Loading...
© Private

Yasaman droht Folter!

10. Oktober 2019

Am 5. Oktober wurde die Feministin Yasaman Aryani überraschend von der Frauenabteilung des Evin-Gefängnisses in Teheran in die Abteilung 2A verlegt, die den Revolutionsgarden unterstellt ist. Sie ist in Haft, weil sie sich gegen den Zwang wehrt, dass alle Frauen im Iran ein Kopftuch tragen müssen. Yasaman Aryani wird ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten und läuft Gefahr, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden.

Setz dich ein!

Amnesty fordert:

  • Lassen Sie Monireh Arabshahi, Yasaman Aryani und Mojgan Keshavar bitte unverzüglich und bedingungslos frei, da sie gewaltlose politische Gefangene sind und sich nur wegen ihres friedlichen Einsatzes für die Frauenrechte im Iran in Haft befinden.
  • Bitte sorgen Sie dafür, dass Yasaman Aryani vor Folter oder anderer Misshandlung geschützt ist und dass ihre Familie und ihr Rechtsbeistand über den Grund für ihre Verlegung unterrichtet werden. Gewähren sie den drei Frauen regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien und Rechtsbeiständen ihrer Wahl.

Sachlage

In dem am 8. März 2019 online verbreiteten Video zum Weltfrauentag „Der Tag wird kommen, an dem Frauen nicht mehr kämpfen müssen“, sieht man wie Yasaman Aryani einer Frau mit Kopftuch eine Blume übergibt und ihrer Hoffnung Ausdruck verleiht, eines Tages Seite an Seite mit ihr die Straße entlanggehen zu können, „ich ohne Kopftuch und du mit Kopftuch“. Nachdem das Video online gegangen war, wurde Yasaman Aryani am 10. April von Sicherheitskräften im Haus ihrer Familie in Teheran festgenommen. Als sich ihre Mutter Monireh Arabshahi am nächsten Tag im Vozara-Haftzentrum in Teheran nach dem Verbleib ihrer Tochter erkundigen wollte, wurde auch sie festgenommen und in das Gefängnis Shahr-e Rey in der Nähe von Teheran gebracht. Mojgan Keshavarz wurde zwei Wochen später, am 25. April, festgenommen und auch in das Gefängnis Shahr-e Rey gebracht.

Nach der Festnahme wurde Yasaman Aryani neun Tage im Teheraner Vozara-Haftzentrum in Einzelhaft und ohne Zugang zu ihrer Familie und ihrem Rechtsbeistand festgehalten. Während dieser Zeit war sie Opfer des Verschwindenlassens, da die Behörden ihrer Familie keine Informationen über ihr Schicksal und ihren Verbleib gaben. Nach ständigen Nachfragen ihrer Familie durfte sie ihre Angehörigen sechs Tage nach ihrer Festnahme kurz anrufen. Während ihrer Zeit in Einzelhaft wurde sie regelmäßig mit folgenden Dingen bedroht: Die Inhaftierung ihres Vaters und ihrer jüngeren Geschwister, wenn sie nicht vor einer Kamera ihre Ablehnung des Kopftuchzwangs zurücknähme, der Kampagne Weiße Mittwoche – eine beliebte Kampagne, die Frauen dazu ermutigt, Fotos und Videos von sich zu teilen, auf denen sie ohne Kopftuch zu sehen sind und ihre Ablehnung der Gesetze zum verpflichtenden Tragen eines Kopftuchs ausdrücken und ihre Hoffnungen auf mehr Rechte für Frauen diskutieren – abschwöre und ihr „Bedauern“ darüber ausdrücke, dass sie sich von antirevolutionären Oppositionsagent_innen aus dem Ausland habe aufwiegeln lassen. Ihr wurde auch vorgemacht, dass die Außenwelt ihren Fall vergessen habe.

Am 18. April wurde Monireh Arabshahi in das Gefängnis Vozara überstellt. Ohne Erklärung wurden Yasaman Aryani und sie dann in einen Lieferwagen gezwungen und an einen unbekannten Ort in Teheran gebracht. Sobald sie den Lieferwagen verließen, wurden sie ohne ihre Zustimmung von Kamerateams der staatlichen Funk- und Fernsehanstalt gefilmt. Dann wurden sie in einen Raum gebracht, um von der Funk- und Fernsehanstalt „interviewt“ zu werden und als sie sich dagegen wehrten, sagte man ihnen, sie hätten keine Wahl und müssten die Fragen beantworten. Beide verbrachten dann die Nacht im Gefängnis Vozara und wurden am nächsten Tag in das Gefängnis Shahr-e Rey zurückgebracht. Am 13. August wurden Monireh Arabshahi, Yasaman Aryani und Mojgan Keshavarz in das Evin-Gefängnis gebracht.

