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© Melanie Wimmer/Amnesty International

event

Menschenrechtstagung 2018

2. November 2018 - 4. November 2018 Beginn: 19:00
Bildungshaus Retzhof Dorfstraße 17, 8435 Wagna

Wir feiern Menschenrechte!

Das heurige Thema der Tagung, „Wir feiern Menschenrechte!“, soll uns daran erinnern, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nun seit 70 Jahren existiert – ein toller Anlass zu feiern! Allerdings stehen wir nach fast drei Generationen seit Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor vielen Herausforderungen:

  • Sind Menschenrechte eine Selbstverständlichkeit geworden?
  • Ist es überhaupt notwendig sich für sie einzusetzen?
  • Können Menschenrechte Antworten auf rechtspopulistische Entwicklungen geben?
  • Müssen Menschenrechte eingeschränkt werden, damit wir in Sicherheit leben können?
  • Wie können Menschenrechte auch mit technologischen Entwicklungen Schritt halten?
  • Was bedeuten all diese Herausforderungen für die Zivilgesellschaft?

Mitreißende Aktionen, interessante Gespräche und Workshops mit internen und externen Expert*innen in informeller Atmosphäre, neue Ideen und gemeinsame kreative Überlegungen zur Zukunft der Tagung – das alles wird unser Wochenende füllen und uns für unser weiteres Engagement für Menschenrechte motivieren, und natürlich feiern wir auch mit einander 70 Jahre AEMR sowie über 30 Jahre gemeinsame Geschichte von Bildungshaus Retzhof und Amnesty Österreich.

Es erwartet uns also ein tolles Ereignis, wir freuen uns schon auf euch!

Das Programm

Freitag, 2. November 2018

Ab 16:00
Anreise, Check-in

18:00–19:00
Abendessen

19:00–19:30
Begrüßungsworte
Joachim Gruber, Pädagogische Leitung Bildungshaus Retzhof
Präsidium, Geschäftsführung, Organisationsteam Amnesty International Österreich

19:30–21:30
Zivilgesellschaft bringt’s – auch unter Druck von Rechtsruck
Frauenvolksbegehren als Beispiel für zivilgesellschaftliches Engagement
Ein Gespräch mit Lena Jäger und Christian Berger von der Initiative Frauenvolksbegehren mit Überlegungen aus dem Film „Rechtsruck“.
Moderation: Gudrun Rabussay-Schwald, Leiterin Menschenrechtsbildung Amnesty International Österreich

Film „Rechtsruck“
von Niko Mayr und Walter Ötsch, 2017. (1 h 2 min)

SAMStag, 3. November 2018

7:30–9:00
Frühstück

9:00–10:15
Organisatorisches & Kampagnenpräsentationen
„Es beginnt hier“ aktuell – Bernhard Csengel, Kampagnenleiter
Briefmarathon 2018 – Denise Tan


10:15–10:30
Pause

10:30–12:30
Podiumsgespräch: "Aktuelle Herausforderungen für Menschenrechte"

Gedanken aus vier Themen:
1. Menschenrechte sind selbstverständlich – Marijana Grandits
2. Menschenrechte und Populismus – N. N.
3. Digitalisierung und Menschenrechte – Ben Wagner
4. Sicherheit und Menschenrechte – Philipp Sonderegger

Moderation: Annemarie Schlack, Geschäftsführerin Amnesty International Österreich

12:30–13:30
Mittagessen

13:30–14:30
Pause
(Optional: Infos zur Österreich-Kampagne 2019 für Amnesty-Aktivist*innen von Sandra Iyke, Kampagnenleiterin)

14:30–17:30
Workshops
WS 1 „Von Pussyhats bis Yes Men“ Die Strategien hinter innovativen Aktionsformen
Denise Tan & Gregor Maczek, Mobilisierung Amnesty International Österreich
WS 2 Populismus
N. N.
WS 3 Digitalisierung
Ben Wagner, Leiter Privacy and Sustainable Computing Lab der WU Wien
WS 4 „Lasse dich nicht verunsichern – bringt die Einschränkung von Freiheit mehr Sicherheit?“
Gudrun Rabussay-Schwald, Leiterin Menschenrechtsbildung Amnesty International Österreich

17:30–18:00
Zusammenfassung der Workshops im Plenum
Workshop-Leitungen oder -Teilnehmende

18:00–19:00
Abendessen

19:00–19:30
Pause

Ab 19:30
Zeit zu feiern!
70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte & über 30 Jahre gemeinsame Geschichte Bildungshaus Retzhof und Amnesty International Österreich
Wir feiern mit Aktionen, Tanzen, informellen Gesprächen, …

