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Berührende Aktion bei Wiens ehemals größtem Asylquartier

3. Oktober 2020

Am Langen Tag der Flucht, lud das Amnesty-Netzwerk Flucht und Migration ein, an der Proteststation Vordere Zollamtstraße 7 inne zu halten. Es war eine bewegende  und ungewöhnliche Veranstaltung bei der Universität für angewandte Kunst.

Martin Auer, Schriftsteller, Musiker und Initiator des Wiener Protestwanderwegs, brachte bewegende Texte und Lieder zum Thema Flucht. Renate Stuefer (Lehrende der TU Wien) gab anschauliche Einblicke und Erinnerungen zum von ihr mitinitiierten Projekt DISPLACED.

Anschaulich dargestellt wurde das beispielhafte Projekt für geflüchtete Menschen durch den Film Ankommen der Filmemacherin Karin Macher (Lehrende an der MDW Filmakademie Wien).

Im Jahr 2015 entstand in der Vorderen Zollamtstraße 7 das größte Asylquartier Wiens. Die Universität für angewandte Kunst hatte das Haus mit drei Höfen dem Innenministerium als Notunterkunft überlassen. Unter extremem Einsatz der Studierenden der Universität für angewandte Kunst und der TU Wien, sowie vieler weiterer freiwilligen Helfer*innen wurden dort Notbetten und Duschcontainer aufgestellt.

Bis Mai 2016 entstanden durch ein wunderbares Zusammenspiel der Hausleitung (Rotes Kreuz) mit Studierenden und Lehrenden der TU Wien (Projekt DISPLACED) sowie der Universität für angewandte Kunst, den Bewohnerinnen und Bewohnern der Unterkunft und ganz ganz vielen Freiwilligen und externen Beteiligten - vielfach durch kreative Lösungen - einladende Räume zum Ankommen, ein Klima der Solidarität und neue Wege der Integration.

Heute ist die Vordere Zollamtstraße eine Station des Wiener Protestwanderwegs, die an dieses Großprojekt, als ein positives Beispiel von Zusammenarbeit, Integration und Umgang mit geflüchteten Personen, erinnert.

Sarah German, Sprecherin des NW Flucht und Migration, erläuterte die Amnesty-Forderungen an die Regierung und die Europäische Union. Amnesty International war mit einem Infotisch zum Thema Flucht und Migration sowie mit aktuellen Petitionen vor Ort. 

Die Teilnehmer*innen an der Aktion waren sichtlich berührt. Selbst der Straßenlärm und die Filmpräsentation an der Hausmauer konnten der emotionalen Stimmung nichts anhaben. Wir danken Martin Auer, Renate Stuefer und Karin Macher herzlich für ihre berührenden Präsentationen.

Video: Film Ankommen

Erster Wiener Protestwanderweg

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