Wer im Iran als Frau ohne Kopftuch unterwegs ist, riskiert Festnahme, Stockhiebe oder eine Haft- bzw. Geldstrafe. Gesetze zur obligatorischen Verschleierung verstoßen gegen eine ganze Reihe von Menschenrechten, so zum Beispiel die Rechte auf Gleichstellung, Privatsphäre, freie Meinungsäußerung und Glaubensfreiheit. Das Verschleierungsgesetz erniedrigt Frauen und Mädchen und beraubt sie ihrer Würde und Selbstachtung.

Hintergrundinformation

In dem am 8. März 2019 online verbreiteten Video zum Weltfrauentag „Der Tag wird kommen, an dem Frauen nicht mehr kämpfen müssen“, sieht man wie Yasaman Aryani einer Frau mit Kopftuch eine Blume übergibt und ihrer Hoffnung Ausdruck verleiht, eines Tages Seite an Seite mit ihr die Straße entlanggehen zu können, „ich ohne Kopftuch und du mit Kopftuch“. Nachdem das Video online gegangen war, wurde Yasaman Aryani am 10. April von Sicherheitskräften im Haus ihrer Familie in Teheran festgenommen. Als sich ihre Mutter Monireh Arabshahi am nächsten Tag im Vozara-Haftzentrum in Teheran nach dem Verbleib ihrer Tochter erkundigen wollte, wurde auch sie festgenommen und in das Gefängnis Shahr-e Rey in der Nähe von Teheran gebracht. Mojgan Keshavarz wurde zwei Wochen später, am 25. April, festgenommen und auch in das Gefängnis Shahr-e Rey gebracht.

Nach der Festnahme wurde Yasaman Aryani neun Tage im Teheraner Vozara-Haftzentrum in Einzelhaft und ohne Zugang zu ihrer Familie und ihrem Rechtsbeistand festgehalten. Während dieser Zeit war sie Opfer des Verschwindenlassens, da die Behörden ihrer Familie keine Informationen über ihr Schicksal und ihren Verbleib gaben. Nach ständigen Nachfragen ihrer Familie durfte sie ihre Angehörigen sechs Tage nach ihrer Festnahme kurz anrufen. Während ihrer Zeit in Einzelhaft wurde sie regelmäßig mit folgenden Dingen bedroht: Die Inhaftierung ihres Vaters und ihrer jüngeren Geschwister, wenn sie nicht vor einer Kamera ihre Ablehnung des Kopftuchzwangs zurücknähme, der Kampagne Weiße Mittwoche – eine beliebte Kampagne, die Frauen dazu ermutigt, Fotos und Videos von sich zu teilen, auf denen sie ohne Kopftuch zu sehen sind und ihre Ablehnung der Gesetze zum verpflichtenden Tragen eines Kopftuchs ausdrücken und ihre Hoffnungen auf mehr Rechte für Frauen diskutieren – abschwöre und ihr „Bedauern“ darüber ausdrücke, dass sie sich von antirevolutionären Oppositionsagent_innen aus dem Ausland habe aufwiegeln lassen. Ihr wurde auch vorgemacht, dass die Außenwelt ihren Fall vergessen habe.

Am 18. April wurde Monireh Arabshahi in das Gefängnis Vozara überstellt. Ohne Erklärung wurden Yasaman Aryani und sie dann in einen Lieferwagen gezwungen und an einen unbekannten Ort in Teheran gebracht. Sobald sie den Lieferwagen verließen, wurden sie ohne ihre Zustimmung von Kamerateams der staatlichen Funk- und Fernsehanstalt gefilmt. Dann wurden sie in einen Raum gebracht, um von der Funk- und Fernsehanstalt „interviewt“ zu werden und als sie sich dagegen wehrten, sagte man ihnen, sie hätten keine Wahl und müssten die Fragen beantworten. Beide verbrachten dann die Nacht im Gefängnis Vozara und wurden am nächsten Tag in das Gefängnis Shahr-e Rey zurückgebracht. Am 13. August wurden Monireh Arabshahi, Yasaman Aryani und Mojgan Keshavarz in das Evin-Gefängnis gebracht.

Wer im Iran als Frau ohne Kopftuch unterwegs ist, riskiert Festnahme, Stockhiebe oder eine Haft- bzw. Geldstrafe. Gesetze zur obligatorischen Verschleierung verstoßen gegen eine ganze Reihe von Menschenrechten, so zum Beispiel die Rechte auf Gleichstellung, Privatsphäre, freie Meinungsäußerung und Glaubensfreiheit. Das Verschleierungsgesetz erniedrigt Frauen und Mädchen und beraubt sie ihrer Würde und Selbstachtung.

Urgent Action bis 21.11.2019