Sonntag, 4. November 2018

7:30–9:00
Frühstück

9:00–11:30
„Zukunft der Tagung“ oder „Zukunftstagung“
Gemeinsame Überlegungen gestaltet von Präsidium und Geschäftsleitung

11:30–12:00
Resümee & Verabschiedung

12:00–13:00
Mittagessen

Redner*innen
Kurzbiografien der Redner*innen

Lena Jäger ist Mitinitiatorin, Sprecherin und Projektleiterin des Frauen*Volksbegehrens und hat Corporate Identity und Strategie des F*VBs entschieden, die Bundesländergruppen aufgebaut, sowie die Netzwerkpflege übernommen. Geboren und aufgewachsen in Norddeutschland, studierte in Berlin und ab 2003 in Wien Musikwissenschaften und Geschichte/Philosophie/Psychologie auf Lehramt. Vor dem Frauen*Volksbegehren war sie als Lehrende, Projektmanagerin und Consultant in verschiedenen Branchen tätig.

Christian Berger ist Vorstand, Verfahrensbevollmächtigter und Sprecher des Frauen*Volksbegehrens. Er war von 2017 bis 2018 Forschungsassistent am Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Universität Wien sowie in der Abteilung Frauen und Familie der Bundesarbeitskammer und forscht unter anderem zum österreichischen und europäischen Antidiskriminierungsrecht und zur feministischen Politischen Ökonomie. Er ist Mitgründer des Forums kritischer Jurist*innen und seit 2017 leitender Redakteur der politikwissenschaftlichen Zeitschrift "Politix".

Marijana Grandits arbeitet derzeit als Academic coordinator für Master of Arts in Human Rights an der Universität Wien. Hat sich bereits als Studentin mit Menschenrechten beschäftigt, an Universitäten in Wien und Bologna studiert. Beruflich hat sie viele wichtige Rollen innegehabt, zB bei der Menschenrechtskommission des BMI, als Nationalratsabgeordnete, bei der Volksanwaltschaft, bei der UN-ECOSOC. Engagierte Menschenrechtsbildnerin und -Beraterin, unterrichtet an den Universitäten von Wien und Venedig. Erhielt 2015 den Bruno Kreisky Menschenrechtspreis. 

Ben Wagner leitet seit 2017 das Privacy and Sustainable Computing Lab der WU. Er hat in Politik- und Sozialwissenschaften am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz promoviert und forscht am Institut für Information Systems and Society des Departments für Informationsverarbeitung und Prozessmanagement an der WU. 2014 gründete er das Centre for the Internet and Human Rights (CIHR) an der Europa-Universität Viadrina und war zwischen 2014 und 2016 Direktor des CIHR. Seine Forschung konzentriert sich auf Kommunikationstechnologie an der Schnittstelle von Recht, Ethik und Governance.

Philipp Sonderegger arbeitet als Menschenrechtler und Berater in Wien. Seine Schwerpunkte sind Polizei und Versammlungsfreiheit sowie systemisches Organizing für Zivilgesellschaft. Von der Volksanwaltschaft wurde er zum Mitglied des Menschenrechtsbeirates ernannt und vom Land Kärnten in deren Menschenrechtsbeirat berufen. Für SOS Mitmensch sitzt er im „Zivilgesellschaftlichen Dialogforum“ des BMI. Sonderegger bloggt auf http://phsblog.at.

Flora Bachmann | © Privat Flora Bachmann

Der perfekte Ort, um Motivation zu tanken, Ideen zu sammeln, sich zu vernetzen und an spannenden Workshops teilzunehmen.

Preise

48 Euro / EW / DZ / Vollpension (zzgl. 1,50 Euro/Nacht Nächtigungsabgabe.)
Zuschläge für EZ und nur eine Übernächtigung.
Reduzierte Preise für Kinder, Studierende, Arbeitslose. Alle Preise.

Anreise

Zug: bis zum Bahnhof Leibnitz. Zugverbindungen.
Vom Bahnhof Leibnitz (Südbahnstraße) zum Bildungshaus Retzhof entweder per Taxi (+43 [0]3452 / 2255), Fahrtzeit ca. 5 Minuten, oder zu Fuß, Gehzeit ca. 15 Min.

Auto: über die A9, Ausfahrt Leibnitz bis zum 2. Kreisverkehr, dann links auf B67,
Bildungshaus Retzhof ist beschildert.

