Deine Spende für die Menschen im Iran
Damit Menschenrechte nicht im Dunkeln verschwinden und Gerechtigkeit siegt.

In Syrien liefern sich Regierungstruppen schwere Kämpfe mit den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF). Amnesty International mahnt zur Einhaltung internationaler Menschenrechtsstandards. Der Schutz der Zivilbevölkerung und die Sicherung von Beweisen für begangene Gräueltaten müssen bei allen weiteren Schritten oberste Priorität haben.
Im Nordosten Syriens sind derzeit zwei Entwicklungen besonders besorgniserregend: Einerseits kommt es zu wiederholten Kämpfen zwischen den syrischen Regierungstruppen und den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), dem militärischen Flügel der kurdisch geführten Autonomen Verwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES).
Andererseits haben die syrischen Behörden über einige Hafteinrichtungen und Lager im Nordosten des Landes die Kontrolle übernommen. Inhaftiert sind dort unter anderem vermeintliche Mitglieder der bewaffneten Gruppe Islamischer Staat (IS).
Die syrischen Behörden und die AANES müssen dringend Beweise für die vom IS begangenen völkerrechtlichen Verbrechen sichern, einschließlich Informationen über Orte von Gräueltaten und Massengräbern sowie dokumentarische Beweise in den Haftanstalten. Diese Beweise sind unerlässlich, um das Schicksal und den Verbleib der Syrer*innen zu klären, die dem Veschwindenlassen durch den IS zum Opfer gefallen sind, und die Verantwortlichen für Völkerrechtsverbrechen, einschließlich Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, zu ermitteln und strafrechtlich zu verfolgen.
Die wiederholten Kämpfe in Syrien haben verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Amnesty International fordert erneut alle an den jüngsten Kämpfen beteiligten Konfliktparteien auf, ihren Verpflichtungen im Rahmen des humanitären Völkerrechts nachzukommen und sicherzustellen, dass die Zivilbevölkerung nicht den Preis für einen weiteren politischen Zusammenbruch in Syrien zahlt.
Kristine Beckerle, stellvertretende Regionaldirektorin für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International
"Die syrischen Behörden müssen in Abstimmung mit der AANES ein menschenrechtskonformes Prüfverfahren in den von ihnen kontrollierten Haftanstalten und Lagern durchführen", sagt Kristine Beckerle, stellvertretende Regionaldirektorin für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International.
Sie sollten diejenigen identifizieren, die wegen Verbrechen nach dem Völkerrecht oder schwerer Verbrechen nach innerstaatlichem Recht strafrechtlich verfolgt werden sollten, diejenigen, die gegebenenfalls zurückgeführt und in ihren Herkunftsländern strafrechtlich verfolgt werden sollten, und diejenigen, die freigelassen werden sollten. Die Verfahren innerhalb Syriens müssen den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen und ohne Rückgriff auf die Todesstrafe durchgeführt werden.