

Ungarn: Géza droht 1 Jahr Gefängnis, weil er die Pride organisierte
Seit Jahren sind LGBTQIA+ Rechte in Ungarn massiv in Gefahr. Am 9. Februar 2026 wurde der Lehrer und Aktivist Géza Buzás-Hábel angeklagt, weil er im Oktober 2025 eine friedliche Pride-Parade organisiert hatte. Jetzt droht ihm ein Jahr Gefängnis, nur weil er sich für Liebe und Toleranz eingesetzt hat!
Géza Buzás-Hábel ist Roma und schwul. Er lebt in der Stadt Pécs in Südungarn, wo er die Sprache und Kultur der Rom*nja unterrichtet, zukünftige Pädagog*innen ausbildet und seit langem die Pécs Pride organisiert. Es ist die einzige Pride-Veranstaltung des Landes außerhalb von Budapest und Géza sorgt dafür, dass sie inklusiv, friedlich und gemeinschaftsorientiert bleibt.
Doch im April 2025 haben die ungarischen Behörden ihren Angriff auf die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans, queeren, intergeschlechtlichen, agendered und asexuellen Menschen (LGBTQIA+) mit dem sogenannten „Anti-Pride“-Gesetz nochmal massiv verstärkt.
Dieses neue Gesetz verbietet das Abhalten von Versammlungen, die gegen das „Propaganda-Gesetz“ von 2021 verstoßen. Das diskriminierende „Propaganda-Gesetz“ stellt LGBTQIA+ Sichtbarkeit fälschlicherweise als „schädlich“ für Kinder dar und verbietet die „Darstellung und Förderung“ von Sexualität und verschiedenen Geschlechtsidentitäten für Menschen unter 18 Jahren.
Mit ihrer Anklage gegen Géza verstärken die ungarischen Behörden ein Klima der Angst bei den Menschen in der ungarischen LGBTQIA+ Community. Sie vermitteln: „Es ist nicht okay, so zu sein, wie du bist.“ Zudem ist es eine massive Einschränkung der Versammlungsfreiheit.
Auch das Recht auf friedliche Versammlung wird in Europa zunehmend angegriffen: Staatliche Behörden stigmatisieren, behindern, schrecken ab, bestrafen und gehen gegen Menschen vor, die friedliche Proteste organisieren oder daran teilnehmen.
Wir müssen alle leben und lieben dürfen, wie es uns entspricht und für unsere Rechte auf die Straße gehen dürfen! Die Pride als friedlicher Protest für Solidarität und Gleichberechtigung muss weiterhin stattfinden können. Ein Jahr Gefängnis als Strafe für Gézas Mut und Menschlichkeit wäre eine unfassbare Ungerechtigkeit und ein erschreckender Präzedenzfall.
Fordere von der Staatsanwaltschaft in Pécs, die Anklage gegen Géza sofort fallenzulassen!
MUSTERBRIEF
APPELLE AN
District Prosecution Office of Pécs
Dr. István Takács
Chief Prosecutor
7621 Pécs, Jókai utca 26
UNGARN
Fax: + 36 72-518-946
Email: pecs@mku.hu
X: @ProsecutionHu
KOPIEN AN
Botschaft von Ungarn
I.E. Frau Edit SZILAGYINE BATORFI
Bankgasse 4-6
1010 Wien
Fax: (+43 / 1) 535 99 40
E-Mail: mission.vie@mfa.gov.hu
ANMERKUNGEN
Amnesty fordert:
- Die strafrechtliche Verfolgung von Géza Buzás-Hábel stellt eine Verletzung seiner Rechte auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung dar. Ich bitte Sie eindringlich, die Anklage unverzüglich fallen zu lassen und das Verfahren gegen Géza Buzás-Hábel einzustellen, da er nicht allein wegen der Ausübung seiner Menschenrechte strafrechtlich verfolgt werden darf.
INHALT
Dear Chief Prosecutor,
I am writing to express deep concern regarding the criminal charges formally filed against human rights defender Géza Buzás-Hábel for organising the Pécs Pride march that took place on 4 October 2025. Instead of concluding that organising a Pride event should not constitute a criminal offence and closing the case against Géza Buzás-Hábel, your office turned to the Pécs District Court seeking criminal proceedings against him. If the case goes to trial and Géza Buzás-Hábel is found guilty and convicted, he could face up to one year in prison.
The police decision on the Pécs Pride, effectively declaring it ‘a banned assembly’ in September 2025, was arbitrary and discriminatory, based solely on the ‘anti-Pride’ law which became effective in April 2025. This ban and the legislation itself have been widely criticized by regional and international organisations as regressive, discriminatory and to be in violation of human rights standards. The organisation of a peaceful assembly advocating for equality, human rights, and remembrance, such as Pécs Pride, is protected conduct under the rights to freedom of peaceful assembly, freedom of expression and non-discrimination, as enshrined in regional and international standards to which Hungary is bound.
The international community is closely following Géza Buzás-Hábel’s situation and the recent criminal charges brought against him, which represents an alarming escalation in the criminalization of LGBTI expression and peaceful assembly in Hungary.
Organising a Pride march is an act of courage, solidarity, and hope. You have the authority to reaffirm that peaceful assembly must be protected.
Prosecuting Géza Buzás-Hábel constitutes a violation of his rights, including to freedom of peaceful assembly and expression. I urge you to immediately drop the charges and terminate the proceedings against Géza Buzás-Hábel as he should not be prosecuted simply for exercising his human rights.
Yours sincerely,


