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Gegen das Vergessen: Anklagen gegen Aktivistinnen in Simbabwe fallen lassen

5. Jänner 2026

Cecillia Chimbiri, Joanna Mamombe und Netsai Marova sind Mitglieder der simbabwischen Oppositionspartei Citizens' Coalition for Change (CCC), die wegen einer regierungskritischen Demonstration im Mai 2020 bis heute unter Anklage stehen. Sie waren am 13. Mai 2020 an einem Polizeikontrollpunkt in der Hauptstadt Harare festgenommen worden, weil sie eine Protestveranstaltung angeführt hatten, die die staatlichen Maßnahmen gegen die Coronapandemie sowie die Hungersnot im Land thematisierte. Am selben Tag fielen sie dem Verschwindenlassen zum Opfer und wurden in dieser Zeit gefoltert und sexuell missbraucht. Sie mussten daraufhin im Krankenhaus behandelt werden. Seit dem 26. Juni 2020 sind die Frauen unter Auflagen gegen Kaution frei. Einige Regierungsmitglieder, unter ihnen der Justizminister, warfen den Frauen vor, ihr Verschwindenlassen frei erfunden zu haben. 

Am 4. Juli 2023 wurden Joanah Mamombe and Cecillia Chimbiri endlich von dem Vorwurf freigesprochen, falsche Angaben gemacht und ihre Entführung nur vorgetäuscht zu haben. Es sind jedoch nach wie vor Anklagen gegen alle drei Frauen anhängig, die auf mutmaßlichen Verstößen gegen Lockdownvorschriften basieren. Das entsprechende Gerichtsverfahren wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, und die Behörden haben bis heute weder ihr Verschwindenlassen noch die Foltervorwürfe untersucht. 

Bitte schreibe bis zum 31. März 2026 höflich formulierte Briefe an den Präsidenten und fordere ihn auf, dafür zu sorgen, dass alle noch bestehenden Anklagen gegen Joanna Mamombe, Cecillia Chimbiri und Netsai Marova fallengelassen werden. Bitte zudem dringend darum, das Verschwindenlassen der drei Frauen und ihre Folterung und andere Misshandlung, darunter auch sexualisierte Gewalt, zielführend und unabhängig zu untersuchen und die mutmaßlich Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Setz dich ein!