Kontakt

Bildungshaus Retzhof
Dorfstr. 17
8430 Leitring/Wagna
Tel. +43 (0)3452 / 827 88-0

Amnesty-Organisationsteam
mrt@amnesty.at
+43 (01) 780 08

Workshop 1: „Von Pussyhats bis Yes Men“

Die Strategien hinter innovativen Aktionsformen

Denise Tan und Gregor Maczek, Mobilisierung Amnesty International Österreich

Mit der „Pussyhats“-Protestaktion gegen Trumps salonfähigen Sexismus und der Gruppe „Yes Men“ mit ihrer ausgefeilten Kommunikationsguerilla-Taktik, sowie mit vielen weiteren innovativen Aktionsformen werden wir uns in diesem Workshop beschäftigen. Gemeinsam analysieren und diskutieren wir die dahinterliegenden Aktionsstrategien und Schritte die es braucht, damit aus Problemen und Missständen gelungene Aktionen werden.

Das neue Wissen wenden wir im praktischen Teil des Workshops auf aktuelle Kampagneninhalte an. Durch gemeinsames Überlegen und Tun erarbeiten wir alltagstaugliche Aktionsideen, die im Rahmen von „Es beginnt hier“ oder dem Briefmarathon verwendet werden können.

Workshop 2: Menschenrechte und Populismus

N. N.

Vorläufige Beschreibung:

Das politische Klima in Europa geht weiter in die Richtung „wir gegen die anderen,“ Abschottung und Nationalismus dominieren derzeit die politische Landschaft vieler Staaten. Menschenrechte als gesellschaftlichen Zusammenhalt werden vielerorts abgewertet bzw. in Frage gestellt.  

(Kommunikation; können MR einfache Antworten geben?; fake news,…) 

Workshop 3: Digitalisierung und Menschenrechte

Ben Wagner, Leiter Privacy and Sustainable Computing Lab der WU Wien

Vorläufige Beschreibung:

(Human Rights & Technology)

Künstliche Intelligenz; Autonome Fahrzeuge, Gesichtserkennungsprogramme, Datenprofiling, etc. Die technologisch dominierte digitale Transformation der Gesellschaft eröffnet viele Chancen und gleichzeitig auch neue Herausforderungen nicht zuletzt an die Menschenrechtsstandards als grundlegende Spielregeln unseres Zusammenlebens.  

(Welche neue Möglichkeiten für die Menschenrechtsarbeit gibt es? Welche Menschenrechtsstandards werden morgen relevant sein?)   

Workshop 4: „Lasse Dich nicht verunsichern“

Bringt die Einschränkung von Freiheit mehr Sicherheit?

Gudrun Rabussay-Schwald, Leiterin Menschenrechtsbildung Amnesty International Österreich

Im medialen und politischen Diskurs wird derzeit oft der Eindruck vermittelt, dass wir vor die Wahl gestellt werden müssten uns zu entscheiden: Wollen wir am Menschenrechtssystem festhalten oder in Sicherheit leben? Wir brauchen einfach härtere Strafen, mehr Durchgriffrechte der Polizei, strengere Gesetze, weniger Migration etc. etc., andernfalls geben wir unsere Sicherheit preis.

In diesem Workshop gehen die Teilnehmenden diesen Thesen auf den Grund und setzen sich kritisch mit aktuellen Entwicklungen zur Einschränkung der Grund- und Freiheitsrechte zu Gunsten von Sicherheit in Österreich und im europäischen Umfeld auseinander. Insbesondere wird auf die Rolle der Zivilgesellschaft und deren kleiner werdenden Handlungsmöglichkeiten (shrinking space) eingegangen.

Ausgehend von dieser Bestandsaufnahme werden abschließend notwendige und erfolgsversprechende Maßnahmen diskutiert, die wir als Zivilgesellschaft treffen können, Menschenrechte weiterhin als Grundlage unserer Gesellschaftsordnung zu fördern.

Das Orga-Team in Bildern
Das Orga-Team in Worten

Jens Keßler – Tuula Sulkakoski-Schaller – Marlene Breier (v. l. n. r.)
Was kommt raus, wenn eine unkonventionelle Finnin, ein charmanter Bayer und eine echte Wienerin zusammenkommen? Natürlich nur Gutes! Du bist noch nicht überzeugt? Dann komm doch auf die Tagung und schau dir das an!

In den letzten Monaten wurde viel gebrainstormt, gelacht, hart gearbeitet, Nerven geschmissen und wieder zusammengeklaubt, dutzende Anfragen gemacht, Filmschnitte ohne Ende angeschaut, Erfolge haben mit Enttäuschungen andauernd Platz getauscht, aber schließlich wurde aus dem allen ein Großes Schönes Ganzes. Der Teamgeist hat das alles überstanden, jetzt brauchen wir nur mehr euch, um mit uns das tolle Programm durchzumachen – meldet euch gleich an!

Es freuen sich sehr auf euch
Tuula, Jens und Marlene