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Äquatorialguinea: Menschenrechtler verprügelt

Äquatorialguinea

Am 27. Oktober wurde der bekannte Menschenrechtsverteidiger Alfredo Okenve von unbekannten bewaffneten Männern brutal überfallen. Nach dem Angriff ließ man ihn schwer verletzt in einer verlassenen Gegend am Stadtrand zurück.

Fordere die Behörden in Äquatorialguinea dazu auf, dass sie umgehend eine unabhängige und gründliche Untersuchung des Angriffs auf Alfredo Okenve durchführen und die Verantwortlichen unverzüglich vor Gericht stellen.

Mehr Informationen über diesen Fall

Der Menschenrechtsverteidiger Alfredo Okenve ist in der äquatorialguineanischen Stadt Bata von unbekannten Männern brutal überfallen und schwer verletzt worden. Am 27. Oktober um etwa 20.00 Uhr Ortszeit stieg Alfredo Okenve mit seinem Bruder ins Auto, um ihr Haus im Stadtteil Newton zu verlassen. Sie waren gerade losgefahren, als ein Wagen auftauchte und die Straße blockierte. Zwei bewaffnete Männer in Zivilkleidung stiegen aus und forderten Alfredo Okenve auf, ebenfalls auszusteigen. Die Männer sagten zu ihm: „Genau dich haben wir gesucht.“ Alfredo Okenve bestand darauf sich auszuweisen, doch die Männer begannen ihn zu schlagen und schleppten ihn zu ihrem Fahrzeug. Dann fuhren sie mit ihm davon, während sein Bruder in dem anderen Wagen zurückblieb. Die Männer brachten Alfredo Okenve in ein Waldstück und schlugen beinahe zwei Stunden lang mit Stöcken und Gewehrkolben auf ihn ein. Sie nahmen ihm seine Geldbörse mit all seinen Papieren sowie sein Mobiltelefon und weitere persönliche Gegenstände ab, bevor sie ihn in Alep aussetzten, einer Gegend am Stadtrand von Bata. Trotz seiner schweren Verletzungen gelang es Alfredo Okenve, ein Stück zu Fuß zu gehen und Hilfe zu holen. Seine Familie brachte ihn ins Krankenhaus, um seine Verletzungen behandeln zu lassen, darunter auch eine Stichverletzung am linken Fuß. Aus Sorge um seine Sicherheit wollten seine Angehörigen ihn jedoch nicht im Krankenhaus lassen, sondern nahmen ihn nach der Erstversorgung mit nach Hause.

Alfredo Okenve ist ein in Äquatorialguinea bekannter Menschenrechtsverteidiger und Aktivist, der seit mehreren Jahren auf nationaler und internationaler Ebene Menschenrechtsverletzungen und Korruption in Äquatorialguinea anprangert. Er ist einer der Direktoren der NGO Center for Development Studies and Initiatives (CEID), die sich für Menschenrechte und Entwicklung einsetzt.

 HINTERGRUNDINFORMATIONEN

In Äquatorialguinea werden Menschenrechtsverteidiger*innen und Aktivist*innen regelmäßig schikaniert und eingeschüchtert und wegen ihrer Arbeit willkürlich festgenommen und inhaftiert. Allem Anschein nach sollen sie dadurch an ihrer Arbeit gehindert und zum Schweigen gebracht werden.

Die Rechte auf freie Meinungsäußerung, friedliche Versammlung und Vereinigungsfreiheit werden über Gebühr eingeschränkt, unter anderem dadurch, dass die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen unterbunden wird und Personen, die lediglich ihr Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen, unrechtmäßig festgenommen und inhaftiert werden.

Menschenrechtsverteidiger*innen und Aktivist*innen werden besonders häufig Opfer von Menschenrechtsverletzungen wie Misshandlung und willkürlicher Inhaftierung. Dies deutet auf ein Schema der Unterdrückung von Menschenrechtsverteidiger*innen und Aktivist*innen durch die Behörden des Landes hin.

 

Alfredo Okenve war bereits am 17. April 2017 gemeinsam mit seinem Kollegen Enrique Asumu in der Hauptstadt Malabo festgenommen worden. Die beiden Männer hatten sich gegen die Entscheidung der Behörden gewehrt, Enrique Asumu tags zuvor den Einstieg in ein Flugzeug nach Bata zu untersagen. Enrique Asumu wurde acht Tage später aus gesundheitlichen Gründen freigelassen, nachdem er eine Geldstrafe von 2 Mio. CFA-Franc (etwa 3.000 Euro) bezahlt hatte. Alfredo Okenve wurde mit derselben Geldstrafe belegt und nach deren Bezahlung am 4. Mai 2017 aus der Haft entlassen.

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