seien. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Demonstration aufzulösen. Mindestens sechs Demonstrierende wurden von den Gummigeschossen verletzt und weitere sechs Personen wurden festgenommen. Die sechs Festgenommenen sind ebenfalls in einem Gefängnis in Kara inhaftiert und wegen „Rebellion“ und „Beteiligung an einem nicht genehmigten Protest“ angeklagt.

Die Sicherheitskräfte setzen weiterhin exzessive Gewalt gegen Demonstrierende ein. In Togo kommt es nach wie vor zu willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen, Folter und anderen Misshandlungen und Straflosigkeit bei Menschenrechtsverletzungen. Amnesty International hat den togolesischen Behörden gegenüber immer wieder Kritik an der exzessiven Gewaltanwendung der Sicherheitskräfte gegen Demonstrierende und dem Einsatz von Folter und anderen Misshandlungen von Festgenommenen und Inhaftierten geäußert.

Im Oktober 2016 wurde Togo im Rahmen der Allgemeinen Regelmäßigen Überprüfung durch den UN-Menschenrechtsrat überprüft. Die UN-Mitgliedsstaaten drückten darin unter anderem ihre Besorgnis über die Straflosigkeit und die Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit aus. 

Vielen Dank allen, die sich eingesetzt haben!

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