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Menschenrechtsanwältin – Haftort unbekannt

Ägypten

Die Menschenrechtsanwältin Hoda Abdelmoniem erschien am 15. Januar vor der ägyptischen Staatsanwaltschaft, wo ihre Untersuchungshaft um 15 Tage verlängert wurde. Sie sagte ihrer Tochter, dass sie nicht wisse, wo sie festgehalten wird.

Wir fordern, dass Informationen über das Schicksal und den Verbleib von Hoda Abdelmoniem bekannt gegeben werden und sie bedingungslos freigelassen wird.

Mehr Informationen zu diesem Fall

Am 1. November 2018 um 1.30 Uhr morgens drangen Sicherheitskräfte unbefugt in die Wohnung von Hoda Abdelmoniem in Kairo ein und durchsuchten sie. Anschließend brachten sie die Menschenrechtsanwältin mit verbundenen Augen an einen geheimen Ort. Ihre Rechtsbeistände erkundigten sich in verschiedenen Polizeistationen nach dem Schicksal und Verbleib ihrer Mandantin. Die Behörden gaben jedoch an, nichts über die Festnahme oder den Verbleib von Hoda Abdelmoniem zu wissen. Am 21. November erschien sie vor der Staatsanwaltschaft.

Die Tochter von Hoda Abdelmoniem gab an, ihre Mutter habe bei dem Termin am 15. Januar abgemagert ausgesehen, was auf die unzureichende Versorgung mit Nahrungsmitteln und die schlechte Qualität des Essens zurückzuführen ist. Die Anwältin leidet außerdem an einem Blutgerinnsel im Bein und hohem Blutdruck, wodurch sie häufig Gleichgewichtsstörungen hat.

Die 60-jährige Menschenrechtsanwältin engagiert sich ehrenamtlich als Rechtsberaterin bei der Menschenrechtsorganisation Egyptian Coordination for Rights and Freedoms (ECRF). Sie hat in den vergangenen fünf Jahren Menschenrechtsverletzungen im Land dokumentiert, darunter auch Fälle des Verschwindenlassens. Desweiteren ist Hoda Abdelmoniem Anwältin am ägyptischen Kassationsgericht und am höchsten Verfassungsgericht sowie ehemaliges Mitglied des nationalen Menschenrechtsrats und der Anwaltskammer von Ägypten. Als Grund für ihre Festnahme vermutet Amnesty International ihren Menschenrechtsaktivismus sowie die Tatsache, dass sie als Anwältin an mehreren Menschenrechtsfällen vor Gericht beteiligt ist. Das Vorgehen der Behörden gegen Hoda Abdelmoniem ist Teil einer neuen Welle von Festnahmen seit dem 1. November 2018. Die Behörden gehen damit gegen bekannte Menschenrechtsverteidiger*innen und Anwält*innen vor, unter ihnen auch Mohamed Abu Horaira, der ehemalige Sprecher der Organisation ECRF.

Im Jahr 2013 wurde Hoda Abdelmoniem ein Auslandsreiseverbot auferlegt. Im Vorfeld war sie weder angeklagt worden noch waren strafrechtliche Ermittlungen gegen sie anhängig.

Am 1. November 2018, dem Tag ihrer Festnahme, begannen die ägyptischen Behörden eine Serie von Durchsuchungen und nahmen mindestens 31 Menschenrechtsverteidiger*innen fest – zehn Frauen und 21 Männer.

Die Organisation ECRF, die das Verschwindenlassen von Personen und die zunehmende Anwendung der Todesstrafe dokumentiert sowie Opfern von Menschenrechtsverletzungen Rechtshilfe leistet, ist vom harten Vorgehen der Behörden besonders betroffen, da viele ihrer Mitglieder festgenommen wurden. In einer am 1. November veröffentlichten Erklärung kündigte die ECRF die Aussetzung ihrer Menschenrechtsarbeit an. Die Organisation bezeichnete die derzeitige Situation in Ägypten als unvereinbar mit jeglicher Form der Menschenrechtsarbeit und forderte den UN-Menschenrechtsrat auf, einzuschreiten.

 

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